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Prohlis erhält ein Digital-Planetarium

Prohlis erhält ein Digital-Planetarium

Im alten Prohliser Dorfkern entsteht ein digitales Planetarium - das erste dieser Art in Dresden. Das kündigte Peter Neukirch an, der Leiter des Palitzschmuseums.

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Peter Neukirch zeigt im Prohliser Palitzschmuseum auf der Gefechtsfeldkarte aus dem 18. Jahrhundert, wo einst die Dörfer um die Festung Dresden lagen, die heute längst Teile der Landeshauptstadt sind. Das hochdetaillierte Original ist in der SLUB aufbewahrt, gemeinsam mit der HTW entstand die leuchtete Großkopie

Quelle: Martin Förster

Von Heiko Weckbrodt

"Wir wollen eine neue Attraktion in unserem Museum schaffen, die die Schwerpunkte ,Astronomie' und ,Palitzsch' in unserer neuen Dauerausstellung verbindet", sagte Neukirch. Das Planetarium soll im Frühjahr - wohl im April - in Betrieb gehen und dann den Museumsbesuchern virtuelle Reisen zu fernen Sternen und Zeitsprünge in die Ära des Bauernastronomen Johann Georg Palitzsch ermöglichen.

"Da wir uns ein Zeiss-Planetarium mit klassischer optischer Projektion ohnehin nicht leisten können, haben wir uns für eine flexible digitale Lösung entschieden", erklärte der Museumschef. In der Praxis bedeutet das: In den kommenden drei Monaten zieht eine Spezialfirma eine Projektionskuppel mit vier Metern Durchmesser unter dem Dach des denkmalgeschützten Palitzschhofs an der Gamigstraße ein. Ins Zentrum der Kuppel kommt ein Computer, auf dem ein Programm den Sternenhimmel heute und in der Vergangenheit in mehreren Projektionsvarianten errechnet. Der PC steuert dann einen Digital-Beamer an, der mit einer speziellen 3D-Projektionsoptik aufgerüstet wird, die ein hessischer Lehrer ersonnen hat. In Summe wird all dies rund 20 000 Euro kosten.

Diese Technik liefert zwar nicht ganz so brillante Projektionen wie ein analoges Zeiss-Planetarium, kann aber zum Beispiel Reisen zum Mond oder zur fernen Wega simulieren, aber auch das Firmament so zeigen, wie es Palitzsch im Jahre 1758 studierte, als er die Rückkehr des Halleyschen Kometen entdeckte.

Gerade gestern erst fertig geworden ist eine weitere Attraktion des Museums: Aus hochdetaillierten Meilenblättern, die das sächsische Militär um das Jahr 1780 hatte anfertigen lassen, hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) digital eine 1,80 mal 1,20 Meter große Karte des Raums Dresden zusammengesetzt. Auf der von der Rückseite beleuchteten Karte können die Besucher nun die damals noch ummauerte Residenzstadt des 18. Jahrhunderts erkunden und all die Dörfer, die heute Stadtteile von Dresden sind.

Damit sind nun zwei von drei Kapiteln der neuen Dauerausstellung nahezu fertig. Diese spiegeln die Entwicklung von Prohlis vom bäuerlichen Dorf zum DDR-Neubauviertel und Dresdner Stadtteil beziehungsweise das Leben und Wirken Palitzschs. Das letzte Ausstellungskapitel soll sich dann der Astronomie und Kometenforschung widmen. Dieses Projekt will Neukirch mit Kooperationspartnern wie der ESA und der Max-Planck-Gesellschaft ab Anfang 2013 realisieren. Auch Kinder sollen nicht zu kurz kommen: Der Museumschef liebäugelt mit einer Spiel-Marsoberfläche, auf der die kleinen Besucher dann ferngesteuerte Planeten-Autos lenken können.

Letztlich will Neukirch das Pa- litzschmuseum mit der neuen Dauerausstellung auf eine neue Stufe heben, die über ein bloßes Heimatmuseum hinausgeht, über Dresden hinaus ausstrahlt - und mehr Besucher anlockt. Die ersten Erfolge auf diesem Weg sind schon sichtbar: Das Museum ist zwar klein, aber deutlich sehenswerter als noch vor ein paar Jahren. "Und ich merke auch, dass wir immer mehr Anfragen von Schulklassen für unsere museumspädagogischen Angebote bekommen", freut sich der Museumschef.

Mehr Informationen und Bilder im Netz: tinyurl.com/7vktecj

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.01.2012

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