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19:25 03.12.2017
Blick in die festlich illuminierte Frauenkirche, wo Staatskapelle, Solisten und Chor verschmolzen. Quelle: Matthias Creutziger
Dresden

Es war bereits das 15. Adventskonzert der Sächsischen Staatskapelle in der Frauenkirche. Zu feiern gab es neben der Vertragsverlängerung des Chefdirigenten auch das 200. Jubiläum des Opernchores. Auf einen zweiten Chor oder die Orgel verzichtete der Veranstalter diesmal. Dafür hatte er bei den Solisten für ein Mehr gesorgt: Neben den Gästen Diana Damrau und Benjamin Appl war mit Tuuli Takala vom Ensemble der Staatsoper (Opernbesuchern aus Mozartproduktionen oder Waldvogel in „Siegfried“ bekannt) eine zweite Sopranistin vertreten. Später übernahmen noch Hyunduk Na und Frank Blümel vom Opernchor Soli in Haydns „Schöpfung“.

Christian Thielemann sorgte mit seinem Orchester von Beginn für eine festliche Atmosphäre. Vielleicht trägt die neue Gelassenheit dazu bei, gerade in flotten Passagen das angenehme Blinken des Orchesterglanzes zu verstärken? Die Overtüre aus Bachs Orchestersuite D-Dur jedenfalls blinkte sehr schön, ebenso wie die Arie „Jauchzet Gott in allen Landen“ der gleichnamigen Kantate.

Helmut Fuchs, vor zwei Tagen noch virtuos beim Aufführungsabend zu erleben, legte hier gleich noch einmal nach. Man mochte gar nicht sagen, ob Diana Damrau oder er brillanter waren. Der Sopranistin gehörte insofern der Vorzug, weil sie den natürlichen Atem direkter und beseelter entfalten konnte. Eigentlich hätte man sich bei den Eingangsstücken gewünscht, dass sie nicht nur in Auszüge gespielt würden, aber das geht beim Adventskonzert wohl nicht. Dabei war der Rahmen in diesem Jahr besonders großzügig und kürzte das Konzert nicht vorab rigide für die Fernsehübertragung am Sonntag ein. Die Konzertbesucher bekamen so Felix Mendelssohns Weihnachtskantate „Vom Himmel hoch“ ohne Streichungen zu hören.

Auch deshalb lohnte der Besuch: Neben etablierten internationalen Gästen wie der gerade von einer Asientournee zurückgekehrten Diana Damrau kommen jeweils Solisten, die eben auf dem Sprung zu einer großen Karriere sind, in die Frauenkirche – Benjamin Appl gehört in diese Kategorie. Der ausgewiesene Liedsänger konnte bei Mendelssohn spielend eine Raumwirkung erreichen, blieb hervorragend verständlich, dabei hat seine Stimme etwas Ohrenschmeichlerisches. Tuuli Takala stand ihm da nicht nach und betörte das Publikum im Gloria aus Carl Maria von Webers „Freischütz-Messe“. Doch vor allem beeindruckte der Chor mit seiner Klangfarbe.

Was bei Bach schon angeklungen war, nämlich die romantische Prägung des Orchesters, entfaltete sich nun vollkommen. Immer wieder sorgte Christian Thielemann für feierliche Glanzpunkte. Nicht nur durch Helmut Fuchs (Allegro aus Haydns Trompetenkonzert Es-Dur), sondern auch mit Oboe oder Fagott, das Mozart so wunderbar als melancholische Zweitstimme gesetzt hat.

Mit „Macht hoch die Tür“, erstmalig zum Mitsingen fürs Publikum, klang das Konzert schließlich aus.

Von Wolfram Quellmalz

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