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Regional Schola crucis, schola lucis ... Die erste Cesper des Dresdner Kreuzchores in der neuen Saison
Nachrichten Kultur Regional Schola crucis, schola lucis ... Die erste Cesper des Dresdner Kreuzchores in der neuen Saison
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17:35 09.09.2015

Die erste Kreuzchorvesper des gerade begonnenen Schuljahres in der Kreuzkirche war der beste Zeitpunkt für diese feierliche Handlung.

Musikalisch wurde die Vesper von Mendelssohn Bartholdy umrahmt und zwar von zwei Motetten, die zum Kernrepertoire des Chores gehören: "Jauchzet dem Herrn alle Welt" und "Richte mich Gott". Strahlend schön, differenziert bis in kleine Verästelungen wirkte der Chorklang, punktgenau durchdacht die Gestaltung. Kreuzkantor Roderich Kreile präsentierte den Kreuzchor in einer ausgezeichneten Verfassung, der große Vorfreude auf weiteres weckt.

Überhaupt erlebte die Gemeinde in dieser Vesper A-cappella-Gesang auf hohen interpretatorischen Niveau. Das wurde auch mit den anderen Motetten bewiesen. So überzeugten die Frische und Lebendigkeit des Johann-Walter-Satzes "Allein auf Gottes Wort" ebenso wie das durchsichtige "Exultate Deo" von Palestrina. Noch immer ist Homilius-Jahr (300. Geburtstag des ehemaligen Kreuzkantors). Und so war es programmatisch folgerichtig, seiner mit einer sehr verinnerlichten Interpretation der vierstimmigen Motette "Wir liegen vor dir" zu gedenken.

Johann Hermann Schein war ab 1616 Thomaskantor in Leipzig und hat sich seine Meriten u.a. als einer der herausragenden Vertreter der deutschen Motettenkunst im 17. Jahrhundert erworben. Seine fünfstimmige Vertonung des 116. Psalms "Das ist mit lieb" avancierte durch den Dresdner Kreuzchor vor allem zu einem Muster plausibler Ausdruckskraft und wunderbarer Klangschönheit. Das Aufeinanderfolgen von Lobpreis, Flehen und Niedergeschlagenheit wurde in beeindruckender Plastizität und stimmlicher Nuancierung gestaltet.

Einen größeren Kontrast zu Scheins Motette als Franz Liszts monumentales Orgelwerk Präludium und Fuge über B-A-C-H kann man sich fast nicht denken. Kreuzorganist Holger Gehring verstand es vortrefflich, die Balance herzustellen zwischen den Klangmassen und der virtuosen Glitzerwelt auf der einen und der intimen Zurückhaltung auf der anderen Seite, womit er der Komplexität des Stückes gerecht wurde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.09.2014

Mareile Hanns

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