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Norbert Anger brillierte als Solist des 1. Aufführungsabends der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Norbert Anger brillierte als Solist des 1. Aufführungsabends der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Wie wichtig die Qualitäten eines jeden Orchestermitgliedes sind, wird offensichtlich, wenn Solokonzerte aus dem Orchester heraus besetzt werden. Der allgemeine Konzertbetrieb lässt diese Praxis zu selten zu, doch die Sächsische Staatskapelle nutzt ihre Aufführungsabende dafür und überrascht ihre Zuhörer dabei immer wieder.

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Norbert Anger, Konzertmeister der Violoncelli und Solist im Aufführungsabend, bei der Probe.

Quelle: Matthias Creutziger

So auch im 1. Aufführungsabend in der Semperoper, der den seit vergangenem Jahr amtierenden Konzertmeister der Violoncelli, Norbert Anger, mit Haydns Konzert D-Dur präsentierte.

Die Leitung hatte an diesem Abend der israelische Dirigent Omer Meir Wellber, der am Pult der Staatskapelle längst kein Unbekannter mehr ist und dem dieses kammermusikalische Programm hörbar lag. Antonín Dvoraks Streicherserenade E-Dur am Beginn lebte von einer intensiven Kontrastierung der Charaktere in den Sätzen. Dass Wellber eine genaue Vorstellung vom musikalischen Gehalt hatte und deren Umsetzung konsequent einforderte, wurde unmittelbar deutlich. Delikate Klangentfaltung wechselte sich mit spannungsgeladenen, auch dramatischen Akzenten ab, den jugendlichen Elan des Komponisten betonte Wellber energisch. Bemerkenswert war die Deutlichkeit, mit der er die Mittelstimmen spielen ließ. Lediglich dem letzten Satz fehlte eine Spur Nonchalance, eine freundliche Geste. Die mehr klassizistische Idee des Dirigenten hier wirkte etwas überprononciert.

Dem Cellokonzert D-Dur von Haydn ließen Solist Norbert Anger und Dirigent Omer Meir Wellber gemeinsam Klarheit und Wärme angedeihen. Wie innig das musikalische Selbstverständnis der Staatskapelle hier mit den Intentionen des Solisten zusammenging, war beglückend. Selten finden sich Solisten, die über einen so leichten, dabei eindringlichen Ton verfügen, dem ein klanglicher Kern innewohnt, um den herum jede Farbe und dynamische Nuance geformt werden kann. Umso erfreulicher ist es, dass mit Norbert Anger ein solcher Musiker hier seinen Stammplatz hat. Im lebhaften Kopfsatz machte der Cellist jede Schwierigkeit vergessen, gab dem Ausdruck mit viel Wandlungsfähigkeit größten Raum und spielte eine bemerkenswerte Kadenz. Der Ernst im langsamen Satz erhielt einen anrührenden Zug, die inhaltliche Weite des vergnügten Finales beschloss das Werk entsprechend. Anger, das sah und hörte man, genoss diese Musik, und vielstimmiges Bravo bestätigte, dass angekommen war, was dieser Musiker will.

Mit Haydns Sinfonie Es-Dur "Mit dem Paukenwirbel" gelang Omer Meir Wellber und der Staatskapelle nach der bejubelten Aufführung zuvor mehr als die sinfonische Dreingabe. Die innere Entwicklung des erstens Satzes zu großer Dichte bestach nicht weniger, als der sehr markiert genommene, aber nie stumpf marschierende zweite. Ein starkes Gegensatzpaar aus pompösem Menuett und pastoralem Ton im Trio gelang Wellber höchst intelligent, der Finalsatz endlich beschloss das Konzert so würdig und mit prachtvollem Klang, wie man es sich nur hatte wünschen können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2014

Hartmut Schütz

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