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Rebekka Bakken gastiert mit ihrem aktuellen Album "September" in Dresden

Rebekka Bakken gastiert mit ihrem aktuellen Album "September" in Dresden

Von der Drei-Oktaven-Stimme schreiben die einen, von der "perfekten Musik" die anderen. Wobei letzterer Zuordnung immer schnell der schale Geschmack von Hintergrund-Geplätscher anhaftet.

Der - man muss es ja auch zugeben - aufkommen kann, wenn man die Songs von Rebekka Bakken das erste Mal hört. Schließlich sind die Harmonien bezwingend, der Formwille prägend, die Stimme - die Stimme! - überaus sanft-erotisch.

Wer jedoch genauer hinhört - bei den Texten, die immer noch mindestens eine Ebene mehr haben, bei der Musik, die zwischen Pop, Folk und Jazz pendelt und mit dem aktuellen Album "September" nun auch Americana streift, der wird reich belohnt. Kirchen bieten für solch ein konzentriertes Hören einen sehr geeigneten Raum. Und so darf man sich auf das von den DNN präsentierte Rebekka Bakken-Konzert in der Lukaskirche ganz besonders freuen. Immerhin hatte Bakken ihre 2009er CD "Morning Hours" komplett in einer Kirche nahe Woodstock aufgenommen; das Ergebnis: sanft, rein, großartig.

Die 1970 im norwegischen Oslo Geborene ging bereits mit Anfang 20 nach New York, wo sie sich zunächst als Kellnerin durchschlug. Das Singen hatte sie sich selbst beigebracht, in New York begann sie mit dem Songschreiben und startete ihre Karriere mit dem österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel und der Berliner Pianistin Julia Hülsmann - mit der sie auch ihre 2003 erschienene Debüt-CD "Scattering Poems" aufnahm:

Vertonungen der Gedichte des amerikanischen Avantgarde-Lyrikers Estling Cummings. Ein Einstieg ins Haifischbecken Musikgeschäft, wonach man eigentlich eine Fortführung in Underground-Zirkeln, auf No-Budget-Festivals und winzigen Independent-Labels erwarten würde. Nicht bei Rebekka Bakken. Sie schaffte scheinbar problemlos den Sprung in den Mainstream. Bereits im gleichen Jahr erschien auf Emarcy Record (Universal) "The Art of How to Fall" - und überzeugte sowohl Kritiker als auch Publikum. Es war die Rede von der perfekten Symbiose von skandinavischem und amerikanischem Jazz, von der zweiten Norah Jones, vom Naturkind mit der sensationellen Stimme...

2005 und 2006 folgten "Is That You" und "I Keep my Cool", 2009 dann "Morning Hours". Und nun "September". Überraschung: Rebekka Bakken spürt der ganz anderen amerikanischen Musik nach. Der Titel lässt an farbenprächtigen Indian Summer denken, das Covermotiv der Sängerin mit Cowboy-Hut weist weiter süd- und westlich. Aber in der Tat: Bakken, die diese CD gemeinsam mit Malcolm Burn produziert hat, der oft mit Bob Dylan, Emmylou Harris oder auch Daniel Lanois gearbeitet hat, vereint auf dieser Scheibe die verschiedensten Folk-Country-Einflüsse zu einem bezwingenden Pop-Universum. Sie bringt Coverversionen des "Wrestler" von Bruce Springsteen und "Forever Young" von Alphaville zusammen - und es passt! Passt natürlich in der zugrundeliegenden Melancholie der Songs, die das ganze Album prägt. Bakken selbst sagt, dass sie die Welt in der Zeit vor "September" durch die Augen ihres sterbenden Vaters gesehen habe. Ein Blick, vor dem nicht mehr viel Bestand hat. Auch die eigene Arbeit, ihre Musik, sei ihr kaum noch wichtig gewesen. Und dennoch habe sie immer wieder in dem Moment, wenn sie eine Bühne betrat, gespürt, dass hier der Sinn ihres Lebens läge.

Und so gibt es Lieder voller Sinn und Gefühl, voller Schmerz und Abschied - aber auch Hoffnung - zu erleben.

Rebekka Bakken, Samstag, 28. April, 20 Uhr, Lukaskirche, Tickets im Vorverkauf 30,70 Euro plus Gebühr

Kartenverlosung

Die DNN verlosen für dieses Konzert fünf Mal zwei Freikarten. Wer gewinnen möchte, ruft morgen zwischen 11.30 Uhr und 11.45 Uhr unter der Telefonnummer 01805 21 81 00 (0,14 Euro/Minute aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro/Minute) an. Die ersten fünf Anrufer, die durchkommen gewinnen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2012

Beate Baum

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