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Premieren, Festivals – und ein Gang nach Prohlis

Societaetstheater Dresden Premieren, Festivals – und ein Gang nach Prohlis

Das Societaetstheater erwacht aus der Sommerpause und hat sich im September gleich zwei Festivals ins Programm geholt: Sound of Bronkow (Musik) und Off Europa (Theater), das sich der griechischen Szene widmet. Außerdem startet im Herbst auch ein über zwei Jahre angelegtes Vorhaben, kulturelle Angebote nach Prohlis zu bringen.

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Das Quartett für die erste Societaetstheater-Premiere am 24. August: Felix Defér, Tom Mikulla, Jennifer Krannich und Oda Pretzschner (v.l.) stehen in Neil LaButes „Bash – Stücke der letzten Tage“ auf der Bühne.

Quelle: Detlef Ulbrich

Dresden. Die Sommerferien sind schon lange vorbei, der Sommer selbst macht’s wohl auch nicht mehr lang. So passiert, ähnlich des grüßenden Murmeltiers, das, was immer Mitte August passiert. Es ist wie ein Räkeln und Strecken, das durch die Theater dieser Stadt geht, die nicht aus dem Winterschlaf erwachen, sondern aus ihrer Sommerpause. Mit ganz verwandten Anzeichen des Munterwerdens.

Stellvertretend für dieses Wiedererwachen steht das Societaetstheater. Die Bühne in der Nähe von Hauptstraße und Dreikönigskirche wird am 24. August wieder bespielt, erste Premiere ist ein Text von Neil LaBute, „Bash – Stück der letzten Tage“, inszeniert von Anke Salzmann. Wie der polnische Regisseur Krzysztof Kieslowski 1988 einen kurzen Film über das Töten schuf, sorgte der aus Detroit stammende LaBute elf Jahre später für adäquaten Bühnenstoff. Für Salzmann ist die Grundfrage des Stücks „Was macht uns böse?“

Dem schließt sich ein Gastspiel der deutsch-englischen Performer Gob Squad an: „Dancing About“ (25./26. August). Für Brit Magdon, künstlerische Leiterin des Societaetstheaters, ist das „die S-Klasse des freien Theaters“ – obwohl Allegorien aus der Automobilbranche derzeit sicher mit Vorsicht zu genießen sind. Gob Squad jedenfalls werden wieder den ganz engen Kontakt zum Publikum suchen, und eine überdimensionale Gottesanbeterin soll auch eine tragende Rolle spielen.

Eine Woche später, vom 1. bis 3. September, wird es dann traditionell-vorherbstlich-musikalisch im Societaetstheater. Dafür sorgt das Festival Sound of Bronkow, das mittlerweile seine achte Auflage erlebt. Einen seiner Höhepunkte hat das Fest gleich am späteren Auftaktabend mit den Österreichern von Granada. Die seien gerade so etwas wie „der heiße Scheiß“, sagt Mario Cetti von den Dresdner K&F Records, den Veranstaltern von Sound of Bronkow. Er verspricht auch weiterhin einen Tummelplatz für Entdeckerbands sowie eine Mischung aus kostenlosen Konzerten, familienfreundlichen Angeboten – und natürlich den Bands, die auf den Bühnen des Hauses auftreten.

Auf die Musik folgt dann wieder Theater. Erst die Premiere „Biografie: Ein Spiel“ nach Max Frisch (8. September), kurz darauf die Tanz-Uraufführung „Kreis, Dreieck, Chaos“, die als Unterzeile „Die Tänze der Mary Wigman“ trägt. „Die Uraufführung sollte erst im Wigman-Haus stattfinden“, erzählt Andreas Nattermann, Geschäftsführer des Societaetstheaters. Es sei „eine Art Solidaritätsbekundung“ mit dem Verein Villa Wigman für Tanz, der besagte Villa für eine künftige künstlerische Nutzung in Erbpacht nehmen will (DNN berichteten).

Zwei weitere wichtige Projekte des Hauses müssen noch Erwähnung finden. Da wäre zuerst das Festival „Off Europa“ zu nennen, das fortgesetzt wird und sich in diesem Jahr Griechenland widmet. Vom 19. bis 23. September werden dazu wieder sehr verschiedene Arbeiten des zeitgenössischen griechischen Off-Sektors gezeigt. Fünf Abende mit zehn Aufführungen warten auf die Zuschauer. Magdon betont in diesem Kontext die besondere Situation in Griechenland, wo allein in Athen jährlich etwa 1500 neue Inszenierungen entstehen, die sich ihr Publikum oft an öffentlichen Plätzen, in Kneipen oder Wohnungen erobern müssen – weil die Theatersäle mehr und mehr geschlossen werden, da das Geld fehlt.

Ins Unbekannte wagt sich die Crew des Societaetstheaters aber auch vor der Haustür. Im kulturell weiß Gott nicht gerade heimgesuchten Prohlis wollen die Theatermacher ab Herbst den direkten Kontakt zum potenziellen Publikum suchen und kostenlose Angebote unterbreiten. Das unter dem Motto „Heimat“ stehende Vorhaben sei auf zwei Jahre angelegt, verspricht Nattermann. In einem Prohliser Einkaufszentrum soll eine Art kultureller Umschlagplatz entstehen, auch für Initiativen vor Ort. Außerdem wird am 22. September ein Zirkuszelt eröffnet, das neun Tage lang für diverse kulturelle Angebote die Bühne bietet. „Es ist ein Abenteuer und kann auch vor die Wand laufen“, formuliert Nattermann vorsichtig. Bleibt zu wünschen, dass das Gegenteil eintritt.

www.societaetstheater.de

Von Torsten Klaus

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