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Regional "Rolling on" - Marion Fiedler erklärt ihr neues Album
Nachrichten Kultur Regional "Rolling on" - Marion Fiedler erklärt ihr neues Album
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14:25 05.02.2018
Musikerin Marion Fiedler Quelle: Andreas Weihs
Dresden

Will man die Musik von Marion Fiedler in einer Schublade ablegen, stößt man schnell an Definitions-Grenzen. Wo hört Pop auf? Wo beginnen Country, Folk und Jazz? hat mit den 12 Liedern ihres aktuellen Albums „Rolling On“ (Ballroom Records) ihre komplette stilistische Breite bedient. Marion Fiedler entwickelte für sich eine eigenständig funktionierende Musik, mit Songs, die sie sich selbst auf den Leib schrieb, entstanden auf ihren Reisen durch die USA, durch Frankreich und Deutschland.

„Rolling On“ - Song by Song

Good Morning“ ist ein sehr beschwingter Titel, mit dem ich sagen möchte: Wenn man fröhlich in den Tag startet, hat man viel mehr Kraft für den Rest des Tages. Den Song habe ich geschrieben, als ich auf Fahrradtour in der Provence war. 

Der Titelsong „Rolling On“ entstand, als ich den Mont Blanc erkletterte, auf einer Wanderung. Es war total heiß, die Berge sahen so schön aus, ich hatte eine Ukulele in der Hand und als ich oben ankam, war der Song fertig. Für mich drückt dieser Song eine besondere Energie aus, die ich auch teilen möchte. 

Summertime At Best“ beschreibt den „Sommer von seiner schönsten Seite“. Das Lied habe ich nach der Flut geschrieben, als mein Homestudio und mein Probenraum von der Elbe überflutet wurden. Meine Musiker kamen und haben geholfen. Danach brauchte ich erst einmal eine Auszeit.  

Marion Fiedler, Rolling on Quelle: PR

Give It All“ ist inspiriert davon, dass ich Al Jarreau treffen durfte. Ich habe mich irgendwann entschieden: Wenn ich Musik mache, dann mache ich sie ganz oder gar nicht. Es ist nicht nur wichtig, dass man alles gibt, sondern auch wie man alles gibt. Dass man einerseits die Disziplin gibt, andererseits die Liebe, die Freundlichkeit, den Respekt. Das spiegelt der Song wider.  

You Will Fly“ ist ein Track von meinem ersten Album, der wieder viel auf meinen Konzerten gewünscht wurde. Wir haben das Lied noch einmal in einer kleinen Besetzung aufgenommen. Die Aussage ist: Es wird alles gut, auch wenn man mal Streß hat und Sorgen, und das Leben mal kein Zuckerschlecken ist. Aber in dem Moment, wenn man den Optimismus einfach mal leben lässt, das stärkt unheimlich und das erdet auch. Das ist ein sehr wichtiges Lied für mich.

It`s Not Impossible“ – Ich habe meine Lieblingsmusik aus Nashville gehört und nebenbei an meinem Hundebuch geschrieben. Im Nachtzug zwischen Prag und Brüssel. Auf der Reise hatte ich noch Auftritte, aber zudem auch persönliche Probleme. Man schätzt Menschen oft falsch ein, wenn man sich selber oder seine Perspektive zu sehr in den Vordergrund stellt. In diesem Song geht es um Freundschaft und darum, wie in einer idealen Freundschaft Geben und Nehmen möglich ist, wie man sich beste Freunde wünscht, und das eine Freundschaft etwas Wertvolles ist, das man pflegen muss.

Dear Life“ habe ich auf der Fahrradtour quer durch Frankreich geschrieben. Das Lied handelt davon, dass das Leben ein Geschenk ist, dass man täglich schöne Dinge erlebt, dass man dafür dankbar sein kann, und dass man mal weint. Da heißt es: Liebes Leben, manchmal lässt du mich weinen, aber du weinst dann mit mir. Das Leben fordert, gibt aber auch. Es ist manchmal eine Herausforderung, manchmal aber auch ein so krasses Geschenk. Ich habe das Lied vor allem dafür geschrieben, dass man nicht seinem eigenen Rhythmus vorauseilt. Warum müssen wir immer hetzen? Wir haben doch alle Zeit der Welt. Warum können wir nicht den Moment genießen? Warum ist es manchmal so verdammt kompliziert, glücklich und entspannt zu sein?

