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Regional Vom Kuhstall in den Schlachthof: LaBrassBanda spielen in Dresden
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17:26 09.09.2015

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Dennoch begeistert die achtköpfige Blasmusik-Gruppe um Frontmann Stefan Dettl aus der kleinen Gemeinde Übersee spätestens seit ihrem 2013 erschienenen Album "Europa" ein breites Publikum und ist vor allem live immer für Überraschungen gut. Am Montag spielen die acht jungen Männer von LaBrassBanda im Alten Schlachthof Dresden. Im Gepäck haben sie ihr im September erschienenes Album "Kiah Royal", oder einfach übersetzt: die royalen Kühe.

Der Titel kommt natürlich nicht von ungefähr, hat freilich einen tieferen Sinn. Denn die Aufnahmen führten die Band zu einem offensichtlich sehr freundlichen Bauern in Höllthal an der Alz, der dem Oktett einen ganz besonderen Raum und ganz besondere Zuschauer für die Produktion des Albums zur Verfügung stellte: Einen Kuhstall samt der 80 darin lebenden Kühe. Und nein, das ist jetzt kein Scherz, sondern Tatsache - wenn auch, zugegebenermaßen, eine sehr originelle und witzige. Doch wie kommt eine Band dazu, im Kuhstall zu spielen, fragen sich jetzt wohl die meisten Leser. Die Idee und die Lust darauf, sich mal von einer ganz anderen, ruhigen Seite zu präsentieren und ein stromloses, akustisches, unverstärktes Konzert aufzunehmen, trug LaBrassBanda nach eigenen Angaben schon länger mit sich herum. Für so ein Konzert ein hübsches kleines Theater anmieten oder an einem lauschigen Plätzchen ein gemütliches Open Air zu spielen - Möglichkeiten hätte es vermutlich viele gegeben. "Aber uns war klar", sagt Stefan Dettl, "wenn wir vor Leuten spielen und die uns anpushen, dann geht das nicht. Da sind wir sofort infiziert und geben die Energie zurück, und dann geht's dahin. Wir brauchen ein Publikum, das uns null anstachelt. Und das wären Kühe."

Und so war die Aufgabenstellung für Dettl und seine Band gesetzt: So schön und leise und gut Musik machen, dass es Wulmoll, Humpe, Valetta, Oasis und den anderen 76 Kühen gefällt. Wild pulsierende Stücke wurden konsequent umarrangiert, der Band jegliche Elektrik entzogen - Kontra- statt E-Bass, Ukulele, Akustik- statt E-Gitarre. "Wir haben vier Wochen geprobt und sind immer leiser geworden, von Tag zu Tag. Und am Ende waren wir so leise, dass die Gesangsstimme quasi das lauteste Instrument war und wir komplett unverstärkt spielen konnten." Insgesamt zwölf LaBrassBanda-Originale von der "Autobahn" über den "Keine Sterne in Athen" bis zum "Roten Hoserl" erscheinen in teils völlig neuem Klanggewand. So ist beispielsweise der Titel "Bauersbua" in einer sehr ruhigen, sanften und rhythmischen Variante vertreten. Der bayrische Text jedoch ist dadurch auch nicht besser zu verstehen. Aber Stefan Dettl sagte ja bereits vor einem Jahr im DNN-Interview folgendes: "Unsere Texte sind selbst für Bayern nicht immer verständlich. Ich kann aber nur Dialekt. Auf Englisch oder auf Hochdeutsch zu singen, würde mich unheimlich nervös machen, weil ich manchmal nicht weiß, wie ich ein Wort aussprechen soll." Umso verständlicher ist dafür der Song "Der Mond". Dafür ist aus Hamburg extra Rocko Schamoni angereist, um mit der Band seinen Hit vor die Kühe zu bringen - ein Titel, der wirklich zum Träumen einlädt. Doch natürlich ist "Kiah Royal" am Ende keine Schmuseplatte geworden. Titel wie "Nackert", "Bierzelt" oder "Schweden" laden immer noch zum fröhlichen Schunkeln und Tanzen ein und versprühen einfach gute Laune.

Übrigens: Die speziellen Konzertgäste der Aufnahmen haben im Nachhinein noch eine ganz besondere Würdigung erfahren: Im Booklet zu "Kiah Royal" sind Pulsa, Venus, Vinka, Waschel, Sindra und wie sie alle heißen mit Portraitfotos verewigt.

LaBrassBanda, Montag, 20 Uhr, Alter Schlachthof, Tickets ab 32 Euro gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.11.2014

Nadine Steinmann

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