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Regional Vielseitiger Auftakt der 25. Tanzwoche Dresden
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10:48 21.04.2016
Ein Männer-Duett der besonderen Art in der Choreografie „24-37“ von David Blazquez. Quelle: Anastasiya Bobrykova
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Dresden

Es ist absolut rechtens, wenn Julius Skowronek als einer der Begründer und diese in Höhen wie Tiefen Forcierender zur Ankündigung der nun schon 25. Tanzwoche Dresden davon spricht, sie habe seit 1992 wesentlich dazu beigetragen, die Tanzszene in Dresden zu fördern und zu unterstützen. Daran muss man immer wieder deutlich erinnern, wenn es weiter gehen soll und kann. Denn „Von nichts kommt nichts“. Das wussten schon die alten Römer.

Der Start zur 25.Ausgabe war möglicherweise für manche nicht eben spektakulär, aber doch durchaus sympathisch, und lässt erkennen, was beispielsweise wichtig ist, wenn es nicht nur darum geht, Maßstäbe zu setzen, sondern ebenso den Humus für Tanzfreunde und -freude zu bereiten. Da haben junge Tänzer der Jugendkunstschule Dresden in schönster Partnerschaft mit Hortkindern aus Gorbitz über Stationen der Hauptstraße vom Goldenen Reiter bis zur Dreikönigskirche gezeigt, dass zum Spielen eben auch Bewegung dazu gehört. Und wie viel Spaß es machen kann, Freiräume zu erkunden oder sich in diversen Rahmen zu positionieren, sie zu durchsteigen. Witzig ist zudem, dass bei dem Parcours Begleiter dabei waren, die mit dem gelb-schwarzen Warnschild „Vorsicht! Spielende Kinder“ für ein besonderes Aufmerken sorgten.

Im Projekttheater waren in der Folge „kurz & gut I“ gleich fünf Produktionen zu erleben, bei denen glücklicherweise der Tanz im engeren und im weiteren Sinne in keiner Weise zu kurz gekommen ist. Was ja zuweilen nicht immer selbstverständlich scheint. Im Auftreten vom Krepsko Teatr aus Prag beispielsweise spielte sich das Geschehen in einem übervoll mit Wasser gefüllten Aquarium ab, in das eine Art Stabpuppe in voller „Festrobe“ eingetaucht ist, die von dem Spieler zu Leben erweckt wird. Eine Undine, eine Seejungfrau, was auch immer, und wenn sie im Wasser kreist, sorgt das für besondere Bewegungen, Effekte. Der Zauber verliert sich, wenn sie aus dem vertrauten Spielraum gezogen wird. Eine Metapher, die es in sich hat.

Wo doch schon die Rede von Maßstäben war – da haben die beiden Gäste aus Hannover mit ihrem Duett „24-37“ tatsächlich Qualitäten in jeglicher Hinsicht gezeigt. David Blazquez und Denis Piza sind ganz wunderbare Tänzer mit einem besonderen Gefühl für Zeit und Raum, und wie sie dabei mit einem Tisch umgehen, ihn zum gemeinsamen Podium machen oder zum trennenden Objekt, das ist absolut sehenswert. Da scheint es schon fast programmatisch, dass dieser bei ihren Aktionen halbwegs in die Brüche geht. Und dennoch durchhält, wenn zum Schluss der eine den anderen darauf bettet.

Auf ihre Weise ungewöhnlich sind ebenso Tine Schmidt (noch bestens von der Palucca Hochschule in Erinnerung) sowie Morgan Reid mit „Wrinkle Maze“, einem Stück von Phase-Zero Productions, ansässig im Umfeld von Leipzig. Das ist, auch in einem so speziellen Saal wie im Projekttheater und damit ganz aus der Nähe, gut anzuschauen, nutzt ein besonderes, zeichenhaftes Bewegungsvokabular, das sich auch schnell abnutzen kann, wenn es zu vordergründig eingesetzt ist. Dieser Gefahr, zumal es um Gefühle und Bindungen geht, entkommen die Tänzer nicht völlig. Aber das mindert beileibe nicht die Neugier darauf, noch mehr von ihnen und ihren Partnern sehen zu wollen. Und dafür bietet eine nachfolgende Tanzwoche doch gute Möglichkeiten.

Was sich auch von den weiteren Produktionen bei der diesjährigen ersten Folge von „kurz & gut“ sagen lässt. Bei „Golden Hours“ von Chiara Detscher beispielsweise, die hier auch mit dem vielseitigen Musiker Detlef Hutschenreuter zusammenarbeitet. Oder bei dem Stück „Wahre Lüge“ von Lars Reinschmidt. Die Palucca Hochschule für Tanz Dresden lässt grüßen. Aus der Nähe und Ferne. Das ist durchaus eine gute Nachricht.

Von Gbariele Gorgas

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