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Zum zweiten Mal: Künstlermesse Dresden am ersten Januarwochenende

Zum zweiten Mal: Künstlermesse Dresden am ersten Januarwochenende

"Wir sind ein bisschen größer, ein bisschen professioneller. Und wir versuchen, mehr in Richtung einer Ausstellung zu gehen." So beschreibt Antje Friedrich, stellvertretende Geschäftsführerin des ausrichtenden Künstlerbunds Dresden, wie sich die zweite Ausgabe der Künstlermesse Dresden von ihrem Vorgänger im Vorjahr unterscheiden soll.

Tatsächlich ist die Zahl der teilnehmenden Künstler von 76 auf 83, darunter drei Künstlergruppen, leicht angestiegen. Wichtiger ist jedoch: Anders als im Vorjahr können sich die Künstler in einer eigenen Halle auf dem Dresdner Messegelände präsentieren.

Man habe die Stände großzügiger bauen können, meint Friedrich. Und damit offensichtlich auf im Vorjahr laut gewordene Kritik reagiert, die Messe sei zu wenig übersichtlich, zu wenig kuratiert. "Man läuft ständig in die falsche Richtung, stößt von einem toten Winkel auf den nächsten, von einer Sackgasse auf die nächste", hatte Adina Rieckmann damals in den DNN geurteilt. Ein Wirrwarr, das nur Eingeweihte durchblicken könnten.

Friedrich betont denn auch, dass in diesem Jahr darauf geachtet wurde, der Messe einen Verweilcharakter zu verleihen. Podiumsdiskussionen und Experimentalfilme gehören zu einem Rahmenprogramm, das Besucher mit müden Füßen verschnaufen lassen, aber dennoch in der Halle halten soll. Dafür wurde eigens eine Lounge eingerichtet. Außerdem werden Führungen über das Messegelände angeboten.

Eine Jury hat die beteiligten Künstler ausgewählt. Zu dem achtköpfigen Gremium zählen vier Künstler, die Leiterin des Kunstfonds Sachsen Silke Wagler, Ramona Eichler vom Dresdner Amt für Kultur und Denkmalschutz, der Galerist Patrick-Daniel Baer und Dieter Hoefer von der Dresdner Volksbank und Raiffeisenbank. Wessen Bewerbung von dieser Jury bestätigt wurde, der habe auch gleich einen Standplatz zugewiesen bekommen, erläutert Friedrich das Prinzip. Auf diese Weise sei für ein "stimmiges Gesamtbild" gesorgt.

Zu sehen sind unter anderen Werke von Gudrun Brückel, Thorsten Fleischer, Carsten Gille, Anna Kasten und Matthias Schroller. Außerdem sind zwei Gäste aus Dresdens Partnerstadt Salzburg eingeladen: Martina Stock und Stefan Heizinger. Beide werden Malerei präsentieren auf der Messe, die sonst das Spektrum von Malerei und Grafik über Skulptur, Objektkunst und Performance bis hin zur Video- und Rauminstallation abdeckt.

Für eine Teilnahme bewerben konnten sich Mitglieder des Künstlerbunds und Künstler von außerhalb. Über das Verhältnis von Mitgliedern und Gästen mag Antje Friedrich jedoch wenig sagen, auch weil es sich durch den Bewerbungsprozess gewandelt habe. Viele der eingeladenen Gäste seien neue Mitglieder im Künstlerbund geworden, berichtet die Vize-Geschäftsführerin. Ein kleiner Erfolg.

Den braucht die Künstlermesse nun auch. Denn es geht wohl auch in den nächsten Jahren nur in kleinen Schritten voran, wie Antje Friedrich meint. Im Prinzip gehe es darum, langsam und gesund zu wachsen und dabei zu lernen, "wie man so eine Veranstaltung zur Zufriedenheit aller organisieren kann", sagt sie. Denn weder die Wiederaufnahme einer Dresdner Künstlermesse nach zehn Jahren Pause im Vorjahr noch die jetzige Wiederauflage sind angesichts ihrer schwierigen Finanzierung eine Selbstverständlichkeit. Dabei hat sich das Ergebnis der Messe 2011 nach eigener Einschätzung gut ausgenommen. Etwa die Hälfte der teilnehmenden Künstler konnte sich im Vorjahr über Verkäufe freuen, hatten die Veranstalter bilanziert. 9000 Besucher seien damals gekommen.

Die Rahmenbedingungen sind geblieben. Die Messe findet gleichzeitig mit der Lifestyle-Messe "room + style" statt. Für Friedrich eine gelungene Symbiose. "Das Zielpublikum interessiert sich gleichermaßen für bildende Kunst", meint sie. In diesem Jahr wolle man jedoch in Umfragen erkunden, wie viele Besucher extra wegen der Künstlermesse oder ihrer Partnerschau gekommen sind, um ein klareres Bild zu haben. "Ohne wirtschaftlichen Erfolg wird man das Projekt nicht fortführen können", sagt Friedrich. Die Preise der gezeigten Werke rangieren zwischen 50 und 15 000 Euro.

Künstlermesse vom 4.1. bis 6.1.; Eröffnung 20 Uhr, anschließend geführter Rundgang über das Messegelände, ca. 21.30 Uhr Performance von Elisabeth Rosenthal; Fr. 15-22 Uhr, Sa. 11-21 Uhr, So. 11-18 Uhr geöffnet, Tageskarte 10 Euro, ermäßigt 7 Euro (gilt ebenso für "room + style")

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.01.2013

Uwe Hofmann

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