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Regional Sachsen will weitere menschliche Gebeine aus Museen zurückgeben
Nachrichten Kultur Regional Sachsen will weitere menschliche Gebeine aus Museen zurückgeben
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09:49 22.05.2018
Ein bei Friedhofsausgrabungen gefundener, menschlicher Schädel von einem Toten steht in einem Labor auf dem Tisch. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Dresden

Sachsen strebt noch im Laufe dieses Jahres eine weitere Rückgabe menschlicher Gebeine aus seinen Museen an die Herkunftsländer an. Wie das Wissenschaftsministerium in Dresden mitteilte, gibt es Rückgabeforderungen aus Namibia, Neuseeland und Australien. Ein konkreter Zeitpunkt für die Übergaben sei aber noch nicht absehbar. Im vorigen Jahr hatte Sachsens erstmals eine Rückgabeforderung aus Hawaii erfüllt. Die Gebeine waren zumeist in der Kolonialzeit nach Sachsen gelangt und dort in anthropologischen Sammlungen aufbewahrt worden.

In Zukunft sollen die rund 300.000 Objekte in den völkerkundlichen Sammlungen in Leipzig, Dresden und Herrnhut näher untersucht werden. Dazu liefere ein Leitfaden zu Beständen aus der Kolonialzeit, der vorige Woche in Berlin vorgestellt worden war, eine „wichtige Orientierungshilfe“, teilte das Ministerium mit. An dem Leitfaden habe auch ein Sachverständiger der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) mitgewirkt.

Über das Projekt „Daphne“ betreiben die SKD schon seit 2008 eine umfangreiche Provenienzforschung ihrer Bestände, allerdings nicht nur im völkerkundlichen sondern hauptsächlich auch im Kunstbereich. Von 2013 bis 2018 flossen laut Ministerium jährlich etwa 1,55 Millionen in das „Daphne“-Projekt. Es solle auch über 2018 hinaus fortgeführt werden, sofern der Landtag der Finanzierung zustimmt.

Beim Umgang mit Objekten aus der Kolonialzeit habe die Rückgabe der Gebeine für Sachsen Priorität. „Anders als bei dem Thema menschlicher Gebeine, bei dem der Freistaat für seine Museen eine zeitnahe Rückgabe anstrebt, soweit die wissenschaftlichen und rechtlichen Fragen geklärt sind, stehen wir beim Thema Kunstwerke und Objekte aus kolonialen Zusammenhängen noch mitten in der Diskussion.“

dpa

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