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Papierinstallation Veit Hofmanns im Treppenhaus des Dresdner Landhauses

Auktion im Januar Papierinstallation Veit Hofmanns im Treppenhaus des Dresdner Landhauses

Die im Treppenaufgang des Dresdner Landhauses gezeigte Installation von Veit Hofmann (geb. 1944 in Dresden-Loschwitz) trägt den wundersamen Namen Anemophile und ist als eine feine Anspielung auf alles Flüchtige.

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Aus der Nähe: Blick mitten hinein in Veit Hofmanns Installation "Anemophilie",...

Quelle: Stadtmuseum

Dresden. Die im Frühjahr auf Waldwiesen blühenden Buschwindröschen (Anemonen) verbreiten sich, wenn die Samen im Sommer reif sind, durch den Wind. In der Botanik nennt man das Anemophilie, zu deutsch "Windblütigkeit". Die im Treppenaufgang des Dresdner Landhauses gezeigte Installation von Veit Hofmann (geb. 1944 in Dresden-Loschwitz) trägt diesen wundersamen Namen (Anemophile) und ist als eine feine Anspielung auf alles Flüchtige, die gleichsam fragile Bewegtheit der Fantasie, aber auch auf den Prozess der ständigen Erneuerung in der Kunst zu verstehen. Hier spürt man den Windhauch des Schönen und Verletzlichen, der natürliche und künstliche Formen zu einer ästhetischen Einheit verwebt. In der Bibel ist es der Wind "Paraklet", Inkarnation des Geistes, der weht, wo und wann er will.

Gemeinsam mit den technischen und wissenschaftlichen Mitarbeitern des Landhauses hat Veit Hofmann die über hundert Einzelteile der Installation an dünnen Fäden aufgehangen und kunstvoll arrangiert. Dabei handelt es sich um auf unterschiedlich geformte Pappelholzrahmen gespannte Seiden-und Transparentpapiere, die von beiden Seiten bemalt, an blütenähnliche organische Formen erinnern und durchaus etwas Skurril-Heiteres und Versponnenes an sich haben. Frappierend ist die wechselnde Farbigkeit im sich ändernden Tageslicht, der feine anregende Klang der Farben vor dem weiß getünchten Hintergrund. Nun hängen sie frei im spätbarocken Aufgang zur Städtischen Galerie, die in diesem Jahr bereits ihr 10jähriges Bestehen feiert. Aus eben diesem Anlass wird die Ausstellung ausgerichtet, aber auch mit den im Mai im schön gestalteten Landhausgarten aufgestellten drei Skulpturen von Frank Maasdorf ("Aus dem Meer", Sandstein), Lothar Beck ("Durchdringung", Marmor) und Peter Makolies ("Alexander der Große", Granit) sowie einer geplanten Gemeinschaftsausstellung von Erwerbungen und Schenkungen an die Galerie im bevorstehenden Herbst.

Wenn man sich mit den einzelnen Teilen der Installation beschäftigt, so fällt auf, das sie sich um ein geheimes Zentrum gruppieren, ein Schild mit dem Namen "Sator", was soviel wie Sämann (Metamorphosen des Ovid), Gärtner oder Schöpfer-Gott bedeuten kann. In diesem Sinne erklärt sich die Installation wie von selbst und wird schlüssig. Auch der Künstler ist ein Säender, ein Schöpfer, der in die Dinge der Natur eingreift und sie zu etwas Neuem umgestaltet. Veit Hofmann zitiert in seinen Arbeiten immer wieder die achaischen Mythen und findet darin eigene Metaphern wie diese mit poetischen Bezug auf die Gegenwart. Am 22. Januar um 20 Uhr findet die Auktion ausgewählter Anemophile im Treppenhaus des Landhauses statt. Die Vorbesichtigung ist ab sofort während der Öffnungszeiten sowie am Auktionstag ab 19 Uhr bei Sekt und Selters möglich. Ausgewählte Lose gibt es ab einem Einstiegspreis von 50 Euro. Ein bebildertes Verzeichnis liegt im Dezember 2015 vor und ist dann auch unter www.galerie-dresden.de als Download erhältlich.

bis 24. Januar 2016. Städtische Galerie Dresden, Wilsdruffer Str. 2, geöffnet Di-So 10-18, Fr 10-19 Uhr, ab 12 Uhr Eintritt frei www.galerie-dresden.de

von Heinz Weißflog

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