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Regional Saxophonmesse im Jazzclub Tonne
Nachrichten Kultur Regional Saxophonmesse im Jazzclub Tonne
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18:21 24.10.2017
Quelle: MCS GmbH Sachsen
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Dresden

Tuten und Blasen – wenn es Leute gibt, die davon Ahnung haben, so gehört der Instrumentenbauer Norbert Walsch dazu. Der ist ein alter Hase – gelernt hat er von 1979 bis 1981 Blechblasinstrumentenbau bei Meister Friedbert Syhre in Leipzig, im Mai 1986 machte Walsch seinen Meister in diesem Fach in Markneukirchen. Folgerichtig eröffnete er dann Anfang September 1987 auf dem Gelände des Alten Schlachthofes in Dresden seine eigene Werkstatt. „Eine eigene private Werkstatt – das war zwei Jahre vor der Wende nicht ganz einfach“, resümiert Walsch heute.

Schnell war ihm klar, dass er Instrumente nur dann gut reparieren oder gar neue bauen kann, wenn er in ständigem Kontakt mit den – auch jungen – Musikern steht, ihre Sorgen und Probleme bei der Nutzung ihrer Instrumente sowie ihre Vorstellungen ganz persönlich kennenlernt, allesamt Musiker, die im Übrigen natürlich auch seinen Kundenstamm darstellen.

So startete er Mai 1992 die „1. Dresdner Saxophonmesse“, die er als Präsentation von Werkstatt und Ladensortiment speziell für Saxophonisten konzipierte. Und so darf der Meister Walsch in diesem Jahr zwei Jubiläen feiern: 30 Jahre Instrumentenbau-Werkstatt und 25 Jahre Dresdner Saxophon-Messe. Im September 1993 folgte die zweite Messe dieser Art, die seither aller zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Jazzclub Tonne (der nur 1991 wegen der Insolvenz seines ersten Vereines für einen Jahrgang aussteigen musste) und der Dresdner Musikhochschule veranstaltet wird.

Grundprinzip stets: Es gibt Workshops für die Studenten mit renommierten Lehrern. Es gibt die sogenannte Sax Night – diesmal hat die Komponistenklasse der Dresdner Musikhochschule wieder neue Stücke verfasst, die die Saxophonstudenten von Prof. Finn Wiesner in der 8. SAX NIGHT zur Aufführung bringen. Das wird, so Walsch, „spannend und vielfältig“, denn von Duo- bis hin zu großen Ensemblebesetzungen sei alles dabei. Es gibt darüber hinaus Konzerte in der Tonne mit Saxophon-orientierten Ensembles der Extraklasse, diesmal mit der Band um Stephanie Lottermoser und mit Deep Schrott! Wenn diese Jungs mit dem anzüglich-augenzwinkernden Bandnamen behaupten, sie seien das einzige Bass-Saxophon-Quartett auf der Welt, scheinen sie richtig zu liegen – ich zumindest kenne keine weiteren. Diese Wahnsinnsband ist bisher mit vier Alben hervorgetreten, auf denen eigene Kompositionen, aber eben auch solche „Hammer“ wie „Thunderstruck“ von AC/DC, „Lake of Fire“ von den Meat Puppets oder „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana erklingen. Auch Bob Dylan-Songs und Kompositionen von Hanns Eisler finden sich – für vier Bass-Saxophone arrangiert – auf einer der CDs wieder. Das Quartett des Norwegers Marius Neset beschließt den Konzertreigen der Saxophonmesse am Sonntag.

Natürlich werden auch Saxophone ausgestellt – vom Freitag bis Sonntag jeweils 10 bis 18 Uhr. Zum einen als Verkaufsausstellung. Hier betont Norbert Walsch: „Es ist ausdrücklich unser Anliegen, dass die Instrumente im direkten Vergleich getestet werden. So können sowohl Qualitäten als auch Unterschiede herausgearbeitet werden, um eine fundierte Wahl für sein Instrument zu treffen.“ Aber es werden auch Sondermodelle und Kuriositäten im Saxophonbau präsentiert. „Als Beispiele dafür seien hier ein Mezzo-Altsaxophon in F, ein gestreckt gebautes Tenorsaxophon oder Instrumente aus Kunststoff genannt.“ Hier kommt die Sammlung von Sammlung von Eckard Schleiermacher aus Pohrsdorf (Saxstall) zum Tragen.

So darf die Dresdner Saxophonmesse als gar nicht so kleiner, stets hochqualitativ arbeitender, vor allem jedoch lebendiger und mit der Lebenspraxis von Musikern und Publikum eng verbundener Branchenführer in Sachen Saxophon im Osten gelten, getreu dem Motto: Instrument bauen, Instrument lernen, Instrument spielen, Instrument hören – alles bei einer Messe.

Donnerstag

20 Uhr, Jazzclub Tonne, Eröffnungskonzert: 8. Sax Night

Freitag

20 Uhr, Tonne, Stephanie Lottermoser & Band (D)

Samstag

11-13 Uhr, Tonne, Schnupperkurs für Anfänger mit Torsten Hellmig und Frank Nestler

15-16 Uhr, Tonne, Mein erstes Quartettstück mit Torsten Hellmig

20 Uhr, Tonne, Deep Schrott (D)

Sonntag

10-15 Uhr, Tonne, Deep Schrott im Selbstversuch – Workshop nach Originalnoten mit Andreas Kaling und Jan Klare

20 Uhr, Tonne, Marius Neset Quartet (NOR)

Freitag bis Sonntag

10-18 Uhr sowie zu den Konzerten ab 19 Uhr, Tonne, Verkaufsausstellung

Details zu allen Veranstaltungen:

http://www.dresdner-saxophonmesse.de

Details auch zu Tickets zu den Konzerten im Jazzclub Tonne:

http://www.jazzclubtonne.de

Infos zur Saxophon-Sammlung von Eckard Schleiermacher:

http://www.saxstall.de

Von Mathias Bäumel

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