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Umzug in den Kulturpalast kommt ab nächster Woche ins Rollen

Stadtbibliothek Umzug in den Kulturpalast kommt ab nächster Woche ins Rollen

Umzugsfieber in der Stadtbibliothek in Dresden: Ab Montag ist die Zentrale im WTC geschlossen und die Verlagerung in den Kulturpalast kommt im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen.

Direktor Arend Flemming und seine Mitarbeiter haben mit dem Umzug alle Hände voll zu tun.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Der Umzug der städtischen Zentralbibliothek geht in die ganz heiße Phase: Ab Montag ist im World-Trade-Center geschlossen. Pünktlich am 29. April soll im Kulturpalast wieder geöffnet werden. „Wir werden das schaffen“, sagte der Direktor der Städtischen Bibliotheken, Prof. Arend Flemming, am Freitag in Dresden.

Am heutigen Sonnabend sind die Zentralbibliothek im WTC und die medien@age (Waisenhausstraße 8) letztmals geöffnet. Ab Montag wird es ernst. Für den Umzug laufen die letzten Vorbereitungen, dann rollt eine Umzugsfirma mit Containern an die Regale, hebt die Bücher in das rollende Zwischenlager und dann kommt das ganze Gerät auf den Lkw und so zum Kulturpalast. Dort rollen die Container neben das vorgesehene Regal und der Büchersatz landet an seinem stationären Platz. Dass die Zentralbibliothek und die Jugendbibliothek (medien@age) ineinander integriert werden, verkompliziert die Sache etwas, kann das Team um Direktor Flemmig aber höchstens anspornen, wenn alle dem Umzug so entgegenfiebern wie der Chef. „Wir haben extra nochmal geworben, dass viel ausgeliehen wird, damit wir damit nicht umziehen müssen“, sagte er lachend. Von Montag, 20. März, bis Mittwoch, 26. April, können Vormerkungen und Bestellungen in der Bibliothek Neustadt, Königsbrücker Str. 26 abgeholt werden.

So sieht es gerade im Kulturpalast aus

So sieht es gerade im Kulturpalast aus. Hier im 1. Obergeschoss Westflügel wird die Schöne Literatur einschließlich der dazugehörigen Hörbücher untergebracht.

Quelle: Bibliothek/Roman Rabe

300 000 Medien in etwa 1000 Regalmetern ziehen in den Kulturpalast um. „Dann sind wir endlich richtig in der Mitte der Stadt“, freut sich Flemming. Den neuen Standort feiert die Bibliothek mit einem Eröffnungswochenende am 29. und 30. April mit den Dresdnern. „Wir mussten tausend Anträge schreiben, um die Sonntagsöffnung hinzubekommen“, klingt Flemming schon etwas kritischer. Er wünscht sich grundsätzlich freigegebene Öffnungszeiten für Bibliotheken. So weit ist es noch nicht, in der Vergangenheit haben die Politiker mehr für Videotheken und Waschanlagen gekämpft.

Dabei hat Flemming starke Argumente. Der Zuspruch der Bibliotheken in Dresden ist enorm, seit Jahren. Auch im vergangenen Jahr war das so. 5,46 Millionen Entleihungen hat die Stadtbibliothek registriert, das ist zwar ein kleines Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon sind über 200 000 Mal Medien elektronisch geliehen worden, ein Plus von mehr als 20 Prozent. Dresden bewegt sich grundsätzlich auf hohem Niveau. Durchschnittlich 6,75 Mal wird hier jedes Medium ausgeliehen. Mit der Quote liegt die Stadt weit über dem Landesdurchschnitt von etwa 3, der Bundesdurchschnitt ist noch niedriger. Die Renner sind bei der Belletristik Juli Zeh („Unterleuten“), bei Kinderliteratur J.K. Rowling („Harry Potter und das verwunschene Kind“) sowie bei der Sachliteratur Peter Wohllebens „Das geheime Leben der Bäume“. Bei den CD-Roms lag das „Steuer-Sparbuch 2016“ vorn.

„Wenn wir nicht genügend haben, können wir nicht mehr verleihen“, stellte Flemming bei der Bilanz für das vergangene Jahr fest. Da hatte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) schon erklärt, wo sie die Hauptschuld für den leichten Nutzerrückgang sieht. „Durch die Haushaltssperre zu Beginn des Jahres konnten keine neuen Medien beschafft werden.“ Die Erneuerungsquote sei von 8,4 Prozent (2015) auf 7,8 Prozent gesunken. Fehlende Neuheiten schwächen die Nachfrage. Klepsch appellierte an die Finanzpolitiker, eine solche Situation für die Bibliotheken nicht wieder eintreten zu lassen. Sie würden eine „unverzichtbare Rolle für das Gemeinwesen und die Bildungslandschaft spielen“. Die gelte nicht nur für die Vermittlung des Kulturgutes „Buch“ in den 23 Filialen der Stadt, sondern auch für gemeinsame Lese-Projekte mit Museen und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Gern hätte der Bibliothekschef im Kulturpalast den Kontakt zwischen Philharmoniebesuchern und Lesern intensiviert. Da es nicht gelungen sei, drei zusätzliche Stellen für die Zentralbibliothek im Haushalt zu verankern, könnten die Öffnungszeiten dort aber nicht bis 20 Uhr ausgeweitet werden. Ab 2. Mai werde die Zentralbibliothek zumindest von 10 bis 19 Uhr öffnen, personelle Ressourcen hat dafür auch die Umstellung auf die RFID-Technologie geschaffen. Die elektronische Codierung erlaubt automatisierte Prozesse.

Flemming will auch nach dem Umzug in den Kulturpalast die Hände nicht in den Schoss legen und schmiedet schon eine Reihe von Zukunftsplänen. Er denkt an eine neue Filiale auf der „grünen Wiese“ im Südosten der Stadt. Auch eine zweite Fahrbibliothek geht ihm durch den Kopf. Im Herbst sollen in den ersten fünf bis zehn Grundschulen Bibliotheken öffnen, die wie der Hausdienst oder das Projekt Lesestark mit Lesepaten in Vorschulgruppen der Kindergärten und den 1. Klassen ganz stark von vielen engagierten Ehrenamtlern leben werden. An Oberschulen und Gymnasien will Flemming das lieber virtuell betreiben, häufig fehle es aber noch am entsprechenden Ausbau der WLAN-Netze.

Bei all dem weiß Flemming die Kulturbürgermeisterin hinter sich. Annekatrin Klepsch: „Der Erfolg gibt den Projekten der Stadtbibliothek recht.“

http://www.bibo-dresden.de/

Von Ingolf Pleil

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