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Vertonte Bergbaugeschichte: "geo-sounds" auch in Dresden

Vertonte Bergbaugeschichte: "geo-sounds" auch in Dresden

Es ist noch nicht einmal fünfzehn Jahre her, da war der Berzdorfer See bei Görlitz noch ein hässliches Tagebauloch. Heute lockt dort, wo früher Braunkohle gefördert wurde, ein Naherholungsgebiet mit Badestrand und Golfplatz.

Pia Lorber und Pauline Braune waren zwei Jahre alt, als die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft 2002 mit der Flutung des Tagebaulochs begann. Heute gehören die beiden Mädchen zu mehr als 50 jungen Komponisten, die sich im Rahmen des Projektes "geo-sounds" auch musikalisch mit der Geschichte des Bergbaus in der Region und der Zukunft der Braunkohlelandschaften in Sachsen und Polen beschäftigt haben.

Die Idee dazu stammt vom Verein Flügelschlag Werkbühne, unter dessen Federführung das Großprojekt "geo-sounds" im Herbst 2012 startete. In Zusammenarbeit mit Schulen aus Dresden, Leipzig, Markkleeberg, Krakau und Zgorzelec haben sich die Schüler dabei zunächst in mehreren Workshops mit der Geschichte der Braunkohle in ihrer Heimat befasst. "Der Verein hatte das Projekt in unserer Schule vorgestellt. Ich habe mich mit einer Freundin dann freiwillig gemeldet, weil es für mich so absurd klang, wie man die Geschichte der Braunkohle vertonen soll. Ich wollte mehr darüber wissen", sagt die 14-jährige Pauline Braune aus Markkleeberg.

Binnen eines halben Jahres entstand die erste Komposition über die Entwicklung der Braunkohle. Sie wurde am 22. Mai 2013 vom Mendelssohn Kammerorchester Leipzig aufgeführt und ging am selben Abend noch als Internetkomposition ins Netz. Die Entstehung der Braunkohlelandschaft ist seither im Internet in einem über ein Jahr lang angelegten Musikstück, also bis zum 22. Mai, in verschiedenen Abschnitten zu hören. Je nachdem, wann man die Seite www.geo-sounds.de klickt, befindet man sich dabei in einem anderen Zeit- und Entstehungsabschnitt der Braunkohle.

Der zweite Teil des auf eineinhalb Jahre angelegten Projektes widmet sich nun der Zukunft der Braunkohlelandschaften in unserer Region. In sieben deutsch-polnischen Gruppen haben die Schüler seit September 2013 wieder mehrere Workshops zum Thema absolviert, sind dabei unter anderem auch zum Berzdorfer See gefahren. Anhand dieses Beispiels sollten sie Visionen entwickeln, wie die Landschaft der Braunkohlegebiete - die sich durchaus noch nicht überall zum Erholungsgebiet gemausert hat - in 25 Jahren aussehen könnte. "Wir haben erst einmal alle Ideen gesammelt, auf Zettel geschrieben und zusammengefasst", erzählt Pauline Braune.

"Anschließend haben wir überlegt, wie das klingen könnte, welche Geräusche die Zukunft hat, und haben erste Improvisationen dazu gemacht", ergänzt Pia Lorber aus Leipzig. Sie spielt seit drei Jahren Querflöte, Pauline Braune seit vier Jahren Klavier - das Komponieren hatten beide vor dem Projekt aber noch nie ausprobiert, sagen sie. Mit Unterstützung der Komponisten Carsten Hennig, Knut Müller, Dominik Lewicki, Piotr Peszat und Steffen Reinhold kreierten die Schüler bei wöchentlichen Treffen in ihren Gruppen jeweils kleine Musikstücke, sogenannte "Elements", zu ihren Visionen.

"Es ist wirklich interessant, wie viel man mit einem Instrument machen kann. Ich habe viel auf der Flöte gelernt bei dieser Arbeit", erzählt Pia Lorber noch immer begeistert. Auch die Zusammenarbeit mit dem Orchester sei für sie und Pauline Braune ein Novum, das Lerneffekte birgt. Inzwischen sind die Schüler mit "geo-sounds future" in die Probenphase gestartet. Dazu treffen sie sich, meist am Wochenende, auf dem Gelände der Ostrale in Dresden. Musiziert wird hier allerdings - so viel sei schon verraten - nicht nur mit Flöte und Klavier, sondern auch ein Besen und ein altes Waschbrett stehen als Instrumente bereit.

Die verschiedenen "Elements" werden bei ihrer Uraufführung am 22. Mai an selber Stelle in eine Klang-Labor-Performance verpackt. Zusammen mit dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig präsentieren die Schüler dabei ihre musikalische Expedition in eine nachhaltige Zukunft. Die Kostüme und das Bühnenbild dazu haben die Schüler vom Dresdner Gymnasium Bürgerwiese unter Anleitung der Bühnenbildnerin Franziska Weiske entworfen und gebaut. Besucher sollten, so die Anweisung der Veranstalter, zur Aufführung in weißer oder heller Kleidung erscheinen. Das ganze Projekt wird anschließend, am 24. Mai, auch auf polnischer Seite, im Teatr Laznia Nowa in Krakau uraufgeführt.

Konzertperformance "geo-sounds future", am 22. Mai, 18.30 Uhr in der OSTRALE (Messering 8), freier Eintritt, helle Kleidung erwünscht - und am 24. Mai, 19 Uhr im Teatr Laznia Nowa Krakau

www.geo-sounds.de www.ostrale.de

www.laznianowa.pl

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.05.2014

Nicole Czerwinka

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