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Von Emo zu Indie-Rock - Die Dresdner Band Mikrokosmos23 ist für den New Music Award nominiert

Von Emo zu Indie-Rock - Die Dresdner Band Mikrokosmos23 ist für den New Music Award nominiert

"Mikrokosmos23 ist eine deutsche Emo-Band." So steht es bei Wikipedia, und so war es auch mal. "Ich weiß nicht, wer den Eintrag über uns geschrieben hat. Das Label Emo werden wir dadurch einfach nicht los", berichtet Tom Pätschke, Schlagzeuger der Band.

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Tom Pätschke, Steffen Oks, Peter Löwe und Mathias Starke (v.l.)

Quelle: PR

Weiterhin gehören Peter Löwe (Gesang/Gitarre), Steffen Oks (Bass) und Mathias Starke (Gitarre) zu der 2005 in Meißen tatsächlich als Emocore-Formation gegründeten Band. Der "Core"-Anteil sank jedoch mit jeder Veröffentlichung. Wenn es unbedingt eine Schublade sein soll, bevorzugen die Jungs derzeit Indie-Rock. Eingängiger deutschsprachiger Rock prägt die aktuelle Platte "Alles lebt. Alles bleibt." (2013, Unter Schafen Records), selten kommt die im Lauten doch recht gewaltige Stimme Löwes zum vollen Einsatz.

"Wir haben extrem viel dazugelernt. Mit der künstlerischen Erfahrung wächst auch der eigene Anspruch", erklärt Pätschke die musikalische Wandlung. Und so sind "Alles lebt. Alles bleibt." und auch der Vorgänger "Memorandum" weniger laut, dafür umso vielseitiger. Intelligente deutsche Texte gepaart mit zupackenden Melodien voll stilistischer Fein- und Freiheiten prägen die neuen Songs. Ein Großteil der Fans aus Emo-Zeiten ist die Entwicklung klaglos mitgegangen, so Pätschke.

In diesem Jahr haben die vier jungen Musiker - alle Anfang bis Mitte 20 - schon etliche Kilometer absolviert. Die Record Release Party im Ostpol im Januar war ausverkauft. Danach ging es auf Tour, das neue Album im Gepäck. Die arbeitenden Bandmitglieder opferten ihren Jahresurlaub, um bis Ende Juli 35 Konzerte überall in der Bundesrepublik und einmal in Wien zu spielen. Bis Anfang September gönnten sich die Jungs eine Konzertpause. Luft holen, Semesterferien genießen, Hausarbeiten nachholen, arbeiten gehen - das alles muss neben der Musikkarriere stattfinden. Im Herbst werden bereits wieder weitere Gigs folgen. In Dresden sind die vier am 19. November in der Scheune zu erleben.

Konzerte vor 200, 300 Leuten sind die gewohnte Größenordnung für die Jungs. Doch das könnte sich vielleicht bald ändern, denn Mikrokosmos23 sind für den New Music Award 2013 nominiert. Die jungen Radioprogramme der ARD haben sich neun der "vielversprechendsten musikalischen Talente" der Bundesrepublik ausgeguckt, die sich am Sonntag zum Abschluss der Berlin Music Week vor ausgewähltem Publikum präsentieren dürfen. "Das ist eine tolle Möglichkeit, uns auf einem Treffen der Musikindustrie zu zeigen", so Pätschke. "Alle, die bisher gewonnen haben, sind groß geworden." Bestes Beispiel: Kraftklub auf Chemnitz. Die acht Konkurrenten um den Award kommen fast alle aus der Sparte HipHop. "Harte Konkurrenz", lautet die Einschätzung Löwes über die Mitbewerber: "Wir werden einfach unser Bestes geben", erklärt Pätschke die Strategie. "Radio Sputnik ist unser Förderer, die setzen also Vertrauen in uns", ergänzt wiederum Löwe. Das macht ihn schon ein bisschen stolz.

Und in die Sache mit der Berühmtheit werden die jungen Männer hineinwachsen, da sind sie sich sicher. Interviews geben? Mittlerweile kein Problem mehr. Allerdings: "Fernsehinterviews finde ich immer noch schwierig. Während man Intelligentes sagt, muss man immer auch gut aussehen", gibt Pätschke schmunzelnd zu bedenken.

Nach der Kurztournee im Herbst wollen sich die vier an ein neues Album wagen. Dabei könnte Überraschendes passieren. "Wir wohnen dann erstmals alle wieder in einer Region und haben richtig Zeit zum Proben und Ausprobieren", erzählt Löwe. Mit dem neuen Bassisten Steffen Oks könnte zudem neuer Input aus den Bereichen Jazz und Bigband in die musikalische Gestaltung einfließen. Leben können die Jungs nicht von ihrer Musik. "Aber das wäre schon toll und eine ungeheure Erleichterung", so Löwe. "Wir arbeiten hart daran."

iWettbewerbshöhepunkte am Mo 20.15 Uhr auf Einsfestival

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2013

Franziska Schmieder

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