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Regional New Yorkerin Dana Fuchs in der Tante Ju
Nachrichten Kultur Regional New Yorkerin Dana Fuchs in der Tante Ju
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17:22 04.10.2018
Dana Fuchs, abgelichtet in ihrem Apartment im New Yorker Stadtbezirk Harlem. Quelle: Foto: Merri Cyr
Dresden

Frühe Tode, Gospelchöre. Fünf Geschwister am heimischen Tisch, Alkohol. Bruch mit der Familie, Flucht, Drogen, die Stripperinnen-Stange in New Yorker Clubs, wieder die Tode naher Verwandter, wieder Drogen, Entzug – Dana Fuchs müsste im Grunde 65 sein und den Blues haben. Dana Fuchs ist 42 und singt den Blues. Dazu satten Soul und Rock’n‘Roll, schön mit Gebläse, Orgel und fetten Gitarren, Chören, aber auch fragil mit sensibler Akustik. Dana Fuchs kommt jetzt nach Dresden.

Fußfassen in nicht immer leichten Zeiten

Musik macht Dana Fuchs seit 20 Jahren. Die großen schwarzen Frauen hatten ihr es angetan und das, was jüngere weiße schon daraus gemacht hatten. Janis Joplin natürlich vornweg. Drei Jahre lang spielte Dana Fuchs die Joplin am New Yorker Off-Broadway, in Julie Taymors Film „Across The Universe“, der sich galant um drei Hand voll Beatles-Stücke schwang, war sie ebenfalls im Cast. Die erste Filmrolle war’s, der von T Bone Burnett produzierte Soundtrack war ganz ein schöner. Letztlich wollte Dana Fuchs aber einfach Sängerin sein, auf den Bühnen und Studios stehen, Lieder singen. Blues natürlich, immer wieder. Acht Platten, einige davon auf dem deutschen Label Ruf Records erschienen, künden vom Fußfassen in nicht immer leichten Zeiten. „Love Lives On“ (Get Along Records), die jüngste, im Frühjahr 2018 veröffentlichte, ist trotzdem eine besondere. Denn wie keine zweite in ihrer Karriere kündet sie vom aufrechten Weitergehen.

Kantig, rau und kräftig

Dana Fuchs: „Der Titeltrack schildert, wie ich vor zwei Jahren bei meiner Mutter saß, als sie ihre letzten Atemzüge tat. Ich hatte gerade erfahren, dass ich ein Kind erwarte. Und mir war bewusst, dass ich sie niemals fragen könnte, wie das Leben als Mutter sei, denn in diesem Moment verlor sie das Bewusstsein. Also schrieb ich dort den Text zu diesem Song, den ich zunächst aber nicht beendete.“ Jetzt ist das Lied eine der Säulen der Platte, ebenso wie das Otis-Redding-Stück „Nobody’s Fault But Mine“, denn es führt geradewegs nach Memphis, wo „Love Lives On“ wieder gemeinsam mit ihrem Musikpartner Jon Diamond entstand. „Ich wollte unbedingt zu der Musik zurückkehren, die mich dazu gebracht hat, Musikerin zu werden. Wenn ich Otis Redding nachspüren und außerhalb von New York eine Platte aufnehmen möchte, dann macht es nur Sinn, das in Memphis zu tun. Ich wollte zurück in die Welt von Stax oder Hi Records, die Schwingungen des Sun Studios in mir spüren. Ich wollte den Southern Soul zurück in meine Musik bringen, was unser Songwriting dann auch fokussiert hat.“ Die Studioband klingt jetzt klar nach Rampe: kantig, rau, kräftig. Dana Fuchs meint selbstbewusst, es sei das Beste, das sie je erschaffen hat. Kapitel zwei, nennt sie es lakonisch. Zweites Kind auch.

Von Al Green bis Ann Peebles und Gregg Allman reichen die Referenzen der am Album „Love Lives On“ Beteiligten. Lucinda Williams und Bonnie Raitt sollte man mögen, damit einem auch Dana Fuchs gefallen könnte. Sie wird ganz klar über ihre präsente Kratzstimme kommen, am Ende aber vor allem übers Unverstellte und letztlich auch vom Leben Gebeutelte. Bloß Blues, eben.

Dana Fuchs, Freitag, 20 Uhr, Tante Ju

Von Andreas Körner

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