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Medien Bewegender Online-Protest gegen Gesundheitsreform
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17:45 05.05.2017
Schwerkranke Menschen protestieren bei Twitter gegen Abschaffung von „Obamacare“.  Quelle: dpa/Twitter
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Washington

 „Ich bin sieben Jahre alt. Ohne Insulin werde ich sterben, und es wird schnell gehen“, steht über dem Bild eines Mädchens, das vom Krankenhausbett aus in die Kamera lächelt. „Ich bin ein Mensch“, schreibt ein anderer Twitter-Nutzer über ein Bild, das ihn mit seinem Sohn zeigt – wieder im Krankenhaus. Und so geht es weiter: Hunderte Menschen haben ihre Leidensgeschichte auf 140 Zeichen verkürzt, um gegen die Gesundheitsreform in den USA zu demonstrieren.

Die Post laufen unter dem Hashtag „#IAmAPreexistingCondition“, was so viel bedeutet wie „Ich bin einer Vorerkrankung“ und sind Teil einer größeren Gegenwehr gegen die geplante Gesundheitsreform der Trump-Regierung. Bereits Anfang der Woche sorgte der bekannte TV-Moderator Jimmy Kimmel für Aufsehen mit einem berührenden Beitrag. Statt beißender politischer Scherze erzählte er von der Geburt seines Sohnes Billy, der mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt gekommen war. Er musste wenige Stunden nach der Geburt notoperiert werden, sonst hätte er nicht überlebt.

Kimmel machte Billys Leidensgeschichte zum politischen Exempel: Denn Menschen wie sein Sohn mit einer angeborenen Vorerkrankung laufen wegen der Gesundheitspolitik der Trump-Regierung in Gefahr, ihren Versicherungsschutz zu verlieren. In der Nacht zum Freitag beschloss das US-Abgeordnetenhaus die Abschaffung der Krankenversicherung „Obamacare“, wie der Affordable Care Art auch genannt wird. Darin kürzen die Politiker auch die Töpfe, die für besonders bedürftige Personen vorgesehen sind. Zwar argumentieren Republikaner, dass ein Ersatz geschaffen würde – mithilfe eines Acht-Milliarden-Dollar-Programms. Aber Kommentatoren sind sich sicher, dass dies bei weitem nicht reichen wird.

Die Gesetzesreform muss nun noch durch den US-Senat – und das ist das, was durch Online-Proteste verhindert werden soll. Dabei geht es den Betroffenen buchstäblich um ihr Leben, denn nachdem, was sie bei Twitter veröffentlichen, sind sie schwerst krank und in Gefahr, bald ohne Versicherungsschutz dazustehen.

Von Ann-Kathrin Seidel/RND

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