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Vorbereitungen in Dresden für Weltjugendtag mit dem Papst in Krakau

Treffen Vorbereitungen in Dresden für Weltjugendtag mit dem Papst in Krakau

Papst Franziskus hat zum großen Weltjugendtreffen nach Krakau eingeladen. 324 junge Katholiken aus dem Bistum Dresden-Meißen wollen dabei sein. Die Fäden der Organisation für ihre Pilgerreise ins polnische Nachbarland laufen bei Christina Händler in Dresden zusammen.

Kartons packen für die Pilgerreise zum katholischen Weltjugendtag nach Krakau. Bistumsjugendreferentin Christina Händler und Diözesanjugendpfarrer Ralph Kochinka im Büro im Bischöflichen Ordinariat in Dresden.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Papst Franziskus hat zum großen Weltjugendtreffen nach Krakau eingeladen. 324 junge Katholiken aus dem Bistum Dresden-Meißen wollen dabei sein. Die Fäden der Organisation für ihre Pilgerreise ins polnische Nachbarland laufen bei Christina Händler in Dresden zusammen.

Im Büro der 36-jährigen Bistumsjugendreferentin im Bischöflichen Ordinariat ist nun noch weniger Platz. Aufgereiht stehen Pappkartons an der Wand. Die werden am 20. Juli, dem Abreisetag, in die sechs Busse gepackt.

Einsortiert in die Kartons hat Christina Händler alles, womit sich die jungen Pilger in Krakau zu erkennen geben: grüne T-Shirts, Strohhüte mit Band, darauf das Logo des Treffens, ein stilisiertes Kreuz, umfangen von zwei Armen, Pilgerheft, Schlüsselanhänger, eine Fahne mit dem Wappen des Bistums.

Weltjugendtag Krakau

Start: 20. Juli, 10 Uhr, mit Gottesdienst in der Dresdner Kathedrale (Katholische Hofkirche)

Zeit: zunächst Tage in den Diözesen vom 22. bis 25. Juli; Treffen in Krakau 26. bis 31. Juli 2016

Ort: Krakau, katholisches Herz Polens, Stadt des heilig gesprochenen Papstes Johannes Paul II.

Teilnehmerzahl: erwartet werden bis zu drei Millionen Jugendliche aus der ganzen Welt

Veranstaltungen: 26. Juli Eröffnungsmesse mit Krakauer Erzbischof Stanislaw Kardinal Dziwisz; Jugendliche hören Katechesen (Einführung in die Glaubenspraxis), feiern ihren Glauben in Gottesdiensten, dazu Jugendfestivals; 28. Juli begrüßen Jugendliche Papst Franziskus; am 29.

Juli Jugendkreuzweg mit Stationen in der gesamten Innenstadt von Krakau

Höhepunkt: Jugendliche verbringen Nacht vom 30. zum 31. Juli auf Gelände außerhalb von Krakau, mehrere Bands treten auf; Vigilfeier (Gebetsnacht); 31. Juli großer Abschlussgottesdienst mit Papst Franziskus

Unterbringung: bei Gastfamilien oder in Schulen

Leitwort: „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“

(Matthäus 5,7), Teil der Seligpreisungen aus der Bergpredigt

Geschichte: 31. Weltjugendtag; 1984 lud Papst Johannes Paul II. zum „Internationalen Jubiläum der Jugend“ nach Rom ein; wegen großer Begeisterung wurde Weltjugendtag zu fester Einrichtung erklärt; seither jedes Jahr in Diözesen, alle zwei bis drei Jahre als internationaler Weltjugendtag

Botschaft: Papst Franziskus lädt im „Jahr der Barmherzigkeit“

Jugendliche ein, „die Werke der leiblichen Barmherzigkeit neu zu

entdecken: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote begraben“, außerdem zu den geistigen Werken der Barmherzigkeit wie „Zweifelnden recht raten, Unwissende lehren, Sünder zurechtweisen, Betrübte trösten, Beleidigungen verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für Lebende und Verstorbene zu Gott beten“

Internet: www.wjt.de

Mehrere Wochen lang haben sie sich bei Zusammenkünften in Dresden, Leipzig und Wechselburg darauf vorbereitet. Die meisten kommen aus Leipzig und aus dem Gebiet der Sorben. Sie haben sich mit dem Motto des Treffens beschäftigt: „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ - eine der Seligpreisungen aus der Bergpredigt, passend zum „Jahr der Barmherzigkeit“, das der Papst verkündet hat.

