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Regional Ostrale-Umzug nach Chemnitz vom Tisch
Nachrichten Kultur Regional Ostrale-Umzug nach Chemnitz vom Tisch
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14:21 02.10.2018
Die Ostrale war 2017 zuletzt in den Futterställen des Dresdner Ostrageheges angesiedelt. Quelle: Anja Schneider
Dresden/Chemnitz

Alles zurück auf Anfang – oder sieht so das Ende aus? Die Dresdner Ostrale, die große sächsische Ausstellung zeitgenössischer Kunst, hat jedenfalls keine Zukunft in Chemnitz. Das ist das Ergebnis eines am Dienstag vorgestellten Berichts der dortigen Prüfungskommission, die jenen Umzug auf seine Chancen abklopfen sollte.

Gut drei Monate, nachdem der Chemnitzer Stadtrat die Verwaltung beauftragt hatte, die Chancen für einen Umzug der bislang in Dresden angesiedelten Ostrale nach Chemnitz auszuloten, ist dieses Projekt damit nun gestoppt. Die Kommission befand den Umzug und die Ansiedlung der mittlerweile als Biennale ausgerichteten Schau als zu teuer und zu aufwendig. Das teilte der Chemnitzer Kulturbetriebsleiter Ferenc Csák am Dienstag mit. Das Gremium habe in seinem Abschlussbericht empfohlen, „den Verein Ostrale trotz kooperativ verlaufender Gespräche nicht in Chemnitz zu verorten“, teilte die Stadt mit.

Fotorückblick: Die Ostrale 2017 - letztmalig in Dresden?

Die Internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst Ostrale in Dresden steuert bei der Premiere als Biennale auf einen Besucherrekord zu - trotz Verkürzung um drei Wochen. Die Gesamtzahl wird bei etwa 29 000 Gästen liegen.

Chemnitz wollte im Zusammenhang mit der Kandidatur als Kulturhauptstadt 2025 das Kunstfestival vom Mitbewerber mit einem Zehn-Jahres-Vertrag in die Stadt holen. Die Prüfungskommission stellte nun jedoch fest, dass nur eins der untersuchten Objekte infrage gekommen wäre. Miete, Umzug und Umbauten hätten aber einen finanziellen Mehraufwand in nicht vorhersehbarem Umfang bedeutet. Dafür hätten die Fördermittel nicht ausgereicht.

Zudem habe das Konzept für die Zeit zwischen den alle zwei Jahre stattfindenden Kunstausstellungen den „hohen finanziellen Einsatz der Stadt Chemnitz“ nicht ausreichend gerechtfertigt. Die für den Verein Ostrale bereits eingeplanten Mittel in Höhe von 250.000 Euro sollen auf Empfehlung der Kommission anderweitig eingesetzt werden.

Hängepartie zur Zukunft der Ostrale

Damit ist weiter ungewiss, wo die nächste Ostrale (28. Juni bis 29. September 2019) stattfinden wird. Das Kunstfestival war auf der Suche nach einem neuen Standort, weil das bisherige Domizil in einem ehemaligen Schlachthof in Dresden sanierungsbedürftig und deswegen nicht weiter nutzbar ist.

Auf Seiten der Ostrale wurde versucht, die Brisanz nicht gar so hoch anzusetzen. „Wir haben immer betont, dass in Chemnitz vorerst nur geprüft wurde und dass damit für uns keine Entscheidungsgrundlage gegeben war“, teilte die Ostrale mit. Über eine „belastbare Perspektive“ der Ostrale für 2019 könnten aber keine Aussagen getroffen werden.

Fakt ist, dass die Ostrale einen Antrag auf finanzielle Förderung für 2019 in Dresden gestellt hat. Die städtische Messe hat der Ostrale ihre Räume für 2019 angeboten, als Ausweichquartier für die bisher bespielten Futterställe im Ostragehege. Der Messe-Vorschlag wurde jedoch bereits von Seiten der Ostrale als inakzeptabel zurückgewiesen. Der Stadtrat in Dresden entscheidet im November über den Doppelhaushalt 2019/20, im Dezember vergibt der Kulturausschuss die Fördermittel. Zuletzt wurde die Ostrale mit 82 000 Euro im Jahr von der Kommune unterstützt.

Damit geht die Hängepartie zur Zukunft der Ostrale in eine weitere Runde. Die wievielte es ist, muss der Autor leider schuldig bleiben. Er hat irgendwann das Zählen eingestellt und fühlt sich beim Thema mittlerweile nicht mehr an eine lineare Entwicklung erinnert, sondern vielmehr an ein Möbiusband.

Von Torsten Klaus

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