Hungry To Love“ ist ein Lied, das inzwischen auch einen UNICEF Spendenaufruf hat. Im Lied geht es darum, dass die Seelen der Kinder erschüttert werden, die Gewalt erleben und dass die Zukunft des Kindes dadurch negativ geprägt wird. Das Lied soll aufrufen, darüber einmal nach zu denken. Manchmal passieren solche Dinge, wo die Kinder nicht respektiert oder nicht erkannt werden, in dem, wie sie kommunizieren. Ich möchte mit dem Song animieren, dass darüber auch in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Ich möchte damit zur Diskussion stellen, dass eine Zukunft für das Kind bereits in den Zeiten, wo es aufwächst, besonders durch Liebe, Respekt und Anerkennung, unterstützt wird.

Away“ ist ein Reiselied. Es geht um Glauben, um Hoffnung, um Sehnsucht, um Fernweh. Ich bin in diesen Tagen von Basel nach Toulouse gefahren, immer an den Flüssen entlang. Ein Ort ist mir aufgefallen, der hieß Andance. Das war so cool. Das Licht war perfekt, die Berge und die Natur war so mediterran, obwohl das Mittelmeer noch weit entfernt war. In der letzten Strophe heißt es: Wir lassen unsere Seele fliegen, und ich sehe wie die Menschen, an denen ich vorbei gehe, an ihrem Leben weiter spinnen, um Flügel zu haben, die sie ausbreiten, damit sie sich im Wind davon tragen können.      

Funky Monkey“ habe ich im Feld geschrieben, als ich mit meiner Hündin Bagheera herum tobte. Sie war so winzig, aber huschte so schnell durch das Feld, dass es Leute gab, die zu ihr Känguruh sagten, manche sagten aber auch Affe. Hunde lieben es, wenn man in hohen Tönen mit ihnen spricht, also habe ich mit ihr gesungen und auf einmal kam mir dieser Hook in den Sinn: Can someone catch my funky monkey, funky monkey. Seitdem gibt es das Lied. Damit verbinde ich auch viel Lebensfreude, die in meinem kleinen Welpen steckte.

Africa“ ist ebenfalls ein Lied für Bagheera. Ich war noch nie in Afrika, aber ich habe Freunde mit afrikanischen Wurzeln. Ich glaube, dass ich die afrikanische Wildheit in den Augen meines Hundes sehe, aber ich sehe in ihren Augen auch die Treue. Das habe ich in den afrikanischen Kontext gestellt, und das ist wirklich nur meine Interpretation. Das ist ein Lied, das ich Bagheera geschenkt habe.

Sleepy Sun“ ist ein ganz simples Lied von der Schönheit der Smokey Mountains.

Live-Konzerte in Sachsen:

02.02.18 Freiberg - Tivoli
03.02.18 Leipzig - Villa Rosental
07.02.18 Pirna - Uniwerk (mit Andreas Leuschner)
11.02.18 Freital – Christuskirche (15 Uhr Gemeindesaal, mit Jennifer Kamikazi & Lydia Rose, beide UK)
11.02.18 Meißen – Kirche St. Afra (17 Uhr, mit Jennifer Kamikazi & Lydia Rose (beide UK)
14.02.18 Friedenskirche Radebeul (10 Uhr, Tafelkonzert zum guten Zweck, Gast: Jennifer Kamikazi, UK)
14.02.18 Annaberg - Papperla-Pub (Gast: Jennifer Kamikazi, UK und Überraschungsgast)
09.03.18 Doppelkonzert in Kamenz – 20 Uhr Bowlingcenter
10.03.18 Doppelkonzert in Bautzen – abends in Sam's Cocktailbar
11.03.18 Radebeul – Villa Sorgenfrei - Rolling On Release Dinner
05.05.18 Bautzen - Kneipennacht
01.06.18 Dippoldiswalde – Eröffnung Stadtfest „800 Jahre Dippoldiswalde“
03.06.18 Oederan – Open Air - Klein-Erzgebirge

Fiedler lernte ihr Handwerk an der Belmont University in der US-amerikanischen Musik-Hochburg Nashville. Unter ihren Lehrern war u.a. Bill Purcell, der mit Ikonen wie Johnny Cash, Joan Baez und Willie Nelson arbeitete und der sie mit Aufgaben forderte. In Nashville knüpfte sie jede Menge Kontakte, lernte Rick Barker kennen, den Entdecker von keiner Geringeren als Taylor Swift. Barker schwärmt von der Dresdnerin in höchsten Tönen: „Das Eine, was gute Künstler von großartigen Künstlern unterscheidet, sind Fleiß kombiniert mit Ausdauer. Marion lebt nicht nur diese Arbeitsauffassung, sie zeigt auch Beständigkeit in ihrem Schaffen.“ Auch Musiklegende Al Jarreau schwärmte: „Marion, YES! Keep writing like this! Let it flow!“

Marion Fiedler,  „Rolling On“ (Ballroom Records) / Veröffentlichung: 02.Februar 2018

aufgeschrieben von Andreas Weihs

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