Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien Arte zeigt umstrittene TV-Doku nun doch
Nachrichten Medien Arte zeigt umstrittene TV-Doku nun doch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 20.06.2017
Arte hatte mit seinem Zögern, den Film zu zeigen, eine Diskussion ausgelöst. Quelle: dpa
Anzeige
Straßburg

Nach dem WDR wird nun auch Arte die umstrittene Antisemitismus-Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa“ ausstrahlen. Man habe die TV-Doku wegen einer Abweichung vom ursprünglichen Sendekonzept zunächst nicht zeigen wollen, teilte Arte am Dienstag in Straßburg mit. Entgegen des Auftrags hätten die Filmemacher den Fokus nicht auf den Antisemitismus in Europa, sondern im Nahen Osten gelegt. Dies sei für Arte nicht akzeptabel. Nachdem sich aber der WDR entschlossen habe, den Beitrag zu senden, wolle Arte ihn dem französischen Publikum nicht vorenthalten.

Um einen identischen Kenntnisstand des Arte-Publikums in beiden Ländern zu ermöglichen, werde Arte das im Ersten ausgestrahlte Programm am Mittwoch (21. Juni) übernehmen und ab 23 Uhr zeitversetzt ausstrahlen, hieß es. Arte hatte sich vorher geweigert die TV-Doku zu senden. Auch der WDR hatte - mit Verweis auf handwerkliche Mängel - lange gezögert. Angesichts der öffentliche Diskussion um den Film von Joachim Schroeder und Sophie Hafner und der Kritik an den Sendern zeigt der WDR ihn nun am Mittwochabend um 22.15 Uhr. Im Anschluss greift eine Diskussionssendung mit Sandra Maischberger das Thema auf.

Nachdem WDR und Arte ursprünglich mit der Ausstrahlung zögerten, stellte „Bild.de“ die Dokumentation am 13. Juni für 24 Stunden ins Netz. Nach eigenen Angaben sei sie dort rund 200.000 Mal geklickt worden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte Anfang Juni die Sender aufgefordert, die Dokumentation freizugeben. Zentralrat-Präsident Josef Schuster erklärte, der Film sei vor dem zunehmenden, auf Israel bezogenen Antisemitismus höchst relevant. Ihn zu zeigen, entspreche dem Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender. Unter anderem hatten sich auch die Historiker Michael Wolffsohn und Götz Aly für die Ausstrahlung des Films ausgesprochen.

Von RND/epd

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Medien Werbefinanziertes Fernsehen schwächelt - Immer weniger gucken RTL & Co.

Privatsender im Alarmzustand: Nur noch halb so viele Menschen wie vor 20 Jahren gucken die großen Fernsehsender. Wie lange lohnen sich werbefinanzierte lineare Sender noch? In Köln buhlen RTL, Sat.1 und Pro7 um die murrende Werbekundschaft – und fürchten sich vor Netflix und Amazon.

20.06.2017

Viereinhalb Jahre spielte sich das ProSieben-Blödel-Duo Joko und Klaas bei „Circus HalliGalli“ gegenseitig derbe Streiche. Heute flimmert die letzte Folge ihrer Late-Night-Show über die Bildschirme. Hier sehen Sie das Best of.

20.06.2017

Das Fernsehen macht wieder Urlaub – Höhepunkt der Sommerpause sind die „Tatort-Classics“ im RBB mit restaurierten Versionen uralter Sonntagskrimis. Es gibt ein Wiedersehen mit Kommissaren, an die sich kein Mensch mehr erinnert. Und mit Horst Schimanski, der die Ganoven im Ruhrpott noch mal die Faust des Gesetzes spüren lässt.

19.06.2017
Anzeige