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William Fitzsimmons spielt diesen Dienstag im Beatpol

William Fitzsimmons spielt diesen Dienstag im Beatpol

Schon beim zweiten Song der neuen Platte gehen ungewöhnliche Lichter an, jedenfalls für Fitzsimmons'sche Verhältnisse. Das Tempo ist nachgerade forsch, helle Mandolinen stehen für Aufbruch, die Rhythmen packen am Kragen, das Stück steigert sich zum Mitklatsch - William, mir graut nicht vor dir! Geisterverbannung.

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William Fitzsimmons spielt heute Abend im Beatpol.

Quelle: Erin Brown

Und gleich das nachfolgende Lied, dann schon wieder "typisch" Fitzsimmons, bringt es auf den Punkt: "Fade And Return" - Ausblenden und Wiederkehren. "Warum", heißt es dort, "warum fühle ich mich immer so, als würde ich auf einen Beginn warten?"

"Gold In The Shadow" (Grönland) ist die dritte CD des Singers-Songwriters (und Psychotherapeuten!) aus Pennsylvania, seit er 2005 als Barde und Barträger über uns kam, seine vierte insgesamt. Wie Phönix aus der Asche zu steigen, liegt ihm nicht. Trotzdem wird ihn diese neue Hoffnung, die diese zehn Songs, diese kurzen 37 Minuten durchzieht, ein Stück weit begleiten können. Bislang versank Fitzsimmons in sanften, traurigen Bestandsaufnahmen des familiären und eigenen Scheiterns, zuletzt war es die harte Trennung von seiner Frau nach zehn Jahren Ehe. Verwundeter Kopf, zerrissene Seele, müder Körper - man musste sich warm einhüllen, um diesen Worten, ja, Analysen und Spiegelungen zu lauschen. Musikalisch war Fitzsimmons nie larmoyant. Seine weiche Stimme hatte schon immer eine eigene Schönheit, seine Lieder eindrückliche Tiefe. Mit Wimmern wäre alles noch schlimmer geworden. "Ich hatte einen Punkt erreicht, an dem ich entweder meinen Krankheiten hätte nachgeben müssen oder sie direkt angreifen. So oder so konnte ich nicht mehr weitermachen wie bisher", beschreibt Fitzsimmons den "Reload" nach zwei Jahren Pause.

Wieder lädt er sich Frauen ins Studio ein (Laura DiStasi, Leigh Nash, Grace Read), die ihm punktuell beistehen, nicht durchgängig. Er lässt deutlicher als bislang auch Electronics an sich heran, ein Streichquartett verdunkelt nichts, wunderbar arrangierter Folk mit vorwiegend akustischer Note bleibt es dennoch. Intim, innig. Melancholisch, munter. William Fitzsimmons lebt inzwischen in Illinois und ist wieder verheiratet. Grund genug, dieses Glück mit ihm zu teilen und - wenn es besonders gut kommt - selbst davon zu partizipieren.

William Fitzsimmons, Vorprogramm: Slow Runner, heute, 21 Uhr, Beatpol

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2011

Andreas Körner

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