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Tolle Effekte, magere Story

Theaterstück „Einmal Weltraum und zurück“ an den Landesbühnen Sachsen Tolle Effekte, magere Story

Im neuen Stück „Einmal Weltraum und zurück“ an den Landesbühnen Sachsen machen sich die Darsteller Kora Tscherning und Caspar Bankert auf eine Reise durch fremde Welten. Während außergewöhnliche Lichteffekte für gute Unterhaltung sorgen, fehlt dem Schauspiel inhaltlich hingegen die gewünschte Tiefe.

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Kora Tscherning und Caspar Bankert auf Entdeckertour

Quelle: Foto: Hagen König

Dresden. Achtung, anschnallen! Das neue Stück der Landesbühnen Sachsen führt in den Weltraum. Und dabei geht es rasant zu. Am Anfang ist die Bühne dunkel, Grillen zirpen, die Geschwister Vicky und Viktor halten Ausschau nach Außerirdischen. Da landet mit einem lauten Knall ein riesiges Spiegelei vor ihren Füßen – und das Abenteuer aus Licht und Schatten beginnt.

Aus den beiden Schauspielern (Caspar Bankert und Kora Tscherning) werden Schattenspieler – sie ziehen sich hinter die große Leinwand zurück und dirigieren jetzt quasi unsichtbar das Geschehen. Die Mittel, die sie dafür wählen, sind einfallsreich und vielfältig. Farbiges Licht wird zu Spielfiguren: Vicky und Viktor haben sich in Minus- und Plus-Zeichen verwandelt und können so das kleine Lichtwesen begleiten, das in ihrem Garten abgestürzt ist.

Wie sich herausstellt, ist die „Kleine Neugier“ auf der Flucht vor den Lichtfressern und möchte gern herausfinden, woher sie kommen und wie man sie aufhalten kann. Auf ihrem Weg zurück ins All entfaltet sich eine wahre Lichtershow vor den Augen der Zuschauer. Der große weiße Kreis auf der Leinwand wird zum Bullauge des Space-Shuttles, durch den die geheimnisvolle Welt des Universums hereinleuchtet. Mit farbigem Licht und beweglichen Schatten zaubern die Darsteller magische Bilder auf die Leinwand.

Nach einem Zwischenstopp auf Pluto, der aufgeheitert werden muss, weil er zu klein für einen Planeten ist, landen die drei Abenteurer in der Stadt der Schatten. „Cool“, raunt es aus dem Publikum, als die Schatten hier plötzlich dreidimensional werden. Voller Spannung verfolgen die jungen Zuschauer den Weg der Lichtwesen durch die Schattenstadt und fühlen sich dabei fast wie im Kino.

Allerdings zeigt sich schon hier eine Schwäche des Stückes aus der Feder von Franziska Merkel: So vielfältig und überraschend die optischen Reize sind, die Geschichte selbst ist inhaltlich relativ eindimensional. Viele Fragen werden kurz angerissen, aber nicht weiter verfolgt. Ist es gut, dass der Mensch Tiere in den Weltraum geschickt hat? Was ist die Zeit? Kann man sie tatsächlich anhalten? Warum gibt es schwarze Löcher?

Und so ist der Besuch der drei Weltraumreisenden in einer Disko mit anschließender rasanter Verfolgungsjagd zwar visuell spannend, die Geschichte vermag aber nicht mehr zu packen. Das ist schade, denn die technische Umsetzung und die Leistung der beiden Darsteller, die eine Stunde lang im Dunklen hocken, um bezaubernde Bilder auf die Leinwand zu werfen, verdient höchsten Respekt.

ab 9 Jahre, nächste Termine: 11. Februar, 17 Uhr (Sternwarte Radebeul), dann wieder Ende Februar, Anfang März; Studiobühne der Landesbühnen Sachsen

www.landesbuehnen-sachsen.de

Von Birgit Andert

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