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13:38 02.05.2018
Monika Brock, Mitarbeiterin im Staatsschauspiel Dresden, klebt ein Poster für das bevorstehende Sächsische Theatertreffen an eine Litfaßsäule. Quelle: dpa-Zentralbild
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Dresden

 Max Frisch, Heiner Müller und „Tschick“ als Road Opera: Dresdner Bühnen öffnen sich bis zum Wochenende für Kollegen aus dem eigenen Bundesland. Die Elbestadt ist Gastgeber des 10. Sächsischen Theatertreffens (2. bis 6. Mai). Nach Angaben der Organisatoren sind zehn auswärtige Bühnen mit aktuellen Produktionen vertreten. In Schauspielhaus und Kleinem Haus des Staatsschauspiels sowie Staatsoperette und tjg.theater junge Generation im Kraftwerk Mitte sind insgesamt 19 Inszenierungen zu sehen, darunter 13 Gastspiele.

Das Spektrum reicht von Frischs „Homo Faber“, dramatisiert von Hasko Weber über einen Deutschland-Abend mit Texten von Heiner Müller vom Theater Plauen Zwickau bis zu Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ als Road Opera der Landesbühnen Radebeul. Die Musikalische Komödie Leipzig präsentiert „Love Musik“ mit Kompositionen von Kurt Weill, das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz eine Hommage an den Chansonnier Jacques Brel und die Dresdner Staatsoperette Leonard Bernsteins Werk „Candide“ - mit Schauspieler Walter Plathe als Voltaire.

Uraufführung: „Juller“

Das Theater der Jungen Welt Leipzig feiert sogar eine Uraufführung: „Juller“ entstand nach der Biografie des Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch. Trotz seiner Erfolge wurde der zweimalige Deutsche Meister und Olympionike von 1912 im Nationalsozialismus wegen seiner jüdischen Herkunft diskriminiert, verfolgt und ermordet. Die Idee zu dem Stück geht auf eine Anregung des DFB zurück, der seit 2005 mit dem nach Hirsch benannten Preis gesellschaftliches Engagement für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit würdigt.

Auch das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen thematisiert diese Epoche der Geschichte mit einer Adaption von Viscontis Film „Die Verdammten“ für die Bühne unter dem Titel „Der Fall der Götter“. Das Leipziger Schauspiel geht mit Henrik Ibsens Klassiker „Peer Gynt“ ins Rennen um den Sächsischen Theaterpreis, der am Festivalende zum dritten Mal vergeben wird. Die Dresdner Bühnen gestalten mit der Tragödie „Yerma“ von Federico García Lorca, Fjodor M. Dostojewskis „Erniedrigte und Beleidigte“ oder „Crashtest - Spekulationen über die Zukunft“ unter Anleitung der Jugend das Rahmenprogramm.

„Theater und das Digitale“

Deren Schwerpunkt ist das Thema „Theater und das Digitale“, wie eine Sprecherin des Staatsschauspiels sagte. Die tjg-Premiere „No Entry/Kein Zutritt“, ein Arbeitstreffen im Zuge eines „Creative Forum“ und ein Podium lade zum Austausch darüber ein, „inwiefern sich das „analoge“ Medium Theater und das Digitale gegenseitig bedingen und welche Inhalte und Ästhetiken, Strukturen und Formen es im Umgang damit zu entwickeln gibt“.

Die sächsischen Stadt-, Staats- und Landestheater kommen alle zwei Jahre mit aktuellen Inszenierungen zusammen. Das Treffen wird vom Landesverband Sachsen des Deutschen Bühnenvereins unterstützt. Fünf Tage erhält das Publikum an wechselnden Orten Einblick in ästhetische Vielfalt, Qualität und Gegenwartsbezug der Bühnen. Foren und Workshops bieten Gelegenheit zur Begegnung von Theaterschaffenden und Publikum - und zum fruchtbaren Austausch.

Von dpa

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