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Sachsens Industriekultur vernetzt sich

Sachsens Industriekultur vernetzt sich

Es ist zweifellos ein weites Feld: Industriekultur. Darunter subsumieren sich Industriearchitektur, Industriedenkmäler, in Sachsen auch ein Industriemuseum (in Chemnitz) und ein an diesem Museum angebundener Zweckverband (mit vier großen Institutionen).

Ganz zu schweigen von Exponaten und Dokumenten abseits von Baulichkeiten, ebenso wenig erwähnt bleiben hier alle möglichen Initiativen privater, kommunaler oder unternehmerischer Natur auf diesem Themenfeld. Bei so viel Unübersichtlichkeit (auch genaue Zahlen sind auf diesem kulturpolitischen Spezialgebiet eher Mangelware) gibt es seit geraumer Zeit einen Ort, das zusammenzuführen, was zusammengehört. Sprich: das Internet.

Gestern war es so weit, dass Kunstministern Sabine von Schorlemer (parteilos) in ihrem Haus per Mausklick eine neue Plattform im Internet freischaltete, die Sachsens Industriekultur einen neuen, virtuellen Schub geben soll: www.industriekultur-in-sachsen.de. Schorlemer sprach von einer maßgeblichen "Visitenkarte" für den Freistaat. Es ist jedenfalls das erste Zeichen der im vergangenen Herbst geschaffenen Koordinierungsstelle für Industriekultur an der Landesstelle für Museumswesen. Der neue Internetauftritt soll zur Kontaktbörse für Initiativen werden - und zur Zukunftswerkstatt für ein Thema, das fast ausschließlich mit Vergangenheit assoziiert wird. Was er laut Ministerin unter anderem auch sein soll: "ein Warnsystem für gefährdete Denkmäler".

Denn das Thema Industriekultur bleibt vor allem geprägt durch Bauten und ihre Schicksale. In diese Kerbe schlug auch Helmuth Albrecht, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates für Industriekultur in Sachsen: "Die Verlustgeschichte geht weiter. Umso wichtiger ist der Gang an die Öffentlichkeit." Es gehe darum, "einem immensen Verlust in den kommenden Jahren vorzubeugen", fügte von Schorlemer an.

Oft genug spielen verschiedene Förderprogramme einer Entwicklung in die Hände, die beispielsweise nicht den Erhalt von Industriedenkmälern, sondern deren Abbruch begünstigt. Albrecht hofft deshalb auf etwas, das er "Bewusstseinsbildung" nennt. Durch die Vernetzung solle das Thema einen höheren Stellenwert in der Bevölkerung erhalten. Wie gestern aber auch betont wurde: Das reichhaltige Erbe an Industriekultur in Sachsen soll in wesentlichen Zügen gerettet werden, doch eine allumfassende Hilfe ist schlicht nicht zu leisten. Und "alles zu musealisieren, ist sicher auch nicht die richtige Idee", wie es Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, ausdrückte.

Die Ministerin jedenfalls hofft, über das neu geschaffene Internetportal zahlreiche Mitstreiter zu finden. Der Anfang ist verheißungsvoll: 207 Akteure, vom Ackerbürgermuseum Reichenbach bis zum Wilhelm Ostwald Museum in Großbothen, finden sich bereits. Und auch eine virtuelle Straße der Industriekultur soll im Freistaat entstehen. Weil man sich, vor allem mit Hinblick auf den Tourismus, aber noch reichlich mehr verspricht, steht unter anderem eine englische Version des Internetauftritts auf dem Plan. Sie werde "noch in diesem Jahr" realisiert, versprach von Schorlemer. Torsten Klaus

www.industriekultur-in-sachsen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2012

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