Auch nach der aktuellen Politik der nationalkonservativen polnischen Regierung und der Rolle der katholischen Kirche, zu der sich 92 Prozent der Bevölkerung bekennen, hätten die Jugendlichen gefragt, berichtet Diözesanjugendpfarrer Ralph Kochinka. „Sie haben schon mitbekommen, dass sich das Land gegenüber Flüchtlingen abschottet.“ Er habe sogar von einzelnen Jugendlichen gehört, die das mit großen Bedenken sähen und deswegen nicht mitgefahren seien.

Im offiziellen Programm ist zumindest ein internationales Jugend-Hearing mit der Überschrift „Gemeinsam für eine gerechte Welt“ geplant. Ob das Thema dort zur Sprache kommt, ist offen. „Aber die Jugendlichen werden sicher in Gesprächen am Rande von sich aus darauf kommen“, so Kochinka.

Spürbar werde es für sie bereits bei der Einreise: An der Grenze seien verstärkte Kontrollen zu erwarten. „Das löst natürlich Fragen aus.“

Auf den Weg ins Nachbarland haben die Jugendlichen erste Sprachtipps mitbekommen. „Ich werde mir auch noch ein paar Worte Polnisch aneignen“, sagt Christina Händler. „Wenigstens Bitte, Danke und Hallo sollte man sagen können. Der Rest kann mit dem Herzen gesprochen sein.“

Etwas Erfahrung hat Christina Händler bereits. Es ist ihr fünfter Jugendtag, den sie mit organisiert. In Köln, in Australien, in Spanien ist sie dabei gewesen; zuletzt in Rio.

Eine ihrer Erkenntnisse ist, dass genügend erwachsene Begleiter dabei sein sollten, um für seelsorgerliche Gespräche zur Verfügung zu stehen.

Solche Großtreffen seien außergewöhnliche Erfahrungen. „Große Menschenmengen, fremde Sprachen - da sollte keiner alleingelassen werden. Schließlich hängen Glaubensthemen eng mit Lebensthemen, etwa Beziehungen zusammen. Dort hat man Zeit, darüber nachzudenken. Manchmal wühlt das auf.“

Hinzu kommt die Begegnung mit ganz anderen Arten, seinen Glauben zu praktizieren. „Wenn die Jugendlichen sehen, wie und wie oft Katholiken zum Beispiel aus Polen oder aus Südamerika beten, kann das für sie bereichernd sein. Es ist aber immer auch eine Anfrage an mich selbst: Wie steht es mit meiner Christusbeziehung?“ Jeder bekommt ein Tagebuch mit auf die Pilgerreise. In der Sturzflut an Eindrücken sollen sie kostbare Momente, offene Fragen und gute Ideen festhalten. „Damit das über diese Tage hinaus trägt.“

Die Motive, mit denen sich Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren aus Sachsen und Ostthüringen auf den Weg zu diesem Treffen machen, sind mannigfaltig. Der eine freut sich auf heitere und bereichernde Begegnungen mit Menschen aus aller Welt. Die andere möchte Polen ein wenig besser kennenlernen und ihren Glauben vertiefen. Vor allem aber reizen Internationalität und die große Gemeinschaft - gerade in Sachsen, wo Christen insgesamt eine Minderheit und Katholiken einen noch kleineren Teil der Bevölkerung bilden. „Hier sind die Jugendlichen damit oft allein und müssen sich gegenüber anderen für ihren Glauben rechtfertigen. Bei diesem Treffen sind sie mal nicht in der Sonderrolle, sondern mit ganz vielen Gleichgesinnten zusammen.“

Über das Internet könnten junge Leute heute zwar Kontakte in alle Welt halten. „Aber Begegnung ohne Medium, das reale Erleben, hat doch noch eine ganz andere Dimension. Man muss sich auf ein Sprachgewirr einlassen, aber das kann ganz spannend werden.“

Start in Dresden ist am 20. Juli mit einem Gottesdienst 10 Uhr in der Kathedrale (Katholische Hofkirche). Die jungen Katholiken aus der Partnerdiözese Köln sind mit dabei. Um die 900 werden sie dann sein und schon mal vorab einen Hauch Weltjugendtags-Feeling verbreiten.

Krakau biete eine ermunternde Kontrasterfahrung zur eigenen Minderheitensituation: „Dort erleben wir Weltkirche hautnah, begreifen, dass wir eine ganz große Gemeinschaft sind. Das stärkt.“

Von Tomas Gärtner

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