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Regional Positive Spielzeitbilanz an der Semperoper
Nachrichten Kultur Regional Positive Spielzeitbilanz an der Semperoper
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22:00 07.07.2017
Wolfgang Rothe Quelle: Semperoper
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Dresden

Ob Wolfgang Rothe, seit 2005 Kaufmännischer Geschäftsführer der Semperoper, inzwischen auch kommissarischer Intendant, seinem Haus auch unter dem Mitte nächsten Jahres antretenden Intendanten Peter Theiler treu bleiben wird? Der Rheinländer hat den großen „Tanker“ Musiktheater seit dem Tod von Ulrike Hessler durch nicht immer ruhige Fahrwasser geführt, er trug die Fusion von Staatsoper und Staatsschauspiel zum Verband der Sächsischen Staatstheater und verantwortet längst auch das künstlerische Profil der traditionsreichen Oper.

Bevor auch er in die verdiente Sommerpause geht, zog er gestern die Bilanz einer arbeitsreichen Spielzeit und verwies auf mehr als 300 Vorstellungen, zu denen sechs große Opernpremieren sowie sechs Premieren auf der neuen Spielstätte Semper Zwei sowie jeweils mehr als 30 Repertoirewerke und 50 Konzerte der Staatskapelle Dresden zu rechnen sind. Dass die Gesamtauslastung der aktuellen Saison dennoch „nur“ etwa 90 Prozent betragen werde (in früheren Jahren lag sie leicht darüber), begründete der Verwaltungsexperte mit „ungeschönten Zahlen“ – auch bei begrenztem Kartenverkauf werde stets die gesamte Platzkapazität zugrunde gelegt – sowie mit einem sehr frühen und schwierigen Spielzeitbeginn. Gewisse Auswirkungen seien auch auf den durch Pegida & Co. beschädigten Ruf der Stadt Dresden zurückzuführen, insbesondere im touristischen Bereich.

Großen Zuspruch hätten jedoch Neuproduktionen wie „Salome“ von Richard Strauss und „Otelle“ von Giuseppe Verdi (als Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg) erfahren. Ferruccio Busonis Oper „Doktor Faust“ jedoch habe nicht die verdiente Publikumsaufmerksamkeit gefunden.

Zum Spielzeitabschluss gab es mit Mieczyslaw Weinbergs „Die Passagierin“ einen ergreifenden Höhepunkt im Musiktheater, bedauerlicherweise jedoch nur vier Mal (letzte Chance am Sonntag, 15 Uhr) und noch dazu erst zum Spielzeit-ende mit der beginnenden Ferienzeit. Diese von der Oper Frankfurt am Main übernommene Produktion hätte unbedingt stärkeren Zuspruch und ein intensives Begleitprogramm verdient.

Dass der neuen Spielstätte Semper Zwei nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit zukam, begründete Wolfgang Rothe mit den Großprojekten Kraftwerk Mitte und Konzertsaal im Kulturpalast, die verständlicherweise vor allem ein größeres Medieninteresse hervorgerufen hätten. Die Investition von fünf Millionen Euro habe sich aber gelohnt, so Rothe, da einerseits die frühere Probebühne wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen kann und andererseits neue Publikumsschichten erschlossen werden konnten. Seit der Eröffnung im Herbst 2016 kamen knapp 7000 Gästen zu den rund 70 Veranstaltungen, ein deutliches Plus nach rund 4700 Besuchern der 45 Aufführungen beim Vorgänger Semper 2. Insbesondere neue Profile wie „Stimmkunst“ und „Semper Bar“ gälten als Geheimtipp und zögen ein anderes Publikum an als die große Bühne im Semperbau. Eine gewagtere Produktion wie Salvatore Sciarrinos „Lohengrin“ wurde dennoch nach lediglich drei Terminen wieder abgesetzt.

Verständlicherweise nicht beantworten konnte Wolfgang Rothe die Frage nach dem Stand der Vertragsverhandlungen von Chefdirigent Christian Thielemann, die ursprünglich Ende Juni abgeschlossen sein sollten. Aus dem zuständigen Kunstministerium hieß es dazu lediglich, dass vertrauensvolle Gespräche geführt würden.

Auch sein eigener Vertrag als Geschäftsführer stehe derzeit vor einer Verlängerung, so Rothe. Er wolle ab 2018 jedoch nicht unter, sondern in jedem Fall neben Peter Theiler für die Semperoper tätig sein. Zudem freue er sich bereits jetzt auf die Zusammenarbeit mit Joachim Klement als neuem Intendanten am Staatsschauspiel.

Die Spielzeit 2017/18 des Musiktheaters beginnt am 26. August mit einem Tag der offenen Semperoper.

www.semperoper.de

Von MICHAEL ERNST

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