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Regional Olli Schulz lädt im Alten Schlachthof auf (s)eine Lebensreise ein
Nachrichten Kultur Regional Olli Schulz lädt im Alten Schlachthof auf (s)eine Lebensreise ein
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16:34 25.03.2018
Olli Schulz im Alten Schlachthof. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Was gab es für ein Tamtam um die Karten von Olli Schulz im Alten Schlachthof. Binnen weniger Tage ausverkauft – und dann noch bestuhlt. Wer, bitteschön, will denn sitzen, wenn Oliver Marc Schulz sein neues, anders klingendes, aber mit Liebe und Lebenserfahrung bereichertes Album vorstellt oder Anekdoten aus seinem Leben erzählt? Eher wenige. Deshalb schmiss Olli die Stühle raus und ermöglichte so noch vielen weiteren Anhängern, seiner Musik- und Unterhaltungskunst zu folgen. Der große Saal im Alten Schlachthof war gut besucht, aber mit Blick für Nischen auch betanzbar.

Das Verhältnis zwischen Pärchenkultur – dessen ein Partner den anderen mit dem Kauf der zweiten Karte zum Mitkommen nötigt, wie Olli bemerkt (und dafür auch dankt), und dem eher lockeren Treff von Freunden – ist ausgeglichen. Das Publikum hat gute Laune und Lust auf Ollis Programm. Und das ist wie eine Reise durch Oliver Marc Schulz’ Leben. An verschiedenen Stationen wird angehalten, von Begebenheiten geplaudert, aus denen sich oftmals ein Lied ergab, und das so offen, herzlich und humorvoll, wie nur er es kann.

Mit „Wachsen (im Speisesaal des Lebens)“ beginnt der runde und bunte Abend und entlockt den meisten Gästen ein Jubeln und fröhliches Mitsingen. Mit Akustikgitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug entsteht ein wundervolles und satt klingendes Musikerlebnis. Zu hören gab es viele Titel von der neuen Platte „Scheiß Leben, gut erzählt“. Und auch ein Herr Schulz weiß, dass diese nicht jedem gefällt, denn sie klingt eigenwilliger, das stimmt. Aber mittlerweile sei er so alt, dass er die Kritik nicht mehr braucht, und schmeißt den ersten Titel des 2018 erschienenen Neulings „Du schockst nicht mehr“ hinterher.

Neben Goldgitterwänden auf der Bühne gibt es Videoprojektionen, Kurzfilmchen, oder es wird eine Telefonnummer eingeblendet, die man gern bei Wünschen, Fragen oder Anregungen wählen könne, irgendeiner vom Team wird schon rangehen. Er begrüßt mit „Hallo Dresden“ seine Gäste, und eigentlich will er nichts mehr zur jetzigen Situation in Dresden mit Pegida und so sagen, erzählt dann aber doch von seiner Tochter und den beiden AfD-Luftballons, die er „unter ihrem Heulen kaputtmachen musste, weil Nazis scheiße sind“. So ist das halt, irgendwann wirst du ein „Old Dirty Man“. Der Zeit mit Olli und Band fließt geschmeidig über „Das beige Album“ von 2005, denn „Dann schlägt dein Herz“, und bei „Phase“ aus „Feelings aus der Asche“, 2015 veröffentlicht, taucht Oliver in die Menge und singt zwischen seinen Sympathisanten.

Auch sonst ist er bemüht, dass es all seinen Gästen gut geht, möchte die Singles mittels Dating-Profilen vermitteln, welches sein langjähriger Kumpel „1000 Mark André“ am Verkaufsstand erstellt, lässt sein Publikum selig schunkeln und sich wiegen, bei „Als Musik noch richtig groß war“ und nimmt dank zweier Handyfilmer aus dem Saal ein Video zu „Wenn die Musik nicht so laut wär...“ auf, bei dem bitte auch alle so tun, als ob sie Spaß hätten und abgingen. Darum muss er nicht bitten, dass tun sie gern und begeistert.

Aber er kann es auch ruhig, auf einem Hocker sitzend und nur die Akustikgitarre spielend und singend. Ein besonderer Künstler, der sich gefunden hat und das macht, was er am besten kann, Geschichten aus dem Leben erzählen, Musik machen und dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ja, der Abend war toll – aber Radiohead war besser, so wird es heißen. Darauf noch eine Konfettikanone und nach 90 Minuten und den Hinweis, dass es im Herbst noch eine kleine Akustiktour geben wird, schließt sich das Fenster wieder und somit der Einblick in Olli Schulz Leben.

www.ollischulz.com

Von Anne Gräfe

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