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Wang Wen inszenieren sich als ausfeilende Postrocker im Beatpol in Dresden

Chinesische Perfektion Wang Wen inszenieren sich als ausfeilende Postrocker im Beatpol in Dresden

Leider sind Wang Wen noch wenig bekannt in unseren Gefilden – das hat sich nun hoffentlich ein Stück weit geändert: durch den grandiosen Auftritt der chinesischen Post-Rock-Band im Beatpol, der noch lange in den Ohren und Köpfen der circa 150 Gäste nachhallen wird.

Wang Wenn am 23. Januar im Beatpol Dresden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Leider sind Wang Wen noch wenig bekannt in unseren Gefilden – das hat sich nun hoffentlich ein Stück weit geändert: durch den grandiosen Auftritt der chinesischen Post-Rock-Band im Beatpol, der noch lange in den Ohren und Köpfen der circa 150 Gäste nachhallen wird. Denn hierzulande bekannt sein sollten sie auch, sind sie doch bereits außerhalb Europas heiß begehrt und haben zahlreiche Fans.

Schon beim Bühnenaufbau vor Beginn des Konzerts ist die Professionalität zu spüren. Das Schlagzeug wird zentimetergenau eingerückt, ein Meer aus Kabeln gelegt, und die Gitarren werden mit viel Hingabe und Ruhe vorbereitet. Fast scheint es so, als würde sich die Band dabei meditativ entspannen.

Kein Laut ist vom Publikum zu hören, als das Intro beginnt. Im dunkelblauen, diffusen Licht erobern Wang Wen den Raum und die Zeit – langsam und ruhig beginnend, die einzelnen Instrumente für sich selbst wirken lassend, steigern sich die Beats des Schlagzeugs, rauscht der sonore Synthesizer, fügen sich die beiden Gitarren und der Bass zu einer Komposition, die an Fulminanz kaum zu überbieten ist.

Seit 1999 sind die Künstler aus der Hafenstadt Dalian im Süden der chinesischen Volksrepublik gemeinsam unterwegs. Charakteristisch für die instrumentalen Postrocker sind die ausdauernden Stücke, lange Übergänge, und nicht selten entfaltet sich die komplette Kraft des Liedes erst zum Ende hin. Leidenschaftlich geben sich die Musiker ihren eigenen Klängen hin, spielen sitzend, in sich versunken und entrückt ihre Parts.

Ihre neun bereits veröffentlichten Alben sind ausgefeilt, besonders und zeigen die intensive und harte Arbeit an der Umsetzung ihrer anspruchsvollen Ideen zu einem Hörerlebnis sondergleichen. Das 2016 veröffentlichte Album, „Sweet Home, Go!“ wurde unter dem deutschen Independent-Label „Pelagic Records“ produziert, das auch die irische Post-Rock-Band God Is An Astronaut unter seinen Fittichen hat.

Dass die Musiker Xie Yugang, Geng Xin, Xu Zengzheng, Zhou Lianjiang, Zhang Yanfeng und Huang Kai nicht nur durch Liveauftritte glänzen können, bewies ihr Soundtrack zu einem neunstündigen Film eines chinesischen Künstlers. Titel um Titel zeigt das Sextett sein Können, bespielt Gitarren mit Griffeln, überträgt seine Emotionen mit Trompete, Posaune oder Tuba aufs Publikum, das andächtig lauscht und Liebhaber der rein instrumentellen Beschallung zu sein scheint, denn nur ein Stück des 100-minütigen Sets wurde mit Gesang vorgetragen.

Zurzeit befinden sich Wang Wen auf Europa-Tour, besuchen noch Städte wie Budapest, Paris und Zürich und geben so noch bis Februar die Gelegenheit, sich von ihrer außergewöhnlichen Kunst überzeugen zu lassen.

www.wangwen.bandcamp.com

Von Anne Gräfe

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