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Regional Von Dresden nach Mexico und zurück - Ein Saxofonist kehrt Heim
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17:34 09.09.2015
Ein "Erzähler des Jazz": Nach einem langen Ausflug nach Mittelamerika spielt Saxofonist Michael Schulz seine "Schulzmusik" auch wieder in Dresden. Quelle: Hein-Glueck

Für Aufsehen sorgten seine musikalisch-literarischen Ausflüge ebenso wie die hin zur bildenden Kunst.

Nur spielen? Grenzen zu überschreiten, das ist Michael Schulz aber auch im ganz realen Sinne wichtig. Er wolle sich ausprobieren, um zu erfahren, wie seine Kunst anderswo wirkt, er reise aber auch, um fremde Einflüsse aufzunehmen und sie mit seinem Werk zu verschmelzen. Nach Ausflügen und musikalischem Zusammenspiel etwa im Norden und Süden Europas, aber auch in den USA sowie in Korea, zog es den Dresdner Musiker jetzt für ein ganzes Jahr lang nach Mexiko. Mit frischen Eindrücken kommt er nun aus Mittelamerika wieder zurück und präsentiert in mehreren Konzerten neue Spielarten.

Und wie er spielt! Wenn Michael Schulz zum Saxofon greift, geht die Post ab. Spröde Töne und immer wieder die Suche nach ganz besonderen Hörerlebnissen. Ungebremste Energie, gepaart mit hoher Fingerfertigkeit, so gebiert er einen am treffendsten mit Schulzmusik zu umschreibenden Klang. Auch das Auditorium gerät so rasch an die Grenzen zur Atemlosigkeit.

Spielen und lernen und lehren: Mit Schulzmusik tourte der sächsische Künstler quer durch Mexiko, er gab Konzerte, unterrichtete Bläserklassen in Mexico-City und spürte natürlich auch mittelamerikanischen Besonderheiten nach, um sie in seinen musikalischen Kosmos einfließen zu lassen. Gemeinsam mit dem Drummer Carlos Chaves und dem Bassisten Victor Rincon gründete Schulz das Trio CSR und nahm in seiner zwölfmonatigen Wahlheimat die CD "Mictlan (Zwischen den Welten)" auf, die in Kürze erscheint.

Spielen in Dresden: Nach diesem langen Ausflug gibt es nun endlich wieder die Möglichkeit, Schulz mit Schulzmusik live in Dresden zu erleben: Am Mittwoch wird der Saxofonist gemeinsam mit dem Dresdner Pianisten Wolfgang Torkler im Kulturhaus Loschwitz aufspielen. Der literarisch geprägte Ort ist sicher kein Zufall, schließlich gilt Torkler eher als "Lyriker" des Jazz, während Schulz doch mehr als "Erzähler" in Erscheinung tritt.

Spielen und tanzen: Nur zwei Tage später gibt der weltreisende Musiker in der Galerie am Plan in Pirna ein "Borderline"-Konzert, bei dem sowohl der Schlagzeuger Mario Meusel als auch die Tanzperformerin Ka Dietze mitwirken werden. Der Titel ist Programm, denn die drei Künstlerfreunde werden spielend und tanzend akustische Grenzregionen ausschreiten. Im Anschluss an dieses Konzert ist das Publikum inmitten der aktuellen Ausstellung (Christine Wahl und Ulrike Pisch) zu einem Podiumsgespräch geladen. Mitte September schließlich gibt es im Dresdner Jazzclub Tonne ein interkontinentales Jazzabenteuer, das Michael Schulz zusammen mit dem US-Amerikaner Todd Clouser an der Gitarre und dem an der hiesigen Musikhochschule lehrenden Pianisten/Keyboarder Jochen Aldinger bestreitet. Aus ihren Vornamen haben sie den Bandnamen Mictlan zusammengewürfelt. Eine minimalistisch exzessive Musik ist versprochen.

Schulz will nur spielen? Schulz will immer nur spielen! Das ist so ansteckend wie heilsam.

Termine: 27.8., 20 Uhr, Kulturhaus Loschwitz; 29.8., 20 Uhr, Galerie am Plan, Pirna; Jazzclub Tonne; 13.9., 21 Uhr, Jazzclub Tonne www.schulz-saxophon.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.08.2014

Aldo Lindhorst

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