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Regional Schlangengrube und der wüste Gobi: So war die „Tatort“-Saison 2017/18
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10:17 03.06.2018
Die Ermittlerinnen Henni Sieland (l, Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) in einer Szene des Tatorts "Wer jetzt allein ist". Der "Tatort" wurde am 21.05.2018 ausgestrahlt. Quelle: Daniela Incoronato/MDR/Wiedemann & Berg /dpa
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Berlin

Die alljährliche Sommerpause beim Sonntagskrimi steht an. Am Sonntag stand noch ein neuer Münchner „Tatort“ im Programm („Freies Land“) und am kommenden Sonntag folgt noch ein Rostocker „Polizeiruf 110“ („In Flammen“). Die von Ende August bis Juni laufende Saison 2017/18 beim „Tatort“ ist damit zu Ende - nicht zuletzt wegen der Fußball-WM, die bald alles dominiert.

Während der Sommerpause stehen „Tatort“-technisch wochenlang hauptsächlich Wiederholungen im Programm, wobei es dieses Jahr eine Ausnahme und Unterbrechung gibt: die TV-Ausstrahlung von Til Schweigers über zwei Stunden dauerndem Kino-„Tatort“ mit dem Titel „Tschiller - Off Duty“ am Sonntag, den 8. Juli.

Ein Rückblick auf die vergangenen gut neun Monate lohnt sich dennoch bereits: Die 36 neuen „Tatorte“ der Saison hatten es in sich.

So gab es zum Beispiel einen Krimi, der sich um die Pornobranche drehte („Hardcore“ aus München, 8.10.), ein Aufarbeitungsversuch zur RAF („Der rote Schatten“ aus Stuttgart, 15.10.), einen Krimi um eine Partei nach Art der AfD („Dunkle Zeit“ aus Hamburg, mit Wotan Wilke Möhring, 17.12.), einen verrückten Film im Film im Film („Meta“ aus Berlin, 18.2.) sowie einen Thriller in Anlehnung an den realen Fall Bögerl mit Maria Furtwängler („Der Fall Holdt“, 5.11.), der wie der echte Fall von 2010 ungelöst blieb und damit manche Zuschauererwartung enttäuschte.

Für Aufsehen sorgte im Herbst auch ein Film aus Bremen. Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) war in der Folge „Zurück ins Licht“ (22.10.) full frontal, wie es im Fachjargon heißt, also mit Penis nackt zu sehen. Das gab es vorher so noch nicht - zumindest bei keinem Hauptdarsteller der Reihe. Das Bremer Duo Lürsen/Stedefreund verabschiedet sich übrigens bald. 2019 ist Schluss.

Außergewöhnlich waren auch ein übersinnlicher Gruselfilm aus Frankfurt („Fürchte dich“, 29.10.) sowie erneut ein Impro-Krimispiel mit Ulrike Folkerts („Waldlust“, 4.3.). Folkerts Figur Lena Odenthal verlor diese Saison außerdem nach mehr als 20 Jahren und fast 60 Fällen ihren Kollegen Kopper. Er beendete nach einem rätselhaften und recht persönlichen Mafiafall (Titel „Kopper“, 7.1.) den Polizeidienst und ging nach Italien. Schauspieler Andreas Hoppe machte kein Geheimnis daraus, dass er gerne an Bord geblieben wäre, sein Abgang also unfreiwillig war.

Ein weiterer Abschied, ebenfalls nicht ganz im Frieden mit dem zuständigen Sender: Alwara Höfels gab in Dresden nach sechs Filmen ihre Rolle als Henni Sieland auf. Unter anderem ein „fehlender künstlerischer Konsens“ führte dazu, wie sie es formulierte. Ein Online-Dating-Fall („Wer jetzt allein ist“, 21.5.) war ihr letzter.

An der Seite von Karin Hanczewski und Martin Brambach spielt bald Cornelia Gröschel mit. Im Gegensatz zu Höfels ist sie sogar gebürtige Dresdnerin. Sie freut sich auf den neuen Job: „Dresden ist trotz aller Schlagzeilen der letzten Jahre immer noch ein Ort des kulturellen Erbes, der Vielfalt und bedeutet für mich Wurzeln und Verbundenheit, Teenagererinnerungen und Jugendliebe.“

Die mit Abstand besten Einschaltquoten hatten wieder die Fälle aus Münster. Während „Fangschuss“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers im April 2017 mit etwa 14,6 Millionen Zuschauern die höchste Zuschauerzahl seit 25 Jahren für einen „Tatort“ holte, waren die Fälle dieser Saison aber etwas quotenschwächer - wenn auch auf hohem Niveau: den Kunstkrimi „Gott ist auch nur ein Mensch“ (19.11.) sahen 13 Millionen, den Zookrimi „Schlangengrube“ (27.5.) gut 12 Millionen.

dpa

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