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Rea Garvey hat was zu sagen, und er will, dass seine Fans ihm zuhören

Junge Garde Rea Garvey hat was zu sagen, und er will, dass seine Fans ihm zuhören

Es scheint sich herumgesprochen zu haben unter einigen Künstlern: Dresden ist ein guter Ort, um seine Tournee noch einmal mit einem interessierten Publikum und viel guter Stimmung zu beenden. Auch für Rea Garvey war es am Sonnabend das letzte Konzert seiner diesjährigen Sommer-Open-Air-Tour.

Rea Garvey zeigt sich sympathisch, nahbar, und er gibt viele seiner Gedanken nicht nur in den Liedern preis.

Quelle: Andreas Weihs

Dresden. Es scheint sich herumgesprochen zu haben unter einigen Künstlern: Dresden ist ein guter Ort, um seine Tournee noch einmal mit einem interessierten Publikum und viel guter Stimmung zu beenden. Auch für Rea Garvey war es am Sonnabend das letzte Konzert seiner diesjährigen Sommer-Open-Air-Tour. Die Junge Garde war ausverkauft, und ein Blick in das Rund zeigte nur eine erwartungsfrohe, mitmachwillige Menschenmenge. Dementsprechend gut gelaunt waren Musiker und Fans.

Als endlich der schwarze Vorhang fällt, dringen die Töne des Openers „Armour“ ungefiltert zu den Fans, die sofort den Beat aufnehmen, und schon jetzt singen viele von ihnen die Worte mit. Ohne Pause folgen „Echo Me“ und „War“. Die Zuhörer sind gut eingestellt, die Augen leuchten, die Beine zucken, und auch Arme sind in der Luft zu sehen. Das fängt ja gut an!

Ganz offensichtlich heißt heute das Motto der Show: Nicht kleckern, klotzen! Die Gehänge in den Traversen sind voll mit Scheinwerfern, auch der Bühnenhintergrund – und sie werden reichlich benutzt. Zur Animation hat sich Rea Garvey noch zwei GoGos mitgebracht, die rechts und links auf einem Podest tanzend die Leute anheizen. Der Sänger indes zeigt sich sympathisch, nahbar, und er gibt viele seiner Gedanken nicht nur in den Liedern preis. Die Konversation mit den Leuten vor der Bühne wirkt sehr persönlich. Garvey ist der festen Überzeugung, dass in jedem Menschen etwas Irisches steckt. „Die irischen Gene verbreiten sich wie sonst was!“ Wie zum Beweis stimmt er „Can’t Say No“ an, das musikalisch auf seine Wurzeln hinweist und – wie fast alle Songs des Abends – die Zuhörer begeistert und zu Mitklatschorgien hinreißen lässt. Interessant ist, dass sich die Welle der Stimmung von der Bühne bis in die hinterste Reihe der Garde ausbreitet. Auch hier blickt man in wissende Gesichter, hier singt man mit und reckt die Arme in die Höhe. Die Überraschung ist groß, als Garvey dann plötzlich auch hier persönlich auftaucht. Singend („Love Someone“) bahnt er sich den Weg mitten durch das Publikum, hoch bis hinter die letzte Reihe und zurück. Er hat es tatsächlich geschafft, auch wieder auf der Bühne anzukommen. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits die ersten Handyfotos seines Eintauchens in die Massen im Internet zu sehen.

Während Rea Garvey in der Zeit seiner Band Reamonn musikalisch noch viel mehr Ecken und Kanten zuließ, der Sound einen rauen Charme besaß, schliff er sich als Solokünstler einige dieser Ecken rund, tauchte tiefer in die Popmusik ein – wohl auch ein Resultat seines Mitwirkens als Juror in einer TV-Casting-Show. Im Konzert versucht er, das zu überspielen. Da jaulen auch schon mal die Gitarren auf, verzerrt und laut, der Beat hämmert aufrüttelnd und intensiv. Die Lieder spielen sich oft zu einem fulminanten Finale, wenn Rhythmus und Gitarren sich aufreiben, sich batteln. Garvey tänzelt dazwischen, reißt die Arme auseinander und lässt sich von der inneren Stimmung mitreißen. Man sieht ihm den Spaß an, den er hat.

Die Melodien stehen so manches Mal im scheinbaren Gegensatz zu den Textaussagen, die oft einhergehen mit einer gewissen Inhaltsschwere. Garvey hat was zu sagen, singt von Missständen, von Ungerechtigkeiten in der Welt, und er will, dass seine Fans ihm zuhören, will sie wachrütteln. Das passt ganz gut zusammen, und es funktioniert. Auch als Solokünstler hat Rea Garvey seinen Weg in der deutschen Musiklandschaft gefunden, der von seinen Fans mitgegangen wird. Das wird auch hier am letzten Abend der Sommertour in Dresden sehr deutlich!

Von Andreas Weihs

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