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Stelzer & Friends huldigen in der Dresdner Comödie Fats Domino

Musiklegende Stelzer & Friends huldigen in der Dresdner Comödie Fats Domino

Als die Zugabe „Blueberry Hill“ erklingt, immerhin einer der ganz großen Hits der US-amerikanischen Musiklegende Fats Domino, löst sich die Spannung im Publikum.Jetzt stehen sie alle auf und feiern mit einem lauten Schrei die Musiker um Thomas Stelzer und ihre Hommage an Fats Domino.

Der Dresdner Musiker Thomas Stelzer & Friends (u.a. Bernd Kleinow, Harp, und Bernd Aust, Saxofon, Flöte) live in der ausverkauften Comödie Dresden.
 

Quelle: Andreas Weihs

Dresden.  Endlich, will man fast sagen! Als die Zugabe „Blueberry Hill“ erklingt, immerhin einer der ganz großen Hits der US-amerikanischen Musiklegende Fats Domino, löst sich die Spannung im Publikum. Jetzt sind die weichen Sitze in der ausverkauften Comödie passe, jetzt stehen sie alle auf und jetzt feiern sie nicht nur mit tosendem Beifall, sondern auch mit einem lauten Schrei die Musiker um Thomas Stelzer und ihre Hommage an Fats Domino, jenem Sänger und Songschreiber, der am 26.Februar seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte und der Popwelt wunderschöne und vor allem zeitlose Hits bescherte.

Thomas Stelzer & Friends in der Comödie Dresden

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Leider wird heute das, was Musikgrößen wie Fats Domino auch für die heutige Musikwelt leisteten, indem sie die Rebellion des Rock`n Roll in die Welt trugen und inspirierend auf viele nachfolgende Musiker wirkten, von den nachwachsenden Musikkonsumenten kaum noch geschätzt. Die WhatsUp-Generation kann damit nichts mehr anfangen, so sieht man in den Sitzen der Comödie nur gestandene Musikkenner, die sehr genau zuhören und sich auch begeistern lassen, aber mit spontanen Reaktionen eher geizen. Doch ab und an ein Zwischenapplaus ist schon drin. Wenn beispielsweise Bernd Kleinow auf seiner Mundi soliert, dabei auch immer wieder bewegungsauffällig seine angestaute Energie loswerden will. Oder als der querflötende Bernd Aust während Gershwin`s „Summertime“ mit einem Solo in den Vordergrund rückt und dafür mit tosendem Applaus belohnt wird. Doch selbst als Stelzer sein Publikum zum Mitsingen animiert („Mardi Gras Mambo“) blitzt es nur kurz auf, der Funke indes zündet nicht. Da helfen auch kaum die Reggae-Rhythmen von „Tonight“ (David Bowie) oder der Klassiker „It`s All Over Now Baby Blue“ (Bob Dylan) – hier einmal ganz ohne Wandergitarre dargeboten, dafür dominiert von Piano und Mundharmonika.

Vielleicht liegt die Zurückhaltung des Publikums auch an der reduzierten, fast schon intimen Art, wie die Musiker agieren, am sparsam inszenierten Sound, der aus zwei (nicht zu großen) Standboxen kommt und so authentisch wirkt, wie zu den Glanzzeiten des Musikers aus New Orleans? Oder gar an den weichen Theater-Sitzen, in die das Publikum ehrfurchtsvoll versinkt? Auch für das Auge ist die Performance eher unaufgeregt. Die Musiker stehen und sitzen aufgereiht nebeneinander, geschützt durch ein rosa Halbdunkel, in dem ihre Konturen sich bereits verwischen. Nicht ein einziges Bühnen-Lämpchen blinkt während des gesamten Abends auf. Das Licht fiel quasi „aus“.

Die Musiker indes spielen das Repertoire souverän, routiniert und sehr konzentriert, aber eben auch ohne erkennbare Interaktion, Spontaneität und Agilität. Einzig Bernd Kleinow durchlebt bei seinem Spiel auf der Mundi und seinen beiden Gesangsbeiträgen („The Harp“, Dr. Ross“) die Lieder auch körperlich und sucht dabei die Nähe der anderen Musiker. Neben Kleinow an der Mundi und Stelzer, der ebenfalls singt und hinter den Tasten sitzt, sind es an diesem Abend electra-Urgestein Bernd Aust (Sax, Querflöte)) Thomas Böhme (Bass) Max Ender (Sax), Christian Patzer (Sax) und Christoph Dehne (Schlagzeug), die Hits wie „My Girl Josephine“, „I`m Walking“, „One Night“ und „Be My Guest“ live auf die Bühne bringen. In den Liedern stecken sie nicht nur viel Rock`n Roll und Twist, sondern immer auch eine Portion Blues und Soul. Musikalisch bieten Stelzer & Friends eine gelungene Rückbesinnung auf einen der „100 besten Songwriter und größten Musiker“ (Rolling Stone) der populären Musik. Das Fats`t!

Von Andreas Weihs

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