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Medien Robbie rockt die Bambis
Nachrichten Medien Robbie rockt die Bambis
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09:23 18.11.2016
Optisch zwar etwas gealtert, aber immer noch in Topform: Robbie Williams.   Quelle: dpa
Berlin

 Robbie Williams verzückte die Fans, Udo Lindenberg machte ein Tänzchen. Bastian Schweinsteiger, der mit seiner Frau Ana Ivanovic kam, erhielt von seinem guten Kumpel, dem Skistar Felix Neureuther den Ehrenpreis der Jury.

Schweinsteiger sei ein Vorbild für Millionen, sagte Neureuther. Nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge, sondern weil er das Herz auf dem rechten Fleck habe. Quelle: dpa

Für ihre schauspielerischen Leistungen wurden Anna Maria Mühe und Devid Striesow mit einem Bambi ausgezeichnet.

Mühe nahm die Auszeichnung am Donnerstagabend in Berlin für ihre Rolle in dem ARD-Film „Die Täter - Heute ist nicht alle Tage“ entgegen. In dem Film spielt sie die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Quelle: dpa

Mühe war sichtlich bewegt. „Ich muss den kurz abstellen, der ist so schwer“, sagte sie und platzierte den goldenen Bambi für ihre mit zittriger Stimme gehaltene Dankesrede auf dem Boden.

In der Kategorie Film National gewann die Hitler-Satire „Er ist wieder da“ den Bambi. „Der Film ist heute aktueller denn je, glaube ich“, sagte Hauptdarsteller Oliver Masucci. „Diese braune Soße, die sich durch Europa ergießt, die macht mir Sorgen.“ Regisseur David Wnendt lässt in seinem Kinofilm „Er ist wieder da“ nach dem gleichnamigen Roman den Nazi-Diktator Adolf Hitler im heutigen Deutschland wieder auferstehen.

Devid Striesow erhielt den Preis für seine Rolle in dem Kinofilm „Ich bin dann mal weg“, der Verfilmung von Hape Kerkelings Pilger-Bestseller.

Striesow nahm den Preis für seine Rolle in dem Kinofilm „Ich bin dann mal weg“ entgegen, der Verfilmung von Hape Kerkelings Pilger-Bestseller. Quelle: dpa

Die Tennis-Weltranglistenerste Angelique Kerber freute sich, das goldene Rehkitz in der Kategorie Sport zu bekommen. Sport sei schließlich ihr Leben, sagte sie am roten Teppich. Sicher ist: Diesen 17. November wird die Kielerin so schnell nicht vergessen. Sie traf den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama, der in Berlin seinen Abschiedsbesuch absolvierte. „Ein Traum ist wahr geworden!!“, schrieb die 28-Jährige bei Twitter zu einem Foto, das sie gemeinsam mit Obama zeigt.

Die Preisträger im Überblick

Der Medienpreis Bambi ist am Donnerstag in 16 Kategorien verliehen worden. Dies sind die Preisträger:

Ehrenpreis der Jury: Bastian Schweinsteiger

Schauspieler National: Devid Striesow („Ich bin dann mal weg“)

Schauspielerin National: Anna Maria Mühe („Die Täter - heute ist nicht alle Tage“)

Film National: „Er ist wieder da“ von David Wnendt

Entertainment: Felix Jaehn

Comedy: Bülent Ceylan

Musik National: Udo Lindenberg

Musik International: Robbie Williams

Lebenswerk: Mario Adorf

Sport: Angelique Kerber

Integration: Joachim Löw

Fernsehen: Florian Silbereisen

Millennium: Papst Franziskus

Stille Helden: Yusra und Sarah Mardini

Publikumsbambi „Unsere Olympiahelden“: Andreas Toba

Unsere Erde: Saba Douglas-Hamilton und Frank Pope für die Tierschutzorganisation „Save the Elephants“

Beim Bambi herzte Kerber ihre Tennis-Freundin Ana Ivanovic. Die ging mit Ehemann und Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger allerdings wortlos an den Journalisten vorbei. Ebenso Mario Adorf, der mit seinem Markenzeichen, dem weißen Schal, kam.

In Plauderlaune war Robbie Williams, der den Bambi in der Kategorie Musik International bekommen sollte.

Seine Frau habe er daheim bei den Kindern gelassen, erzählte Robbie Williams. Und dass er in seinem Alter noch einen Bambi bekomme und immer noch zu großen Galas eingeladen werde, sei eine große Ehre, sagte der 42-Jährige. Quelle: dpa

Lindenberg begeisterte Journalisten und Fotografen besonders - er machte ein Tänzchen auf dem Teppich und nahm sich viel Zeit für die Fans. Dass er - sechs Jahre nachdem er den Preis für sein Lebenswerk erhalten hatte – nochmal ausgezeichnet werde, sei einfach „eine große Freude“, sagte der Panikrocker.

Wenn sein Auftritt gelingt, könnte er den Grund an den Füßen haben: „Ich trage jetzt immer grüne Socken, die bringen mir Glück“, sagte Panikrocker Udo Lindenberg. ganz in Schwarz kam hingegen Bundestrainer Jogi Löw. Quelle: dpa

Bundestrainer Joachim Löw sollte in der Kategorie Integration ausgezeichnet werden und gehörte zweifelsfrei zu den begehrtesten Stars der Gala – auf dem roten Teppich hatte er sich zuvor mit einer unbekannten Blondine präsentiert. Sein Laudator war Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann - das sei eine besonders große Ehre, sagte Kretschmann. Und: „Der Bambi ist übrigens genauso alt wie ich.“

Für Löw sei Integration eine Selbstverständlichkeit, hob die Jury hervor. Schließlich hatten zehn Spieler, die mit der deutschen Mannschaft zur Europameisterschaft fuhren, ausländische Wurzeln. So repräsentiere Löw ein multikulturelles, weltoffenes, modernes Deutschland.

„Multikulti steckt drin“

Löw würdigte sein Team als Musterbeispiel. „Deutschland steht bei uns drauf, aber Multikulti steckt drin“, sagte der Bundestrainer. „Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden“, rief Löw das Publikum im Saal und die Zuschauer an den Fernsehern auf.

Sportlich war es in diesem Jahr generell: Neben den Fußball-Weltmeistern und Tennis-Stars kamen auch die Turner Fabian Hambüchen und Andreas Toba zu der Preisverleihung. Sie gehörten zu den Nominierten für den Publikumsbambi – „Unsere Olympiahelden“.

Ein Preisträger des Abends war nicht bei der Gala dabei: Papst Franziskus. Der Pontifex nahm den Millenniums-Bambi bereits am vergangenen Donnerstag in Rom entgegen. Überreicht wurde die Trophäe von der aus Syrien stammenden Yusra Mardini, die bei den Olympischen Spielen in Rio in diesem Sommer Mitglied des Flüchtlingsteams war. Quelle: dpa

Von RND/dpa