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Zum Tode von Petra Vohland

Zwischen Lebenspraxis und Kunst Zum Tode von Petra Vohland

Christa Donner von der „Dresdner Sezession 89 e.V.“ beschreibt ihre Künstlerkollegin, die Dresdner Malerin Petra Vohland, als „ehrlichen, zuverlässigen und geraden Menschen, dem man vertrauen konnte“. 1989 war sie eine der 23 Mitbegründerinnen der Künstlerinnenvereinigung und deren Sprecherin.

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Petra Vohland

Quelle: Sezession

Dresden.  Christa Donner von der „Dresdner Sezession 89 e.V.“ beschreibt ihre Künstlerkollegin, die Dresdner Malerin Petra Vohland, als „ehrlichen, zuverlässigen und geraden Menschen, dem man vertrauen konnte“. 1989 war sie eine der 23 Mitbegründerinnen der Künstlerinnenvereinigung und deren Sprecherin. Voller Engagement rang sie um den Zusammenhalt und die Realisierung der Ziele und Aufgaben des Vereins. In den schwierigen Jahren des Aufbaus kultureller Strukturen nach der Wende war sie aktiv dabei. Seit 2001 arbeitete sie auch im Vorstand des Künstlerbundes Dresden. Seit 2001-2009 hatte sie die Geschäftsführung der Jugendkunstschule Meißen innerhalb des Landesverbandes Sachsen inne. 2010, nach einem drohenden Konkurs, übernahm sie die Leitung der Jugendkunstschule als eingetragener Verein und verhinderte damit einen weiteren kulturellen Kollaps in der Region.

In ihrer Kunst war sie eine Sinnsucherin, fragte nach dem Wohin, dem Schicksal und der Zukunft der Menschheit. Große existentielle Fragen bewegten sie immer wieder, die sie besonders in ihren zahlreichen Arbeiten auf Papier, in Gouachen und Mischtechniken, zu sehr poesievollen Kompositionen verarbeitete. Darunter waren Themen aus dem Christentum wie „Garten Eden“ und viele andere mythologisch beeinflusste Blätter. Sie war auf Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ gestoßen und von ihrem Zauber gebannt. Davon inspiriert, übertrug sie einige der außerordentlich bildhaften Szenen Dantes aus seinem 3-teiligen Versepos in die Sprache ihrer Kunst. Dabei war sie immer gegenständlich, aber in einer sehr expressiv-abstrakten Form, die eine fein hingehauchte Flächigkeit mit einer spontan gesetzten Lineatur verband. Ihre besondere Stärke war die Verquickung von Malerischem und Grafischem in ihren Papierarbeiten. Die poetische Abstraktion ihrer Bilder hat etwas Leichtes und Luftiges, hingezaubert die oft gebrochen dargestellte Architektur von Kirchen und Domen, die sich wie im Licht spiegeln.

Petra Vohland wurde 1953 in Zwickau geboren. Nach einer Lehre als Porzellanmalerin an der Staatlichen Porzellanmanufaktur in Meißen von 1969-1974 (im Fach Blumendekor) studierte sie von 1975-78 im Abendstudium an der HfBK Dresden. In dieser Zeit war sie auch Assistentin an der TU Dresden, Sektion Architektur (Grundlagen der Gestaltung/Kunstbesitz), wo sie den Maler und Grafiker Jürgen Schieferdecker kennen-und schätzen lernte. Hier erwarb sie vor allem die Voraussetzungen für ihre spätere Kursarbeit. 1978-83 studierte sie im Direktstudium an der HfBK Dresden Malerei und Grafik bei den Professoren Siegfried Klotz und Günter Horlbeck.

In Petra Vohlands Leben waren Praxis und Kunst glücklich verbunden.Viele Maler/innen haben durch ihren Einsatz, besonders an der Jugendkunstschule Meißen, Brot und Arbeit gefunden. So erinnert Michael Horwath aus Coswig dankbar an ihr berufliches Engagment, aber auch an ihr großes Talent in Lehre und Kunstvermittlung in Kursen für Kinder und Jugendliche. Viele werden sie nun vermissen. Petra Vohland starb plötzlich und unerwartet am 31. Januar 2017.

Von Heinz Weißflog

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