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Trinationales Austauschprojekt am Landesgymnasium für Musik

Musikalische Brücken Trinationales Austauschprojekt am Landesgymnasium für Musik

Mirjana Rajic wusste schon als Kind, dass sie Pianistin werden will. Die zarte, aber energievolle junge Frau brennt für die Musik – und sie liebt es, diese Leidenschaft an junge Musiker weiterzugeben. Seit 2015 leitet die gebürtige Serbin die Klavierabteilung am Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber und engagiert sich sehr, ihren Schülern mit Meisterkursen oder Konzerten auch außerhalb des Schulbetriebs wichtige Erfahrungen zu vermitteln.

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Mirjana Rajic wollte schon als kleines Mädchen Pianistin werden. Später studierte sie Klavier in Belgrad, München, Weimar und Imola.

Quelle: Matthias Creutziger

Dresden. Mirjana Rajic wusste schon als Kind, dass sie Pianistin werden will. Die zarte, aber energievolle junge Frau brennt für die Musik – und sie liebt es, diese Leidenschaft an junge Musiker weiterzugeben. Seit 2015 leitet die gebürtige Serbin die Klavierabteilung am Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber und engagiert sich sehr, ihren Schülern mit Meisterkursen oder Konzerten auch außerhalb des Schulbetriebs wichtige Erfahrungen zu vermitteln. „Es macht mir Freude zu sehen, wie sich mit Musik junge Persönlichkeiten entwickeln, wie Kinder in Konzerten über sich hinauswachsen können“, sagt Mirjana Rajic. Sie hat selbst die Spezialschule in Belgrad besucht, dann Klavier in Belgrad, München, Weimar und Imola (Italien) studiert, bevor sie ihr Konzertexamen bei Winfried Apel an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber 2005 „mit Auszeichnung“ ablegte.

Den Weg nach Deutschland hat sie von Serbien aus damals ganz bewusst eingeschlagen. Mirjana Rajic hat dabei als Pianistin selbst früh erfahren, wie wichtig der internationale Austausch für junge Musiker ist. „Die Bedingungen an der eigenen Spezialschule sind das eine, aber der Markt ist sehr hart. Es ist daher wichtig, immer wieder Anregungen von außen zu bekommen, sich mit anderen vergleichen zu können“, sagt sie. Ein Anliegen, das sie nun mit einem besonderen transnationalen Projekt am Landesgymnasium unterstützen möchte. Unter dem Namen „Europeen Musicians on Air“, kurz: EMonA, haben sich dazu die Musikgymnasien aus Dresden, Belgrad und Ljubljana zusammengefunden. „Ich bin als Vertreterin der Dresdner Schule einer der drei Organisatoren“, erklärt Mirjana Rajic. Zwar warten die drei Schulen derzeit noch auf die Bewilligung der finanziellen Mittel für das Europaprojekt, doch sind die Ideen zur Realisierung bereits sehr weit gediehen.

Innerhalb von zwei Jahren wollen die Gymnasien ihre Schüler regelmäßig bei Konzerten, Meisterklassen, Wettbewerben und kleinen Festivals in den drei Städten zusammenbringen. Der Höhepunkt soll zum Abschluss die Aufführung eines gemeinsamen Opernprojektes sein, bei dem das Sinfonieorchester des Landesgymnasiums Sachsen spielt. „Das Schöne an dem Projekt ist aber, dass nicht allein Musik im Vordergrund steht, es sind auch Workshops für autogenes Training, Yoga und Managementkurse vorgesehen. Alles Dinge, die den Schülern über das Konzertieren hinaus wichtige Impulse geben“, sagt Mirjana Rajic. Ziel des Projektes sei es zudem, Musik speziellen Publikumskreisen nahe zu bringen. So sollen die Schüler in Ljubljana einen Workshop für Kinder mit Behinderungen gestalten, in Belgrad ist ein Elektroakustik- und Flashmob-Projekt angedacht. Die Dresdner haben sich vorgenommen, die Arbeit mit Flüchtlingen in den Mittelpunkt zu stellen.

In dieser thematischen Breite unterscheidet sich der geplante Austausch erheblich von den regulären Programmen, die das Landesgymnasium anbietet. „Natürlich haben wir Projekte mit Schulen in der Ukraine, in Israel oder Paris und das Musikpodium Dresden–Venedig laufen. Das gehört seit Jahren fest zu unserer Ausbildung“, sagt Mirjana Rajic, „aber eine intensive Zusammenarbeit über zwei Jahre hinweg, wie sie mit EMonA angedacht ist, ist schon besonders.“ Für die Organisation von EMonA ist die Pianistin vor einem Jahr erstmals nach Ljubljana gereist, um das dortige Musikgymnasium und die Kollegen kennenzulernen. Ihr Fazit: „Die Bedingungen sind exzellent, die Ausstattung ist sehr gut und auch das Schulsystem steht unserem in nichts nach.“

Und weil die Vorfreude auf die Zusammenarbeit schon stetig wächst, die Ideen sprießen, der Start im Herbst 2017 aber noch weit ist, wollen die Musiklehrer ihre Kooperation mit einem kleinen Gastspiel schon mal beginnen. Das Sinfonische Orchester des Konservatoriums für Musik und Ballett Ljubljana gibt morgen in Dresden unter der Leitung von Slaven Kulenovic ein Konzert. Auf dem Programm stehen Werke von Weber, Smetana, Dvorák, Popper und Skerjanc. Eine bunte Mischung. „Ich finde es sehr schön, dass sie Stücke aus Slowenien mitbringen und ihre Heimat so präsentieren. Ich spiele auch gern in meinen Konzerten Werke aus Jugoslawien, wie die ‚Balkantänze‘, das gehört ja zum kulturellen Austausch dazu“, sagt Mirjana Rajic, und man spürt ihre Begeisterung für das Projekt. Das geplante erste Konzert war auch ein besonderer Wunsch des Gymnasiums in Ljubljana. Es gibt auf jeden Fall schon einen kleinen Vorgeschmack darauf, was sich in den kommenden zwei Jahren mit EMonA hier noch anbahnen könnte.

morgen, 19.30 Uhr: Konzert des Sinfonischen Orchesters des Konservatoriums für Musik und Ballett Ljubljana im Konzertsaal der Musikhochschule Dresden

www.hfmdd.de/veranstaltungen/veranstaltungen/

Von Nicole Czerwinka

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