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Verführung zum Selbermachen - Ostereierschau öffnet im Dresdner Volkskunstmuseum

Verführung zum Selbermachen - Ostereierschau öffnet im Dresdner Volkskunstmuseum

Bemalt, beklebt, behäkelt, bestickt, beklöppelt, durchlöchert oder gar mit Miniaturhufeisen beschlagen - es gibt unzählige Möglichkeiten, Eier zu verzieren.

Das zeigt die Osterausstellung im Volkskunstmuseum nahe des Goldenen Reiters.

Die Schau läuft zum 20. Mal. Langweilig ist sie trotzdem nicht, denn jedes Jahr holt die Museumsmannschaft neue, interessante Exponate aus ihrem Fundus bzw. zeigt Leihgaben von Menschen, für die das Ostereierverzieren längst zur Leidenschaft geworden ist. Und bei manchen Exponaten kommt man garantiert ins Staunen.

So hat der Ungar Joséf Koszpek aus Szekesfehérvár ein Taubenei mit 89 Hufeisen im wahrsten Sinne des Wortes beschlagen. Das Weltrekordei, das 1998 auch im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet ist, zählt zu den vielen Kostbarkeiten der Sammlung des Volkskunstmuseums. Staunen kann man zum Beispiel auch in den Gesichtern der Besucher lesen, die vor den meisterhaft durchlöcherten bzw. scheinbar ausgesägten und kunstvoll bemalten, hauchzarten Kunstwerken von Ursula Illig aus Neustadt stehen.

"Ganz ehrlich, ich hatte Bammel, als ich die filigranen Eier ausgepackt und in die Vitrine gelegt habe", sagt Direktionssekretärin Elke Birninger. Sie hat ein gewichtiges Wörtchen bei der Eierwahl für die Ausstellung und der Organisation des Begleitprogrammes mitzureden und lädt am Ostersonntag traditionell zum Frühlingsliedersingen ein. Zudem pflegt und erweitert sie die Kontakte zu all den "Freunden des Hauses" - Menschen, die mit ihren Arbeiten nicht nur immer wieder die Ausstellungen des Museums bereichern, sondern sich auch gern über die Schulter schauen lassen. 50 sind es im Verlauf der Schau.

Zu ihnen zählt Ruth Clauß aus Dresden, die sich dem Klöppeln und der Miniaturstickerei verschrieben hat. Fünf Stunden braucht sie, um ein besticktes Ei zu fertigen, dass man dann für sieben Euro haben kann. Der Dresdnerin Ute Sturm haben es Aquarellfarben angetan, mit denen sie Eier - von der Wachtel bis zum Strauß - mit Blumen- oder österlichen Motiven verziert und dann lackiert. Textilgestalterin Barbara Zscheile liebt eher grafische Muster und bringt das auf ihren Ostereiern zum Ausdruck.

"Die Idee unserer Ausstellung ist, zum Selbermachen zu verführen", bringt es Museumsdirektor Igor Jenzen auf den Punkt. Deshalb gibt es die Möglichkeit, unter Anleitung selber Eier zu verzieren. Zudem bietet das Volkskunstmuseum Kurse im Nähen, Spinnen und Schnitzen an.

Zu welcher Fertigkeit man beim Schnitzen gelangen kann, zeigt übrigens eine kleine Sonderschau mit Exponaten des 82 Jahre alten Erhard Kunze aus Meißen. Er verdiente seine Brötchen einst als Zwiebelmuster-Maler in der Porzellanmanufaktur in Meißen. In seiner Freizeit jedoch hauchte er Lindenholzstücken neues Leben ein - z.B. mit der Darstellung von dramatischen Jagdszenen in der afrikanischen Steppe oder dem indischen Dschungel. "Es ist ein Missverständnis, dass Volkskunst nicht ganz erreichte Kunst ist", sagt Direktor Jenzen. Wie wahr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.03.2013

Catrin Steinbach

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