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Medien „Bella Block“ – Bei Panne: Mord!
Nachrichten Medien „Bella Block“ – Bei Panne: Mord!
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16:00 26.10.2017
Der Käfer hat Motorkatarrh: Gott sei Dank stößt Bella Block (Hannelore Hoger, mit Henrik Birch) während der Wartezeit auf einen seltsamen Todesfall. Quelle: foto: dpa
Mainz

Es gibt nur wenige Schauspieler, die so stark mit ihrer populärsten Rolle identifiziert werden, dass die Figur zu einem untrennbaren Teil ihrer Person wird: Götz George war Schimanski, Klausjürgen Wussow war Professor Brinkmann, die Namen von Claus Theo Gärtner und Marie-Luise Marjan sind von denen des Privatdetektivs Matula und einer gewissen Mutter Beimer nicht zu trennen.

Nach 20 Jahren längst eine Kultfigur

Auch Hannelore Hoger ist so ein Fall: Die Schauspielerin, die dieses Jahr ihren 75. Geburtstag feierte, arbeitete früher beim Theater und beim Film mit bedeutenden Regisseuren wie Peter Zadek oder Alexander Kluge zusammen. Berühmt allerdings wurde sie als schnoddrige Bella Block. Die Kommissarin aus Hamburg ging 1994 zum ersten Mal im Fernsehen auf Mörderjagd und wurde im Lauf von mehr als 20 Jahren zur Kultfigur.

Doch jetzt geht die selbstbewusste Ermittlerin mit den rauen Umgangsformen und der zarten Seele in den Ruhestand: Am Sonnabend zeigt das ZDF den vorletzten Fall von „Bella Block“, im nächsten Frühjahr ist dann die 38. und letzte Episode der beliebten Krimireihe zu sehen. „Ich möchte nicht mehr so viel arbeiten“, begründet Hannelore Hoger ihren Ausstieg kurz und knapp, wie man das von ihr gewohnt ist.

Immer ist’s finster hinter den Kleinstadtgardinen

In ihrem vorletzten Fall mit dem Titel „Bella Block: Stille Wasser“ verschlägt es die die mittlerweile pensionierte Kommissarin mit den roten Haaren, die auf einer Romanfigur von Doris Gercke basiert, in die tiefste Brandenburger Provinz. Eigentlich will Bella Block dort nur ein neues Bett erwerben, das sich ihrem maladen Rücken perfekt anpasst, denn solche Möbel sind im ostdeutschen Brandenburg deutlich billiger als im mondänen Hamburg.

Doch dann macht Bellas alter VW Käfer schlapp und das betagte Gefährt wird vom freundlichen Kfz-Mechaniker Jens Johannsen (Henrik Birch) in die nächstgelegen Kleinstadt abgeschleppt. Natürlich dauert die Reparatur wegen der komplizierten Ersatzteil-Beschaffung etwas länger, was der eingefleischten Kriminalistin Bella Gelegenheit gibt, sich mit dem rätselhaften Tod von Jens Johannsens Zwillingsbruder Lars etwas näher zu befassen. Dabei kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das hinter den Fassaden der verschlafenen Kleinstadt lauert und etwas mit den touristischen Expansionsträumen der ortsansässigen Lokalpolitiker zu tun hat.

Zum Abschied 2018 wird Action versprochen

Während der von Regisseur Jo Baier routiniert inszenierten Krimi eher ruhig und beschaulich geraten ist, geht es beim letzten Einsatz von Bella Block im Frühjahr 2018 schon turbulenter zur Sache – das ZDF verspricht unter Regie von Rainer Kaufmann ein furioses Finale. Mit dabei ist in „Am Abgrund“ dann auch wieder Rudolf Kowalski als Bellas früherer Lebensgefährte Simon Abendroth, der sie nach seiner Weltreise besucht, sie aber nicht von ihren lebensgefährlichen Ermittlungen abhalten kann.

Als Bella Block 1994 ihren ersten Fall löste, war sie eine von nur wenigen Frauen, die in TV-Krimis ermitteln durften. Damals dachte noch keiner daran, dass die Polizistin zu einer TV-Legende werden sollte – der Film, den 6,3 Millionen Zuschauer sahen, war ursprünglich als Einzelstück geplant. Dann erkannte das ZDF das Potenzial der von Hannelore Hoger gespielten Figur und machte eine Reihe daraus, die zahlreiche Fernsehpreise und bis heute keine sensationellen, aber fast immer gute Einschaltquoten einfuhr – zuletzt lagen die Zuschauerzahlen zwischen fünf und sechs Millionen.

Hoger: „Irgendwann ist eine Figur auserzählt“

Schon vor ein paar Jahren kündigte Hannelore Hoger ihren Ausstieg an: „Irgendwann ist eine Figur auserzählt.“ Nächstes Frühjahr ist es dann tatsächlich soweit und eine der profiliertesten Krimireihen des deutschen Fernsehens verschwindet für immer vom Bildschirm. Bye, bye, Bella!

Von Martin Weber

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