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Ordnung und Raum - Abstrakt-geometrische Kunst von Karl-Heinz Adler in den Deutschen Werkstätten Hellerau

Ordnung und Raum - Abstrakt-geometrische Kunst von Karl-Heinz Adler in den Deutschen Werkstätten Hellerau

Die Deutschen Werkstätten Hellerau zeigen Werke des in Dresden und Remtengrün (Vogtl.) lebenden Künstlers Karl-Heinz Adler, vorwiegend aus den vergangenen zehn Jahren.

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Blick in die Ausstellung "Bildräume/Raumbilder".

Quelle: Lothar Sprenger

In diesem Jahr begeht der Maler, Grafiker, Bildhauer und Objektkünstler seinen 85. Geburtstag. Die auf wenige Arbeiten beschränkte retrospektive Werkschau steht unter dem instruktiv-dialektischen Titel "Bildräume/Raumbilder", der auf das Anliegen von Adler aufmerksam machen soll, Malerei, Grafik und skulpturale Arbeiten in den jeweiligen Raumzusammenhang zu stellen und miteinander zu verbinden.

Die dabei entstehende, immer wieder an den konkreten Ausstellungsraum gebundene Auseinandersetzung verhindert so eine handschriftliche Ermüdung. Adler reagiert immer flexibel auf den Raum. Beweglichkeit des Konzeptes ist gefragt, Kombination und Variation der einzelnen Module angesichts der Bedingungen vor Ort. Aufgabe des Künstlers ist es, den inneren wie äußeren Raum zu erkunden und zu ordnen. Adlers künstlerisches Credo lautet demgemäß: Die in der Kunst "verfeinerte philosophische Weltbetrachtung trägt zur geistigen Ordnung der Welt bei."

Der von der Architektur und der angewandten Kunst kommende Künstler zeigt im Rahmen seiner Ausstellung das große Format, bezogen auf den überdimensionalen Raum der Projektwerkstatt. Leinwandbilder und Objekte erfüllen den Konzeptcharakter, der in der Aufspaltung des Quadrates zu anderen Flächeneinheiten wie Trapez und Dreieck besteht, den Raum als Bezugsebene aufnimmt, sich in ihm entwickelt und neu ordnet.

Die Bildsprache von Karl-Heinz Adler ist spannend und erfinderisch. Ihre Vokabeln nutzen den Formenkanon der Geometrie. Dabei arbeitet er mit unterschiedlichen Materialien wie Leinwand, Holz, Papier, farbig, aber auch schwarz-weiß. Neben dem Collagezyklus von 1988 (Blätter aus der Werkgruppe "Serielle Bogenelemente aus einem Rechteck entwickelt") sind es jetzt die großflächigen Arbeiten, die in dieser Ausstellung auf sich aufmerksam machen, darunter die wandfüllende Komposition "Das Tor" (2010) mit seinen aufflammenden, wie dunkles Perlmutt schimmernden Regenbogenfarben. Hier zeigt sich, dass Karl-Heinz Adler in seiner Ausdrucksweise sinnlicher und emotionaler geworden ist. Mit dem Bezug auf die Architektur der Renaissance und einer sehr malerischen Oberfläche wirkt diese Arbeit altmeisterlich in Farbe und Pinselspur.

Trotz seines hohen Alters arbeitet Karl-Heinz Adler am Tag noch zwei bis drei Stunden in seinem Atelier. Seine Freude am Schaffen immer neuer Konstrukte ist ungebrochen, wenn man bedenkt, dass er mit einer Reihe von Bildern gleichzeitig beschäftigt ist, die im Atelier nebeneinander entstehen, sich unbewusst bedingen und miteinander kooperieren. Seine Devise, "sich täglich neu zu erfinden", ist bemerkenswert, da von den jüngsten Bildern und Objekten besondere Klarheit und Ruhe ausgehen, die in ihrer Dynamik sich im Raum energetisch ausbreiten. Die Mitarbeiter der Werkstätten bestätigen das.

Die aus Quadrat und Dreieck komponierten unregelmäßigen Module wurden auf die Stellwände vor Ort montiert und dort eigentlich erst aktiviert. Darunter überzeugt der Teileverbund "Blau und immer wieder Blau" (2007/08) mit seinen ineinander verschränkten, in unterschiedlichem Blau gehaltenen Dreieckformen. Durch eine unregelmäßige Anordnung der Elemente durchbricht er die strengen Formen der Geometrie. Im Auf und Ab von locker miteinander verbundenen Segmenten schafft er poetische Schwingungen ähnlich einer Melodie.

2011 schuf Karl-Heinz Adler seine raumgreifende "Installation aus seriellen Strukturelementen", ein aus Pressspanplatten mit Acryl bemaltes Raumkonstrukt, das am Eingang sich vom Boden in die Höhe streckt und durch eine beabsichtigte Sperrigkeit und Skurrilität nicht zu übersehen ist, gewissermaßen als Achtungszeichen und Denkhürde, die der Betrachter zunächst überwinden muss, um sich danach frei im Raum bewegen und die Ausstellung entdecken zu können.

Bis 20. April. Deutsche Werkstätten Hellerau, Moritzburger Weg 68, Tel. 0351/ 21 590 202, geöffnet: Mo-Fr 9-16 Uhr.

Das Werkkatalogbuch "Auf der Suche nach Ordnung und Raum" (2004) von Bozena Kowalska kann in der Ausstellung erworben werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2012

Heinz Weißflog

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