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Nun Düsseldorf statt Dresden? Verbleib von Schauspiel-Intendant Schulz ist offen

Nun Düsseldorf statt Dresden? Verbleib von Schauspiel-Intendant Schulz ist offen

Eigentlich schien sein Weggang aus Dresden vom Tisch. Als vergangene Woche die bisherige Interimschefin Karin Bergmann zur offiziellen Intendantin des Wiener Burgtheaters berufen wurde, galt damit auch diese Herausforderung für Dresdens Schauspiel-Intendant Wilfried Schulz als zu den Akten gelegt.

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Wilfried Schulz

Quelle: Matthias Horn

Der 62-Jährige war bis zum Schluss heißer Kandidat für den Spitzenposten an Österreichs großer Bühne. Ein anderer Intendantenposten, für den Schulz noch im Gespräch ist, bleibt der am Schauspielhaus Düsseldorf (DNN berichteten).

In Nordrhein-Westfalen verdichten sich auch die Hinweise auf einen Wechsel von Schulz von der Elbe an den Rhein. Die Rheinische Post berichtete gestern online, Schulz solle das Haus in Düsseldorf ab 2016 übernehmen, ein Vertrag sei aber noch nicht unterzeichnet. Eine DNN-Anfrage dazu wollte Martina Aschmies, Sprecherin des Staatsschauspiels Dresden, gestern nicht beantworten. "Es gibt nichts zu sagen", ließ sie lediglich wissen. Schulz selbst wollte sich ebenfalls nicht äußern.

Das Schauspielhaus Düsseldorf hat ein Budget von 24 Mio. Euro pro Jahr und gilt damit als eine der besser ausgestatteten Bühnen Deutschlands. Der Etat kommt je zur Hälfte von Stadt und Land, die Stadt Düsseldorf hat derzeit den jährlich wechselnden Aufsichtsratsvorsitz des Theaters inne und ist deshalb auch federführend bei der Intendantensuche.

"Der Stand der Dinge ist unentschieden", sagte Manfred Blasczyk, Sprecher der Stadt Düsseldorf, mit Blick auf die Personalie gestern auf Nachfrage. Es gebe bisher noch keine Entscheidung über den neuen Intendanten, man sei nach wie vor in Gesprächen. "Mehr als diese Aussage werden Sie nicht bekommen." Verantwortlich für die Verhandlungen ist vor allem Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe (CDU). Eine Anfrage zum Fahrplan für die Bestimmung des neuen Intendanten ließ die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gestern unbeantwortet.

Schulz wäre in Düsseldorf mit einer prekären Theatersituation konfrontiert. Die große Bühne des Hauses hatte mit einer Auslastung von 39 Prozent nach den Worten von Interimsintendant Günther Beelitz einen Tiefstand erreicht. Der 75-Jährige war Anfang März an die Spitze des Schauspielhauses zurückgekehrt, wo er bereits von 1976 bis 1986 als Generalintendant gearbeitet hatte. Er soll es bis zur Spielzeit 2016/2017 führen, mahnte aber bereits eine rasche Regelung seiner Nachfolge an.

Beelitz hatte seinerseits den bis dato amtierenden Interimschef Manfred Weber abgelöst. Der zeichnete für ein Defizit von rund 5,4 Mio. Euro verantwortlich, womit das Haus kurz vor der Insolvenz stand. Beelitz soll die Bühne mit ihren gut 300 Mitarbeitern nun erst einmal finanziell stabilisieren.

Schulz kann wiederum mit den in Dresden erreichten Zahlen punkten. In der Saison 2013/2014 wurde eine Auslastung rund 81 Prozent erreicht, gut 250000 Besucher kamen in die Vorstellungen. Schulz hatte seinen Vertrag in Dresden vorfristig im Juli 2012 um weitere vier Jahre bis 2018 verlängert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.10.2014

Torsten Klaus

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