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Wo Event kein Unwort ist - Der HfBK-Fachhochschulstudiengang Theaterausstattung wird 50

Wo Event kein Unwort ist - Der HfBK-Fachhochschulstudiengang Theaterausstattung wird 50

Wenn sich die Dresdner Kunstakademie schon auf 250 Jahre ihres Bestehens berufen kann, dann muten die 50 Jahre des Fachhochschulstudienganges Theaterausstattung möglicherweise etwas bescheiden an.

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Ein Löwe als Diplomobjekt 2012 von Annika Löhne im "Freigehege". Die Theaterplastik entstand für die "Aida"-Inszenierung am Staatstheater Cottbus

Quelle: Gabriele Gorgas

Hervorgegangen 1964 aus der ehemaligen Fachschule für Angewandte Kunst in Leipzig, gehört dieser Ausbildungsbereich mit seinen vier Disziplinen Theatermalerei, Kostümgestaltung, Maskenbild und Theaterplastik seitdem zur HfBK Dresden und ist im repräsentativen Gebäudekomplex Güntzstraße angesiedelt, der einstigen Kunstgewerbeschule.

Die Theaterausstattung ist ein in dieser Form an deutschen wie auch internationalen Kunsthochschulen außergewöhnlicher Studiengang, der mit seinen hervorragend ausgebildeten Absolventen an Theatern, in Film- und Fernsehstudios wie auch in der Museums- und Ausstellungsgestaltung große Wertschätzung genießt. Was aber noch lange nicht heißt, dass auch gleich jeder eine Festanstellung erhält, obwohl es ganz offensichtlich für diese Könner reichlich Arbeit gibt. Wenn heute als Einsatzgebiet so ganz unverbindlich auch noch die Eventausstattung angegeben ist, dann ahnt man vielleicht, wie die sich stets in der Gratwanderung von künstlerischer Freiheit und materialtechnischer Perfektion beweisenden Absolventen ihre Überlebenschancen nutzen.

Aber auch das macht sie, was auf schönste Weise bereits im Studium und bei den Diplomverteidigungen zu erfahren ist, zu ideenreichen, fantasievollen "Spezialisten". Die auf diversen Gebieten einsatzfähig, unverzichtbar sind und aktuelle Entwicklungen keinesfalls verschlafen. Also immer auch noch dazulernen. So gibt es gute Gründe, um auf aktive Weise das kleinere Jubiläum gerade dieses Studienganges zu begehen. Der deutlich zur öffentlichen Präsenz und Anerkennung der HfBK Dresden in ihrer heutigen Gestalt einiges geleistet hat. Vom 20. bis 22. Juni gibt es ein spezielles Kolloquium zu Gegenwart und Zukunft von Theater-, Film- und Eventausstattung. Allein schon der Titel klingt da mächtig gewaltig: "Decoratia in Futura". Angekündigt sind Fachvorträge aus den eng miteinander verquickten Bereichen sowie Präsentationen innovativer Materialien durch die Hersteller und Anwender. Vor allem aber soll auch diskutiert werden über die Zukunft dieser Studienrichtung an der HfBK Dresden.

Da ist es natürlich kein Zufall, dass Prof. Jens Büttner gleich zum Auftakt des Kolloquiums über "Die (Un)Entbehrlichkeit gestalterischen Könnens" spricht. Und sowohl der "Vorsprung von Handwerk und Technik"(Olivia Pomp) eine Rolle spielen wird wie auch Themen gewichtet sind, die sich "Möglichkeiten neuer Technologien in der Szenographie" (Markos Kern) widmen. Ein nicht minder spannendes Thema ist die Frage, mit welchen Materialien im Kulissenbau, in der Theaterplastik gearbeitet werden sollte. Und dazu gibt es speziell auch Überlegungen zur Umweltverträglichkeit der eingesetzten Materialien. Beispielsweise das darauf orientierte Diplomobjekt von Ralf Aßmann, der den Versuch einer sichtbar zu machenden Raumbewegung unternahm und dazu eine Gestalt aus Wellpappe geschaffen hat.

Zudem lässt die Tagung auch viel Raum für Gespräche und Begegnungen, lädt zu mehreren Diskussionsrunden ein und bietet den Teilnehmern ebenso die Möglichkeit, die studentischen Ateliers der vier Fachklassen zu besuchen. Am Samstagvormittag wird eine Collage von praktischen Studienprojekten vorgestellt. Dazu gehört auch die Filmpräsentation "Penthesilea" des Malers Henry Rademacher, der Choreografin Valentina Cabro und der Kostümgestalterin Steffanie Seiffert sowie Beiträge zu den Themen Einblicke/Metamorphosen, bewegliche Tiere auf der Bühne und durchleuchtete Prospekte als Raumsensationen ohne High-Tech. Am Sonntag jeweils ab 11 Uhr bieten gemeinsam Prof. Ulrich Eißner und Zoodirektor Karl-Heinz Ukena eine thematische Führung zu Tierplastiken aus Polymerbeton im Dresdner Zoologischen Garten an und Prof. Michael Münch lädt zu einer Führung durch die Semperoper ein.

Überhaupt haben wohl kaum Studierende der HfBK (außer den Restauratoren) in den zurückliegenden Jahrzehnten so viele Spuren in Kulturstätten Dresdens und an anderen Orten hinterlassen wie eben jene vom längst erweiterten Studiengang Theaterausstattung. Was ja auch in der Natur dieser Professionen liegt. Allein schon die Ausstellungen mit Arbeiten der Kostümgestalter verlocken in nunmehr schönster Kontinuität alljährlich das Publikum ins Palais im Großen Garten. Und die Theater und Museen wie ebenso Künstler der freien Szene und Veranstalter profitieren deutlich von der Qualität der Absolventen und vom Einfallsreichtum der noch Studierenden. Beispiele dafür werden auch bei der diesjährigen Jahresausstellung der HfBK zu erleben sein. Und zu den Sommerfesten der Kunsthochschule sind die Studenten für Kostümgestaltung und Maskenbild die wahren Held(inn)en.

"Decoratia in Futura", Informationen zur Tagung: http://hfbk-dresden.de/250/dif2014

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.06.2014

Gabriele Gorgas

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