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Schiffspokal zurück in Dresden

Prunkvolles Silbergefäß jetzt im Stadtmuseum Schiffspokal zurück in Dresden

2016 tauchte ein verschollener Schiffspokal aus dem Dresdner Ratsschatz in Holland auf, fast eineinhalb Jahre später ist er wieder in der sächsischen Landeshauptstadt. Mit Hilfe von zwei Stiftungen konnte der Silberpokal erworben werden - für eine sechsstellige Summe.

Der Pokal ist seit Freitag zurück in Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Glückliches Ende einer Odyssee: Mit dem historischen Trinkgefäß aus teilweise vergoldetem Silber ist eine weitere Kostbarkeit aus dem verschollenen Dresdner Ratsschatz zurück an der Elbe. Der im Frühjahr 2016 auf der Antiquitätenmesse TEFAF in Maastricht (Niederlande) aufgetauchte Schiffspokal aus dem 17. Jahrhundert wurde mit Hilfe zweier Stiftungen und Partner für eine sechsstellige Summe erworben. Der Direktor der städtischen Museen, Gisbert Porstmann, sprach am Freitag von einem „besonderen Augenblick“, als er das seit mehr als 70 Jahren vermisste Meisterwerk der Goldschmiedekunst aus der Metallkiste hob.

Der Schiffspokal ist seit Freitag zurück in Dresden.

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Die Heimkehr der Goélette, französisch für Schoner, ist Schlusspunkt eines 15 Monate währenden Krimis. Auf die 37,2 Zentimeter hohe Arbeit des Nürnberger Goldschmiedes Tobias Wolff waren Undercover-Fahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) aufmerksam geworden, die das Stück mit der Suchmeldung des Stadtmuseums Dresden in der Lost Art-Datenbank verglichen. Das Kunstwerk wurde beim Anbieter, einer Bremer Galerie, beschlagnahmt. Sie hatte es 2015 für über 100 000 Euro bei Christie's in London erworben und dann bei der TEFAF angeboten - für 230 000 Euro.

„Als der Anruf kam, konnte ich es gar nicht glauben“, erzählte Erika Eschebach, Direktorin des Stadtmuseums, wo sich der Ratsschatz seit 1881 befand. Zu dem seit 1600 von Bürgern zusammengetragenen Konvolut gehören auch extravagante Gefäße für Trinkspiele. Der wiedergewonnene Schiffspokal war bis 1944 im Stadtmuseum ausgestellt und 1945 mit den anderen Stücken vor der herannahenden Front in Kisten verpackt im Rathauskeller gelagert worden. Erst 1946 waren die zwischenzeitlich von der Kommandantur der Roten Armee genutzten Räume wieder zugänglich - und 80 Prozent der Sammlung verschwunden.

1950 tauchten zwei Becher aus purem Gold wieder auf: Eine Dresdnerin wollte sie vor dem Verkauf in Frankfurt/Main schätzen lassen. Auch ein Abendmahlskelch, den ein Dresdner später zur Restaurierung gab, erhielt das Museum zu DDR-Zeiten zurück. Der Schiffspokal wurde Ende 1960 aus der Sammlung des jüdischen Kunsthändlers Otto Bernheimer in München versteigert - ohne Hinweis auf die Dresdner Provenienz. Erst 55 Jahre später wird er von den Erben des damaligen Käufers, einem Schweizer, in London auktioniert.

Nach Klärung der Herkunft bot die Bremer Galerie dann den Verkauf der Preziose an. Die Ernst von Siemens Kulturstiftung gab die Hälfte der nötigen Summe dazu. Die Dresdner können das auf getriebenen Wellen und Fischen ruhende Schiff schon bald en detail im Stadtmuseum bestaunen: Soldaten auf dem Verdeck, Matrosen in der Takelage, das geblähte Segel und die güldene Kugel an der Mastspitze unter dem Fähnchen. Das Ringen um die Rückkehr des Ratsschatzes gehe weiter, sagt Museumsdirektorin Eschebach. „Wir haben Nachricht von einem fünften Stück, das sich in den USA befindet.“

dpa

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