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Positionen: St. Petersburger Gegenwartskunst - Ausstellung im Festspielhaus Hellerau in Dresden

Positionen: St. Petersburger Gegenwartskunst - Ausstellung im Festspielhaus Hellerau in Dresden

Unter dem Titel "Positionen" läuft jetzt im Festspielhaus Hellerau die "Gegenausstellung" zu der 2011 in St. Petersburg gezeigten Präsentation sächsischer Künstler (beide Teile unter dem Motto "Dialoge") im Rahmen der 50-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Dresden und St.

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Stoff-Collage von Tatiana Shagina.Repro: Katalog

Petersburg. Mit Unterstützung des Kulturamtes der Landeshauptstadt Dresden, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Kulturkomitees der Stadt St. Petersburg veranstaltet der Neue Sächsische Kunstverein e. V. im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau eine repräsentative Ausstellung mit 132 Arbeiten von 20 St. Petersburger Künstlerinnen und Künstlern, die bereits einen Namen haben. Ihre Werke werden im In- und Ausland präsentiert und sind in bedeutenden Sammlungen vertreten. Auswahl und Konzeption übernahm Kuratorin Larissa Skobkina, Leiterin der Abteilung Gegenwartskunst im Zentralen Ausstellungssaal Manesch in St. Petersburg. Sie ist auch als Künstlerin mit eigenen Arbeiten in der Ausstellung vertreten.

Den Schwerpunkt der umfangreichen Ausstellung bildet die Malerei, daneben werden Grafik, Fotografie, Konzeptkunst und eine originelle Textilkunst vorgestellt, die einen Einblick in das Lebensgefühl russischer Künstler und ihr ästhetisches Bewusstsein geben. Die Auswahl der Malerei konzentriert sich auf urbane Landschaften, die oft in Zyklen angelegt sind: In ihr spiegelt sich eine eigenwillige Perspektive auf die alte und neue Architektur von St. Petersburg, abseitige Winkel am Fluss (Alexander Simuni) und an den Kanälen (Boris Zabirohin, Andrey Kuznetsov), Wohngebiete (Pavel Kashin), Bahnunterführungen, Bahnhöfe, Gleisanlagen, Schienenfahrzeuge (Andrey Filippov, Svetlana Badelina), Brücken, Baustellen und Industriekuben (Elena Dzhigirey, Alla Dzhigirey), in denen sich der Mensch verliert. Hohe rauchende Schornsteine überheben sich über die Kleinheit der Figuren. Dieser strenge und ehrliche Realismus überrascht und überzeugt, zumal er in zahlreichen Varianten auftritt. Neben expressiven Zügen gibt sich dieser Realismus eher experimentell als konventionell. Impressionistische Grauschleier liegen auf allen Dingen, auf Altem und Marodem, aber auch auf auffällig-modernen Industriebauten. Fast minimalistisch dagegen muten die stark reduzierten Landschaften von Lada Panyukova an. In diesem Sinne versuchen einige Maler ihren Eindruck und ihr Lebensgefühl zwischen Tradition und Moderne zu verarbeiten und damit auch auf die vielen Umwälzungen im Postkommunismus einzugehen.

Die Textilarbeiten von Tatiana Shagina (Stoff-Collagen) zeigen eine verspielte, in das Material verliebte Künstlerin, die geheimnisvoll verschlüsselte nautische Botschaften überbringt. Irina Duchinas allegorische Stoffcollagen beschäftigen sich mit aktuellen Tagesthemen, Ursprüngen, Geschichte und Umweltschutz. Mit den eigenen familiären Wurzeln setzt sich Inna Sklyarevskaya auseinander. Ihr Berlin-Bild wirkt stark surreal. Große Stoffflächen bemalt Stanislaw Kazimov und setzt sich mit Festen und Mythen in einer Zeit des Konsums auseinander. Michael Dobbelts (lebt in Dresden) Teddybär besteht in seinen surrealen Märchen immer wieder neue Abenteuer, während Nicolay Vasilyevs Klebebandbilder Kinderporträts darstellen. Rashid Dominov kombiniert collageartig Gegenständliches mit abstrakten Flächenformen, während Irina Dudina den agierenden Menschen in den Mittelpunkt stellt. Larissa Skobina orientiert sich an klassischen Mustern der Malerei (Briefleserin), die sie zum Interieur mit in ihm sitzenden Menschen steigert.

Die Fotografie ist mit zwei Künstlern vertreten, die sich dem urbanen Milieu und der antiken Skulptur verschrieben haben. Andrey Chezhin schuf eine Serie von Architekturbildern von Berlin, St. Petersburg und New York, die er durch Bearbeitung (Spiegelungen) zu etwas Neuem verfremdet. Die Rom-Serie von Yuri Molodkovets richtet ihren Focus auf den Zusammenhang der antiken Skulptur mit dem musealen Raum.

Bis 2. Dezember, 12. bis 27. November geschlossen. Neuer Sächsischer Kunstverein e. V., Karl-Liebknecht-Str. 56. Tel. 0351/ 43 82 23 13. Mi-Fr 13-17 Uhr, Sa und So 11-17 Uhr

www.saechsischer-kunstverein.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.11.2012

Heinz Weißflog

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