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Regional Nix für Landratten: Santiano in der Jungen Garde
Nachrichten Kultur Regional Nix für Landratten: Santiano in der Jungen Garde
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09:47 28.05.2018
SANTIANO live in der Freilichtbühne Junge Garde in Dresden Quelle: Andreas Weihs
Dresden

 Es ist ein Phänomen, und irgendwie auch kaum erklärbar. Mehrere hundert (See-)Meilen von der nächsten Meeresküste entfernt, begeistert eine Band tausende Fans mit maritimen Klängen, mit Shanties und Geschichten von Männern mit Bärten, Abenteuern auf See und der Sehnsucht nach Freiheit. Auch in Dresden sind Santiano längst ein Garant für ein volles Haus geworden. Also: Leinen los für zwei Konzerte am vergangenen Wochenende in der vollen Freilichtbühne Junge Garde für die rockenden Nordlichter und ihre sächsischen Fans.

Ein Konzert mit Santiano ist kein Abend für Landratten. Zwar kocht die Erfolgsband auch nur mit (Salz-)Wasser, doch ihres ist anscheinend besonders salzig. Botschaften in Liedern wie „Gott muss ein Seemann sein“, „Kaperfahrt“, „Frei wie der Wind“ oder „Seine Heimat war die See“ kommen auch beim Publikum in Sachsen gut an. Gleich zu Beginn der Show steigt der Stimmungspegel im Garden-Rund, es wird gejubelt und geklatscht. Das reißt bis zum Schluss kaum ab. Die Leute sind offenbar feierwütig und da kommen die Lieder von Santiano gerade recht. Sie sind eingängig, haben mit der „gemeinen“ Popmusik so gut wie nichts zu tun, sie besitzen oft einen Rhythmus, der in die Beine geht, und laden zum Mitsingen ein, inklusive „Joho“ und „HeHe“. Auch ein bisschen Plattdeutsch muss sein und die Frage „Versteht ihr das?“ Natürlich benutzt Sänger Björn Both auch mehrfach das Wort „Dresden“ mit einer kurzen aber effektvollen Pause danach, was erfahrungsgemäß freudige Reaktionen der Fans hervorruft. Ganz sicher!

Santiano reisen durch die Gezeiten, übers offene Meer und stranden auch mal in Irland. Ein musikalischer Richtungswechsel, der gar nicht mal so groß ist, wie man meinen könnte. Auch ein Lied wie „Irish Rover“ lebt vom stampfenden Rhythmus und einer eingängigen Melodie. Müßig zu erwähnen, dass das den Nerv des Publikums trifft, und so wird weiter gesungen, getanzt, geklatscht. Auch Cover wie „Walhalla“, das seinerzeit von den Hooters als „All You Zombies“ zum Hit gemacht wurde, oder „Lieder der Freiheit“, das im Original von Mike Oldfield stammt („To France“), werden in das typische seemännische Korsett eingepasst.

Santiano spielen mit dem Feuer, lassen es krachen und zitieren sogar Friedrich Nietzsche. Und alles – wie man sehen und erleben kann – mit hoher Massenwirksamkeit. Die wenigen, sparsam eingestreuten ruhigeren Momente werden von den Mitmach-Liedern an die Wand (oder Welle?) gedrückt. Aber, so scheint es, genauso wollen es die Zuhörer. Sie sind gekommen, um zu singen, zu tanzen und die Arme in die Luft zu werfen. Erstaunlich, dass das vor allem mit der Volksmusik behaftete Schunkeln auch in so einem großen Rahmen wie der Garde funktioniert. Minutenlang wippen Körper zur Musik von rechts nach links und wieder zurück. Eine große Gemeinschaft. Und ein Abend für Jung und Alt.

Von Andreas Weihs

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