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Shakespeare „verpopt“ - Christian Friedel inszeniert seine Band

„Searching for William“ Shakespeare „verpopt“ - Christian Friedel inszeniert seine Band

Hamlet, Desdemona, Hexen - Christian Friedel ist ein Wandler zwischen den Welten. Das jüngste Musikprojekt vereint die Leidenschaften des Schauspielers und ist ein Plädoyer für Shakespeare.

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Auf einem undatierten Handout ist die Band Woods of Birnam (WOB) mit Sänger Christian Friedel (l), Uwe Pasora (M.u.), Ludwig Bauer (M.o.), Philipp Makolies (r.u.) und Christian Grochau (r.o.) zu sehen.

Quelle: dpa

Dresden. Schauspieler Christian Friedel („Das weiße Band“, „Russendisko“, „Elser“) hat Texte von William Shakespeare vertont. Nach dem Theaterdebüt seiner Band Woods of Birnam (WOB) im „Hamlet“ am Dresdner Staatsschauspiel hat dort Ende Dezember „Searching for William“ Premiere - eine Mischung aus Konzert, Theater und Hörspiel aus Texten von Dramatiker William Shakespeare (1564-1616).

„Mich hat die Welt Shakespeares schon als Kind gefesselt“, sagte der 37-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Dessen Geschichten hätten etwas Fantastisches, dazu komme eine unglaublich starke Sprache, „die mit jedem Hören und Sprechen mit einem reift“.

Bei seiner zweiten Regiearbeit verwandelt sich Friedel in Desdemona, Hamlet, den Geist von dessen Vater, Macbeth, die Hexen und den Puck aus dem „Sommernachtstraum“. „Mit dem Alter erkennt man die ganzen Komplexitäten und Widersprüchlichkeiten der Figuren“, erklärte er. Seine Band, die früheren Musiker der Dresdner Popband Polarkreis 18, spielt in dem Fünfakter Vertonungen originaler und adaptierter Texte. „Sie haben bei "Hamlet" Blut geleckt“, erklärte Friedel. Und sind wie er fasziniert vom Kontrast Popmusik – alte Sprache.

„Searching for William“ soll inklusive Premiere am 28. Dezember fünf Mal in Dresden und danach in Salzburg und Dänemark aufgeführt werden. „Wir hoffen auf eine europaweite Tour“, sagte Friedel. „Shakespeares Texte sind hochaktuell. Alles, was Menschlichkeit und menschliche Widersprüchlichkeit angeht, bleibt zeitlos.“ Videosequenzen zeigen die Folgen von unmenschlicher Gewalt und Krieg in der Gegenwart - auch als Aufruf, „sich von rechten Gedanken, populistischen Menschen in der Gemeinschaft frei zu machen“.

Künstlerisch ist es laut Friedel ein Experiment. „Wir lieben diese Freiheit, Dinge auszuprobieren.“ Dank bisheriger Erfolge wie dem Titelsong für Till Schweigers-Film „Honig im Kopf“ kann sich die Band das finanziell leisten. „Es ist ein tolles Gefühl, unabhängig zu sein.“ Nach „William“ ist aber erstmal Schluss mit Theater und das nächste Album „Grace“ ganz ohne Shakespeare geplant. Seit 2013 ist Friedels Hobby Musik auch sein Beruf und er künstlerisch in zwei Welten aktiv.

So wird er demnächst in „Zuckersand“, der Serie „Babylon Berlin“ und als Adi Dassler in „Die Dasslers“ im TV zu sehen sein. 2017 sind zwei Kinoprojekte geplant. Auch für das Theater hat Friedel wieder Zeit und steht in der Neuinszenierung von „Lulu“ bei den Salzburger Festspielen und im „Sandmann“ vom Düsseldorfer Schauspielhaus auf der Bühne. Dazu kommt mit „Antigone“ am Deutschen Theater Göttingen, eine ganz besondere Aufgabe. „Regie ist für mich die perfekte Kombination meiner Leidenschaften: Musik, Schauspiel, Inszenieren.“

dpa

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