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Vielfältiges Programm beim von den DNN präsentierten „Offenes Palais“

Cantaderas, Aguinaldos und anderes Liedgut Vielfältiges Programm beim von den DNN präsentierten „Offenes Palais“

Am 5. September bringt das Cantaderas-Quartett in der vom Förderverein Palais Großer Garten veranstalteten und von den DNN präsentierten Reihe „Offenes Palais“ mittelalterliches Repertoire wie die berühmten „Cantigas de Santa Maria“ und „Cantigas de Amigo“ zur Aufführung.

Demian Kappenstein ist am Dienstag einer der Protagonisten im Palais im Große Garten.
 

Quelle: Gili Shani

Dresden.  Im Mittelalter, das mitnichten so dunkel war, wie so manche heutige Zeitgenossen meinen, waren Cantaderas Gruppen von Frauen, die besoldet als Sängerinnen, Instrumentalistinnen und Tänzerinnen Feste bereicherten oder Fremde begrüßten. Durch mündliche Überlieferung haben sich zahlreiche Lieder erhalten, die ausschließlich von Frauen gesungen werden. Die Cantaderas von heute – das ist ein Ensemble von vier Frauen, die sich der Tradition der Cantaderas verschrieben haben. Sie führen dabei Verschiedenes zusammen, singen weltliche wie geistliche Lieder, Fruchtbarkeits- ebenso wie Mariengesänge, Lieder der provençalischen Troubadours oder solche aus der Schule von Nôtre Dame, Gesänge zu rituellen Abläufen oder Prozessionen.

Am 5. September bringt das Cantaderas-Quartett in der vom Förderverein Palais Großer Garten veranstalteten und von den DNN präsentierten Reihe „Offenes Palais“ mittelalterliches Repertoire wie die berühmten „Cantigas de Santa Maria“ und „Cantigas de Amigo“ zur Aufführung, wobei die Damen die mittelalterlichen Cantaderas hier und da mit verschiedenen Perkussionsinstrumenten begleiten.

Das erste Konzert nach der Sommerpause steigt aber schon am Dienstag unter dem Motto „Weit“ im Palais im Großen Garten, zu Gehör gebracht wird eine Suite für Schlagzeug, Elektronik und Fotografie. Demian Kappenstein spielt Schlagzeug, der Medienkünstler Benjamin Schindler zeigt Fotos aus den verschiedensten Ländern, die größtenteils abseits vom Pauschaltourismus liegen, etwa Zimbabwe und Pakistan. Kappensteins Instrumentarium besteht neben herkömmlichen Trommeln auch aus Entdeckungen vom Schrottplatz und kurzgeschlossenem Elektrospielzeug. Der Medienkünstler Benjamin Schindler wirft im Konzert die auf den Reisen entstandenen Fotografien auf eine zwei Meter große Skulptur.

Am 10. Oktober wird im Palais im Großen Garten ins „Fegefeuer der Eitelkeiten“ entführt, wobei neben Musik der Reformationszeit auch Texte, Puppenspiel sowie szenische Aktionen jene Welt lebendig werden lassen sollen, aus der heraus die Reformation ihren Lauf nahm. Protagonisten treten auf und ab, historische Stimmungshintergründe werden in faszinierender Weise erfahrbar. Chansons, Frottole, Motetten – Klänge, die mit Kaiser Karl V. oder Papst Leo X. verbunden sind, aber auch die beißenden Satiren eines François Rabelais finden Platz und stehen der Musik von Komponisten wie Heinrich Isaac, Josquin des Prez oder auch Antonio Scandello gegenüber.

Den Abend bestreiten Günther Lindner (Puppenspiel und Ausstattung), June Telletxea (Sopran), Christoph Burmester (Tenor), Thomas Friedlaender (Zink und Schlagwerk), Andreas Arend (Laute) sowie Niklas Trüstedt (Viola da Gamba und Sprecher).

„Wie der Tau die Blumen tränkt“ lautet der Titel der 190. Veranstaltung der Reihe am 14. November, bei der anlässlich des 200. Todestages von Johann Franz Xaver Sterkel Lieder und Gedichte aus Klassik und Romantik erklingen. Sterkel schrieb neben deutsch- und italienischsprachigen Liedern eine Oper, zehn Sinfonien, zwei Ouvertüren, Kammermusik, geistliche Musik und Vokalmusik, dazu ein umfangreiches Klavierwerk mit Kompositionen zu zwei und zu vier Händen. Für Erzbischof Karl Theodor von Dalberg leitete er ab 1802 die Hofmusik in Aschaffenburg, 1811 wurde ein gewisser Carl Maria von Weber dort beim „berühmten Sterkel“ vorstellig.

Und am 12. Dezember bringt das auf mittelalterliche Musik spezialisierte Ensemble Ala Aurea unter dem Motto „Senhora del mundo“ Advents- und Weihnachtslieder von der iberischen Halbinsel und aus Südamerika zu Gehör. Maria Jonas (Gesang, Drehleier), Susanne Ansorg ( Fidel, Glocken, Citole) und Thomas Friedlaender (Zink, Schlagwerk) ermöglichen den Zuhörern, die Bekanntschaft mit „Aguinaldos“ zum machen, ganz besonderen Advents- und Weihnachtsgesängen: Vor allem die Aguinaldos venezolanos sind auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent berühmt und werden überall gesungen.

Vorstellungen: immer 14.30 und 19.30 Uhr

Vorbestellung: Tel. 0351 - 803 39 14

Karten an der Tageskasse: 14,50 Euro, ermäßigt 12,50 und 5 Euro (am 12. Dezember: 17, 15 und 8) Euro

www.offenes-palais.de

Von Christian Ruf

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