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Regional Wasserschaden legt Dresdner Staatsoperette bis Ende Oktober lahm
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08:28 19.10.2017
Das Kraftwerk Mitte in Dresden Quelle: PR
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Dresden

Es ist alles so wie immer. Ein paar Leute an den Theaterkassen und im Foyer des Kraftwerks Mitte, weiter hinten das Gewusel zahlreicher Schüler. Sie haben das Haus, dank des Tagesangebots des Theaters Junge Generation (tjg), sozusagen fest im Griff. Während die einen noch im Cateringbereich essen, probieren andere die Korridore schon mal zum Wettrennen im Huckepack-Tragen aus. Bis hin zur roten Kordel, die den Weg in den Saal der Staatsoperette versperrt. Wie so oft, wenn keine Vorstellung ansteht.

Diesmal aber ist der Grund für die Kordel noch ein anderer. Im Saal der Operette gab es am Mittwochmorgen eine folgenschwere Havarie, „bei einer turnusmäßigen Überprüfung der Sprinkleranlagen in den Spielstätten im Kraftwerk Mitte“, wie die Operette später mitteilte. Auf die Bühne seien „Unmengen Wasser“ geströmt. „Nach derzeitigem Kenntnisstand sind technische Probleme die Ursache“, lautete die lapidare Begründung.

Offiziell war es gestern weder Journalisten noch Fotografen gestattet, den Operettensaal in Augenschein zu nehmen. Inoffiziell zeigte ein kurzer Blick des Autors in den Saal jedoch, dass der Publikumsbereich – zumindest auf den ersten Blick – nicht von der Havarie betroffen ist. Diesen Eindruck bestätigte später Jana-Carolin Wiemer, Sprecherin der Operette, auf Nachfrage. Auf der Bühne herrschte dagegen geschäftiges Treiben. Mitarbeiter des Hauses waren gerade mit planen-ähnlichen Abdeckungen auf dem Bühnenboden beschäftigt.

Auch der Orchestergraben ist bei der Havarie in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Schäden auf der Bühne und im Graben würden gesichtet und begutachtet, hieß es in der Mitteilung der Operette. Über Ausmaß und Kosten könnten noch keine Aussagen getroffen werden. Genaueres zur Panne – wie viel Wasser die Bühne abbekommen hat, wie lange die Sprinkleranlage im Einsatz war – konnte Wiemer nicht sagen.

Was dagegen sicher ist: Bis zum Ende des Monats werden alle weiteren Vorstellungen in der Operette abgesagt. Das betrifft ebenfalls die für den 28. Oktober geplante Uraufführung von „Zzaun! – Das Nachbarschaftsmusical“. Bereits gekaufte Karten für diesen Zeitraum können laut Operette per Post unter Angabe der IBAN oder im Haus selbst während der Vorverkaufszeiten zurückgegeben werden.

Das ebenfalls im Kraftwerk angesiedelte tjg ist von der Havarie nicht betroffen. Den Kollegen der Operette werde aber jede Hilfe beim Bewältigen der Folgen angeboten, sagte tjg-Sprecher Norbert Seidel.

Die Politik meldete sich gestern auch noch zu Wort. Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) hofft, „dass die Staatsoperette baldmöglich zu einem regulären Spielbetrieb zurückkehren kann“, wie es in einer Mitteilung der Stadt hieß. Zunächst müsse aber der konkrete Schaden ermittelt werden. Für Stadtrat Tilo Wirtz (Die Linke) kommt es nun darauf an, „die Verantwortlichen für die Fehlfunktion in Haftung zu nehmen, damit die Stadt nicht noch auf dem Wasserschaden sitzen bleibt“. Auch Christa Müller, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, forderte Aufklärung, wie es zu der Havarie im erst 2016 eröffneten Haus kommen konnte. „Wie müssen Ursachenforschung betreiben und schnell klären, inwieweit die Kosten für die Schadensbeseitigung durch die Versicherung übernommen werden“, sagte Müller laut einer Mitteilung.

Das Malheur erinnert an ein ähnliches im Mai 2016 im Kleinen Haus des Staatsschauspiels, als die dortige Bühne mit rund 40 000 Litern Wasser geflutet wurde. Auch damals war die Sprinkleranlage plötzlich angegangen und ließ etwa acht Minuten lang Wasser auf die Bühne prasseln.

Von Torsten Klaus

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