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Regional Von Winnetou bis Zorro: Drei Premieren und ein Dauerbrenner auf der Felsenbühne Rathen
Nachrichten Kultur Regional Von Winnetou bis Zorro: Drei Premieren und ein Dauerbrenner auf der Felsenbühne Rathen
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09:10 27.03.2018
Gero Wendorff spielt Diego de la Vera, genannt „Zorro“. Bei den anstehenden Felsenbühnen-Inszenierungen kann er sich richtig austoben. Quelle: Landesbühnen Sachsen / Martin Reißmann
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Dresden

 Historisch bedeutsame Stoffe, authentische Regionalgeschichten oder die zeitlosen Helden berühmter Autoren wie Karl May oder die Brüder Grimm – es gibt wohl keinen geeigneteren Ort als die Felsenbühne in Rathen, um bei einem lauen Sommerlüftchen den kleinen und großen Abenteuern zu lauschen, die das Landesbühnen-Ensemble und/oder Gäste auch in diesem Jahr wieder auf die Freiluft-Bretter bringen. Und es steht ein besonderes Jubiläum an: 80 Jahre Karl May auf der Felsenbühne. Bereits 1938 ritten Winnetou und Old Shatterhand im „Schatz im Silbersee“ in Rathen – es sollen überhaupt die allerersten Aufführungen gewesen sein.

Umbau in zwei Jahren möglich

Landesbühnenintendant Manuel Schöbel und sein Team um Chefdramaturg Marcus Grube und Felsenbühnenmanager Andreas Gärtner stellen deshalb rund um den Dauerbrenner „Winnetou I“ ein umfangreiches und vielfältiges Programm mit Bewährtem und Neuem für die aktuelle Spielzeit auf die Beine. Es geht Schlag auf Schlag: Drei Premieren, vier Gastspiele und insgesamt 85 Vorstellungen für Jung und Alt gibt es – „solange das Wetter mitspielt“, erklärt Gärtner. 2017 besuchten rund 58 000 Besucher das Naturtheater in Rathen, ein akzeptables, aber „mittelprächtiges“ Ergebnis, wie der Felsenbühnenmanager konstatiert. Ein konstantes Sommerhoch habe gefehlt, nun hofft man auf ein solches in diesem Jahr.

Noch ein Grund für den Reigen an Premieren und Aufführungen sei die Tatsache, dass die Felsenbühne in Rathen möglicherweise in zwei Jahren umgebaut und erneuert werden soll. „Deshalb wollen wir dem Publikum jetzt noch einmal so richtig etwas bieten“, so Schöbel. Derzeit befinde man sich mit dem Freistaat Sachsen in „konstruktiven Gesprächen“ über eine Sanierung der Felsenbühne.

Den Anfang der Spielzeit macht am 12. Mai das Kindermärchen „Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen“ (ab sechs Jahren), geschrieben von Manuel Schöbel nach den Brüdern Grimm. Laut Marcus Grube eine kleine Herausforderung, das Publikum auch bei Tageslicht das Gruseln zu lehren. „Aber da sind wie kreativ“, so der Chefdramaturg. Ansonsten stehen für den Nachwuchs wie im Vorjahr „Schneeweißchen und Rosenrot“ (ab fünf Jahren) sowie „Die goldene Gans oder Was wirklich kleben bleibt“ (ab sechs Jahren) und „Die Sonne“ für die Kleinsten auf dem Programm.

Zorro seilt sich vom Felsen ab

Der nächste Höhepunkt wartet dann bereits am 8. Juni, wenn „Das Geheimnis der Hebamme“ per Inszenierung auf der Freilichtbühne gelüftet werden soll. Die Bestseller-Serie der Autorin Sabine Ebert (über 2,5 Millionen verkaufte Bücher und 2014 durch die ARD in einem Zweiteiler verfilmt) wird von Odette Bereska für die Bühne adaptiert und schließlich von Manuel Schöbel selbst inszeniert. Für den Intendanten ein ganz besonderes Stück, es spiele schließlich im Raum Meißen und sei deshalb durch seine Historizität und den Lokalkolorit bestens geeignet für die Kulisse der Felsenbühne.

Dennoch sei man sich nicht sicher, ob „Das Geheimnis der Hebamme“ wegen seines authentischen und historischen Stoffes auch vom Publikum – das sonst eher Abenteuerliches von Winnetou und Co. gewöhnt ist – angenommen wird, so Schöbel. Doch Umfragen unter den Landesbühnen-Gästen sowie der rege Zuspruch der Belegschaft hätten schließlich für die Entscheidung gesorgt, dss Stück auf der Felsenbühne zur Premiere zu bringen. Der Verein „Mark Meißen 1200“ ist bei diesem Schauspiel behilflich, nicht nur mit der Bereitstellung von Ausrüstung und Kostümen, sondern auch mit der „notwendigen Expertise für Dinge und Geschehnisse dieser Zeit“, um dem Publikum ein möglichst authentisches Vergnügen zu bereiten, erklärt der Intendant.

Er wird mit „Zorro“ (Premiere 22. Juni) zudem wieder ein Musical nach Rathen bringen, natürlich an die Naturbühne angepasst. „Die Landschaft ist perfekt nutzbar, vor allem für Szenen, die auf der Bühne im Theater an ihre Grenzen stoßen.“ Heißt, Zorro wird sich von Felsen abseilen, geschwind durch die Gegend reiten und Henkersstricke in Originalgröße durchschneiden. Die Einbindung von Musicals in das Programm sei wichtig, um vor allem jüngere Generationen für die Felsenbühne zu gewinnen, erklärt der Intendant.

Winnetou-Fest am 19. Mai

Doch zum Karl-May-Aufführungsjubiläum darf natürlich der Klassiker aus der Feder von Olaf Hörbe nicht fehlen: „Winnetou I“ läuft ab Pfingsten insgesamt 13 Mal und damit häufiger als alle anderen Stücke. „Das ist ganz klar unser Dauerbrenner und hatte auch im vergangenen Jahr die höchste Auslastung“, so Felsenbühnen-Chef Andreas Gärtner. Rund um den Auftakt am 19. Mai organisieren die Landesbühnen gemeinsam mit dem Kurort ein großes Winnetou-Fest in Rathen, Autogrammstunden mit ehemaligen Akteuren wie Herbert Graedtke oder Jürgen Haase inklusive. Schirmherr des Festes ist Winnetou-Legende Gojko Mitic.

Ausklingen wird die Felsenbühnen-Spielzeit am 2. September mit Carl Orffs „Carmina Burana“. Ebenfalls im Repertoire: „Der Freischütz“ ( ab 2. August) und die Gastspiele „Der Traumzauberbaum – Das Geburtstagsfest“ (28. Juli) und „Der Traumzauberbaum und Mimelitt“ (7. August), ein Konzert des Sächsischen Bergsteigerchores (5. August) sowie Uwe Steimle mit „Zeit heilt alle Wunden“ (19. August).

Es gibt noch einen weiteren Grund zur Freude für alle Besucher der Felsenbühne Rathen: Der obere Abschnitt des teilweise beschwerlichen Weges hinauf zur Bühne ist fertig saniert und nun gepflastert und beleuchtet. Die Verbesserung des größeren unteren Abschnitts des rund 500 Meter langen Weges soll dann zur Spielzeit 2019 abgeschlossen sein.

Spielplan, Tickets und Preise: www.landesbuehnen-sachsen.de/felsenbuehne-rathen/spielplan

Von Sebastian Burkhardt

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