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Rudolf Kempe - Dresdner Musikhochschule erinnert an den Dirigenten

Rudolf Kempe - Dresdner Musikhochschule erinnert an den Dirigenten

Der Dirigent Ekkehard Klemm, seit vorigem Jahr Rektor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, lüftet ein sehr persönliches Geheimnis. Verantwortlich für seine Berufswahl sei Rudolf Kempe.

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Rudolf Kempe

Quelle: Archiv Rudolf Kempe Society

Die letzten drei Dresdner Konzerte des vor 101 Jahren in Dresden geborenen und 1976 in Zürich verstorbenen Dirigenten hat Klemm als junger Mann miterleben können. Es müssen unvergessliche Eindrücke gewesen sein.

Eine wichtige Rolle in der Musikerlaufbahn des heutigen Rektors spielt auch Carl Maria von Weber als Namensgeber der Dresdner Hochschule. Beide "Säulenheiligen" sollen jetzt - wenn auch nicht aus diesem Privatgrund heraus - gewürdigt werden. Anlass ist ein Symposion der Internationalen Weber-Gesellschaft, das am kommenden Wochenende (21./22.10.) "Carl Maria von Weber und das Virtuosentum seiner Zeit" betrachten soll. Zwischen den Eröffnungsworten des Rektors und einem von Ekkehard Klemm dirigierten Konzert des Hochschulsinfonieorchesters wird im Foyer des neuen Konzertsaals die Ausstellung "Rudolf Kempe - Bilder eines Lebens" eröffnet (21. Oktober, 18 Uhr).

Diese von der Dirigentenwitwe Cordula Kempe mitgestaltete Schau vereint Bildtafeln und Fotos aus dem bewegten Leben eines der prominentesten Absolventen der Dresdner Orchesterschule. Zu dessen 100. Geburtstag war sie voriges Jahr bereits in der Semperoper zu sehen, nun soll sie den Besuchern der Hochschule bis mindestens Ende Januar offenstehen und auch rare Bild- und Tonaufnahmen Kempes beinhalten. Wer also nicht in der Lage wie Ekkehard Klemm war, die Legende noch live zu erleben, bekommt hier eine Chance, Rudolf Kempe beim Dirigieren von Brahms, Dvorák und Strauss beizuwohnen, ihn aber auch in illustrer Runde musizieren zu sehen. Cordula Kempe hat das Archiv der von ihr geleiteten Rudolf Kempe Society in Stratford-upon-Avon geöffnet, in dem noch gewaltige Schätze zu heben sein dürften.

Raritäten stehen auch im Abendkonzert am 21. Oktober, 19.30 Uhr, auf dem Programm, wenn Klemm neben Webers 2. Klavierkonzert und dem bekannten Klarinetten-Concertino auch dessen Schauspielmusik zu "Turandot" erklingen lässt. Auf ausdrücklichen Studentenwunsch steht ferner Rimski-Korsakows "Scheherazade" auf dem Programm, das tags drauf wiederholt wird (22.10., 19.30 Uhr), dann aber wird sich der Rektor den Taktstock mit zwei Dirigierstudenten teilen. Nicht nur für die Teilnehmer des Weber-Symposions dürfte so das Thema Virtuosität nachhaltig mit Leben erfüllt werden.

Der Rektor hatte zu Semesterbeginn allerdings noch weitere Konzerte anzukündigen, die den Weg zum Konzertsaal Wettiner Platz / Schützengasse lohnen sollten. In zwei Antrittskonzerten stellen sich neuberufene Professoren vor, am 23. November der 1979 geborene deutsch-japanische Cellist Danjulo Ishizaka, der als Solist bereits bei der Dresdner Philharmonie reüssierte. Fünf Tage später, am 28. November, ist der schon seit vorigem Semester in Dresden tätige Kontrabassist Jurek Dybal zu erleben, der im Hauptberuf als Stimmführer der Wiener Philharmoniker tätig ist.

Im Rahmen der 13. Tschechisch-Deutschen Kulturtage soll es zudem Konzerte in Teplice (26.10.) und Dresden (11.11.) geben, bei denen Ekkehard Klemm die Nordböhmische Philharmonie mit Werken von Beethoven, Dvorák und Ravel dirigiert. Fortgesetzt wird auch der Austausch mit der Partnerstadt Wroclaw, wo Ekkehard Klemm und Prorektor Andreas Baumann Ende November musikalische und szenische Opernkurse halten werden.

Erwartungsvoll sieht man an der Dresdner Musikhochschule dem 10. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin entgegen, das am 4./5. November stattfinden wird. Dazu werden erstmals die neuen Räume des von Hans-Christian Jabusch geleiteten Instituts für Musikermedizin in der Leubnitzer Straße inspiziert, deren Um- und Ausbau soeben für 1,4 Millionen Euro fertiggestellt worden ist. Dresden besitzt damit ein Alleinstellungsmerkmal, wie Rektor Klemm stolz betont, und müsse sich der Kritik des Deutschen Bühnenvereins nicht stellen, die einen zu geringen Praxisbezug der Musikerausbildung beklagte. Frühzeitig können hier Spielererkrankungen und Fehlfunktionen aufgrund falscher Körperhaltung diagnostiziert und aufgrund der hervorragenden Vernetzung des Institutsleiters durch namhafte Koryphäen behandelt werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.10.2011

Michael Ernst

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