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SKD-Chefin Ackermann: Deutsche Museen bei 3D noch am Anfang

„Museum/3-D/Digital“ SKD-Chefin Ackermann: Deutsche Museen bei 3D noch am Anfang

Virtuelle Kunstwerke, Reproduktion und Visualisierung, in deutschen Museen wird die 3D-Digitalisierung noch zu wenig genutzt. Die Technik aber birgt Potenzial - für Forschung und Präsentation, sagt Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Die Möglichkeiten der 3D-Digitalisierung werden nach Ansicht von Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), in Museen viel zu wenig ausgeschöpft. „Deutsche Museen stecken in Sachen 3D eher noch in den Anfängen“, sagte sie vor einer am Freitag beginnenden Tagung zum Thema in Dresden. Kunstwerke würden zwar schon 3D-digitalisiert, am ehesten aber 3D-Visualisierungen bisher in der Vermittlung eingesetzt. „Aber die Möglichkeiten, die der Forschung innewohnen, die eine neue Konzeption von Museum und von Vermittlung der Inhalte bedeuten können, die sind überhaupt noch nicht richtig ausgeschöpft.“

Das von den SKD und der TU initiierte Forum „Museum/3-D/Digital“ soll der Auftakt eines Diskurses über die Möglichkeiten der Arbeit mit digitalisierten Kulturgütern sein. Dabei tauschen sich in der Elbestadt Wissenschaftler, Museumsmacher und Digitalwirtschaft über Chancen und Rahmenbedingungen aus. Prominente Gäste sind der Künstler Carsten Nicolai und Regisseur Wim Wenders. „Die Kunst, die wir ausstellen, auch die zeitgenössische Kunst, hat lange schon mit Bildtechnik reflektiert und aufgenommen“, sagte Ackermann.

Die fast überperfekte Kopie und Reproduktion auf immer einfachere und kostengünstigere Weise ermögliche viele neue Formen der Arbeit in Museen. „Sie bieten denen, die abgeschnitten sind, eine ganz andere Möglichkeit des Zugangs, zumindest auf der Vermittlungsebene.“ Es gebe technische Entwicklungen, mit deren Hilfe Materialität auch in einer virtuellen Umgebung tastbar werden solle. „Vielleicht haben wir in Zukunft Multimedia-Screens, auf denen fühlbar ist, ob es Marmor oder Holz ist.“

Ackermann sieht das auch als große Chance für die älter werdende Gesellschaft, für Inklusion. „Wir werden künftig nicht mehr unbedingt zu jedem Objekt um die Welt reisen müssen.“ Mit der angestrebten Holografie etwa könnten in Zukunft Dinge im Raum erscheinen. Der Besucherresonanz schadet das nicht, weil Menschen die Werke kennen, schätzen und Vertrautes noch lieber in der Realität sehen wollten. „Das Original ist das Original, es geht nicht darum, es zu ersetzen.“

Die räumliche Erfassung von Objekten vor allem in Kombination mit Forschungserkenntnissen können für Wissenschaft und Vermittlung eine sinnvolle Ergänzung sein. „Es gibt auch Fälle, in denen ein Original aus ganz praktischen Gründen nicht genutzt werden kann – ein Ersatz also notwendig ist.“ So können die Dinge etwa auch in Regionen, wo die Originale aus klimatischen Gründen nicht gezeigt werden können, zugänglich gemacht werden.

Dresden ist laut Ackermann bei dem Thema weiter als andere Museen und „definitiv einer der Standorte für neueste Technologie und Forschung, wo die tiefste Kenntnis aus Wissenschaft und Kunst verschränkt und zusammengebracht wird“. In den SKD mit ihren jährlich 2,2 Millionen Besuchern könnten Modelle getestet und angewandt werden. „Von hier könnte eine 3D-Innovation für die Museen ausgehen.“ Auch die Politik ist gefordert, erklärte Ackermann. Sie müsse interdisziplinäre Gemeinschaftsprojekte dazu fördern, in technische Ausstattung und Erfassung in den Museen investieren.

dpa

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