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Regional Päpstlicher Chor und Dresdner Kapellknaben in der Hofkirche
Nachrichten Kultur Regional Päpstlicher Chor und Dresdner Kapellknaben in der Hofkirche
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18:03 09.09.2015

die heutige Bestimmung sowie die Namensgebung nach der Sixtinischen Kapelle erhalten zu haben? Der päpstliche Chor benötigt keine Werbung, er ist kein Konzertchor im üblichen Sinn, sondern gestaltet die Liturgie der Gottesdienste. Und doch war ein Gastspiel wie das in der Kathedrale eine sehr willkommene Gelegenheit, dieses weltbekannte Ensemble einmal mit eigenen Ohren hören zu können, denn sonst erlebt man die gut 70 Sänger in den kirchlichen Fernsehübertragungen aus Rom.

Von den Dresdner Kapellknaben mit drei Stücken und von Domkapellmeister Matthias Liebich in italienischer Sprache begrüßt, nahm der päpstliche Chor die Stufen zum Hochaltar der Hofkirche ein, um musikalisch den Kreis des Kirchenjahres abzuschreiten. Die kurzen Erläuterungen zu den Stücken unterbrachen in der beigegebenen theologischen Vergewisserung zwar immer wieder den ja ebenso sinnfällig gebauten Ablauf des Programms. Doch das historisch Wissenswerte in der Moderation war durchaus von Interesse. Zu jeder Station des Kirchenjahres war ein Werk exemplarisch ausgewählt, wobei Musik von Palestrina den roten Faden bildete. Der Renaissancemeister hatte mit seiner Umsetzung theologischer Vorgaben das bis heute gültige Beispiel für spätere katholische Kirchenkompositionen gegeben. Tomas Luis de Victoria oder viel später Lorenzo Perosi (Leiter der Cappella bis 1955 und Komponist mehrerer im Konzert gesungener Sätze) entsprachen dem Vorbild Palestrinas.

Am Beginn stand das gregorianische "Nos autem gloriari". Die Choralschola der "Sistina" überraschte hier mit einer Form des gregorianischen Gesanges, dem nichts Formales oder rein Deklamatorisches anhaftete. Bei aller Strenge drang durch, was auch den Vortrag des gesamten Chores unter Leitung von Monsignore Massimo Palombella trug: Emotionalität. Die Mischung aus erwachsenen Männerstimmen mit dunklem Timbre und außerordentlich klaren und kraftvollen Knabenstimmen färbte den Klang ungewöhnlich. In der dynamischen Beweglichkeit erwies sich der Chor als schier unbegrenzt und vom voll klingenden Piano bis zum gelegentlich lautmalerisch zur Verdeutlichung von Textpassagen eingesetzten Fortissimo klang nichts gespannt oder angestrengt. Dass die Tongebung stets der Sprache folgte, war ebenso selbstverständlich, wie die Entsprechung von sprachlichem und musikalischem Rhythmus. Die Summe dessen, was dieser Chor beim Zuhörer bewirkt, kam vielleicht in Palestrinas "Stabat Mater" am besten zur Geltung: Dem Vortrag geht es nicht um historische Korrektheit, Individualität der inhaltlichen Deutung oder gar sportive Leistung. Allein die Vermittlung des Glaubensinhaltes steht im Zentrum, was mit tiefster emotionaler Wirkung verbunden wird.

Domorganist Thomas Lennartz steuerte zwei Choralbearbeitungen von Bach bei, und nach herzlichen Dankesworten von Altbischof Joachim Reinelt boten alle gemeinsam den Hymnus "Tu es Petrus" dar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2013

Hartmut Schütz

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